Nicht immer zum Nachteil

Kunst-Eier und Holz: Das mogeln Hersteller täglich in Ihr Essen

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Die Lebensmittelindustrie kennt viele Tricks - auch bei Eiern.

Dass die Lebensmittel-Industrie kein Wohlfahrtsverein ist und Profit machen will, ist klar. Aber mit welchen Tricks wir täglich in Kontakt kommen, überrascht.

Für die Doku-Reihe "ZDFzeit" hat sich der Lebensmitteltechniker Sebastian Lege auf Spurensuche in der Lebensmittelindustrie begeben und dabei kleine und große Schummeleien aufgedeckt. Nicht alle davon sind allerdings zum Nachteil der Kunden.

Hefe statt Glutamat

Glutamat ist verpönt und außerhalb von Asia-Restaurants will eigentlich niemand etwas von dem Stoff wissen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Hersteller auf Geschmacksverstärker verzichten. Im massenhaft verwendeten Hefe-Extrakt steckt nämlich Glutamat. Dies müssen die Erzeuger aber nicht auf der Verpackung ausweisen.

Wenn Hefe, Salz, Wasser und Zucker miteinander vermischt, erhitzt und geschleudert werden, brechen die Moleküle der Hefe auf. Heraus kommt dabei eine eklige Flüssigkeit, die aber würzig nach Fleisch schmeckt. Lebensmitteltechniker Lege zaubert damit ein Gulasch ohne Fleisch und die Testpersonen fallen auf den täuschend echten Geschmack herein.

Barrique-Weine ohne Eichenfass

Unter Liebhabern kräftiger Weine sind Rotweine, die im Barrique-Fass gelagert wurden, sehr beliebt. Ihr holziges, vollmundiges Aroma könnte aber gar nicht aus einem Fass stammen. Auch in völlig geschmacksneutralen Stahltanks gelagerte Weine werden händisch mit dem Aroma "geimpft". Dazu werden den Weinen Eichenholzchips beigemischt, die ihren Geschmack abgeben.

Achten Sie auf das Etikett: Wenn dort steht "im Barrique-Fass" gereift, sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn es Ihnen aber nur um den Geschmack geht, können Sie auch beruhigt zu den "Chips-Weinen" greifen. Gegenüber günstigen Weinen aus alten, ausgelaugten Eichenfässern sind diese geschmacklich durchaus im Vorteil.

Auch interessant: Kann man korkenden Wein eigentlich trinken?

Vanille aus Holz

Vanille ist ein sehr beliebtes Aroma und findet sich in zahlreichen Produkten wie Pudding, Tee oder Körperlotionen. Da verwundert es eigentlich nicht, dass der weltweite Bedarf die Kapazitäten der Orchideenart Vanille deutlich überschreitet.

Deshalb trickst die Industrie mit Holz. Durch ein chemisches Verfahren wird es zum Vanille-Aromastoff Vanillin aufgespalten. Dabei können aus 100 Kilogramm Holzabfall bis zu drei Kilogramm Vanillin gewonnen werden. Wenn Sie echte Vanille genießen wollen, müssen Sie einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe werfen:

Bezeichnung

Gehalt echter Vanille in %

Bourbon-Vanille

100%

Natürliches Vanille-Aroma

95%

Vanille-Aroma

0%

Künstliche Eier

Haben Sie auch schon mal ein Eier-Sandwich beim Bäcker gekauft und sich gewundert, warum alle Eierscheiben darauf genau gleichgroß sind? Dafür werden nicht nur die mittleren Teile der Eier verwendet und der Rest wird weggeschmissen oder anders verwendet. Vielmehr arbeiten Bäcker und Gastronomen mit "umgeformten Eiern".

Dafür werden Eiweiß und Eigelb getrennt. Danach wird das Eiweiß in einer Form gekocht. Sobald es fest ist, wird in die freigehaltene Mitte das Eigelb gegossen und dann noch einmal fertiggekocht. Das Ergebnis ist eine lange, gleichförmige Ei-Rolle. Kein Pellen, kein Aufschneiden, kein Aufteilen und immer gleichgroße Eierscheiben. Ein Hoch auf das Kunst-Ei.

Da bekommt man doch richtig Lust auf ein echtes Spiegelei, oder? Mit diesem Trick gelingt Ihnen das ganz leicht und ohne Wenden.

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Tipps vom Profikoch: Die sieben cleversten Kochtricks aller Zeiten

Bevor Sie Fleisch braten, tupfen Sie das Fleisch mit einem Küchentuch ab - so brät es knusprig und bräunt gleichmäßig dunkel. 
Bevor Sie Fleisch braten, tupfen Sie das Fleisch mit einem Küchentuch ab - so brät es knusprig und bräunt gleichmäßig dunkel.  © pixabay
Wenn Sie Fleisch in feine Scheiben schneiden wollen, legen Sie es vorher kurz in den Gefrierschrank. So lässt es sich hauchdünn schneiden. Dasselbe gilt übrigens auch für Teigrollen, zum Beispiel für Hefeschnecken.
Wenn Sie Fleisch in feine Scheiben schneiden wollen, legen Sie es vorher kurz in den Gefrierschrank. So lässt es sich hauchdünn schneiden. Dasselbe gilt übrigens auch für Teigrollen, zum Beispiel für Hefeschnecken. © pixabay
Wenn Profis ihr Gemüse hauchdünn schneiden wollen, jagen Sie Gurken, Rettich und Co. durch den Gemüsehobel. 
Wenn Profis ihr Gemüse hauchdünn schneiden wollen, jagen Sie Gurken, Rettich und Co. durch den Gemüsehobel.  © pixabay
Beschichtete Pfannen sind zwar ein Segen für Eierspeisen aller Art - aber wenn Köche Fleisch, Gemüse und Co. scharf anbraten wollen, greifen sie zu Edelstahl oder gußeisernen Pfannen. 
Beschichtete Pfannen sind zwar ein Segen für Eierspeisen aller Art - aber wenn Köche Fleisch, Gemüse und Co. scharf anbraten wollen, greifen sie zu Edelstahl oder gußeisernen Pfannen.  © pixabay
Wenn Sie wissen wollen, wie viel Salz oder Pfeffer die richtige Dosis ist, würzen Sie die Speisen einmal zuviel. So wissen Sie das nächste Mal, wann Sie aufhören müssen.
Wenn Sie wissen wollen, wie viel Salz oder Pfeffer die richtige Dosis ist, würzen Sie die Speisen einmal zuviel. So wissen Sie das nächste Mal, wann Sie aufhören müssen. © pixabay
Übrig gebliebene Küchenkräuter halten am längsten frisch, wenn Sie sie in ein feuchtes Küchentuch wickeln und in einem Plastikbeutel aufbewahren.
Übrig gebliebene Küchenkräuter halten am längsten frisch, wenn Sie sie in ein feuchtes Küchentuch wickeln und in einem Plastikbeutel aufbewahren. © pixabay
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Gemüsereste verleihen Soßen, Fonds und Schmorgerichte einen herrlich aromatischen Geschmack. Frieren Sie sie einfach in einem Plastikbeutel ein und geben sie beim Kochen dazu.  © pixabay

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