Restaurant-Rache

Kellner stellt Gast unverschämtes Detail in Rechnung

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Bei Ihrem nächsten Restaurant-Besuch sollten Sie lieber genau auf die Rechnung schauen.

Rache eiskalt serviert: In Schleswig-Holstein packt ein pikierter Kellner dem Gast ein besonderes Schmankerl auf die Rechnung - der Wirt kann da nur schmunzeln.

Alsterwasser - 2,80 Euro, Zanderfilet - 18,90 Euro, Beleidigung Kellner - 10 Euro. Wie bitte? Als Golflehrer Michael Krack (34) in einem Restaurant in Scharbeutz (Schleswig Holstein) die Rechnung vorgelegt bekommen, traut er seinen Augen kaum: Der Kellner stellt ihm tatsächlich eine Beleidigung in Rechnung. Das berichtet bild.de in seiner Rubrik "Leserreporter". Doch wie kam es zu dieser saftigen Rechnung?

Der Gast fragte lediglich, wann das Essen kommt

Gast Michael Krack isst eigentlich gerne in diesem Restaurant, wie das Online-Portal berichtet. Auf die Frage, wieso der Kellner so reagierte, hat er diese Erklärung: „Ich hatte nach 40 Minuten nur gefragt, wann das Essen kommt. Der Kellner war dann ganz pikiert. Nach weiteren zehn Minuten wurde unsere Bestellung dann vom Chef persönlich serviert. Der Kellner ließ sich nicht mehr blicken.“ Doch am Ende kam die eiskalte (Ab-)Rechnung.

Wirt sorgt persönlich für die "Strafgebühr"

Der Wirt des Restaurants sieht darin nichts Verwerfliches - ganz im Gegenteil: „Das habe ich mir selbst in die Kasse programmiert. Wenn Kunden besonders anstrengend sind, buche ich das als eine Art Schmerzensgeld ein." Bezahlt habe die Rache-Gebühr laut eigener Angaben keiner. 

Gast sieht nicht ein für Beleidigung zu zahlen

Genauso hielt es auch Michael Krack. Der legte die zu zahlende Summe auf den Cent genau auf den Tisch und ging kommentarlos - ohne 10 Euro für die Beleidigung zu zahlen. Wenn Sie also das nächste Mal einen Kellner kritisieren, sollten Sie lieber genau auf die Rechnung schauen. Sonst zahlen Sie vielleicht auch eine "Strafgebühr", ohne es zu merken. Schließlich gibt es viele Gründe, wofür Sie der Kellner hassen könnte.

Von Andrea Stettner

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

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