„RefuGin“

Die Schnapsidee: Mit Gin Flüchtlingen helfen

+
Am Anfang war das Wortspiel: Der Name „RefuGin“ – von „refugee“ (englisch für „Flüchtling“) und „Gin“ – kam Martin Eggert (li.) beim Joggen. Gemeinsam mit Felix Ranft (M.) und Maximilian Erhardt (re.) entwickelte er die gleichnamige Spirituose. Den Erlös wollen sie spenden.

Eine Gruppe junger Werber und Grafiker hat den „RefuGin“ produzieren lassen – den Erlös spenden sie für Flüchtlinge.

Unter der Dusche, im Bett, beim Wandern: Wenn man für sich allein ist, kommen einem oft die absurdesten Gedanken. Und manchmal auch gute Einfälle. Martin Eggert war an einem Morgen Ende August joggen, als sich zwei Wörter in seinem Kopf zu einem neuen verbanden: Aus „refugee“ (engl. für „Flüchtling“) und „Gin“ wurde plötzlich „RefuGin“. Das Wort gefiel dem Werbetexter so gut, dass er es mit Leben füllen wollte – oder besser: Flaschen mit einem gleichnamigem Schnaps.

„Manche laufen einen Marathon für den guten Zweck, andere besteigen einen Berg – ich kann als Werbetexter Produkte machen“, sagt Eggert. Den Erlös wollte er einem Flüchtlingsprojekt zugute kommen lassen. Er erzählte Freunden und Geschäftspartnern von seiner „Schnapsidee“ – und fand viele Unterstützer. Mehr als 25 junge, kreative Münchner haben sich in den vergangenen zwei Monaten am Schaffensprozess des „RefuGin“ beteiligt. Herausgekommen ist eine Spirituose mit 45 Prozent Alkohol und fruchtig-floralen Noten von Zitrusfrüchten, Lavendel- und Hopfenblüte. Dazu gesellt sich die Würzigkeit von Koriander und Wacholder. Der „RefuGin“, ein Bio-Produkt, kostet 39,90 Euro – der Erlös geht zu 100 Prozent an die „SchlaU-Schule“, versprechen die Macher.

Die SchlaU-Schule bietet „schulanalogen Unterricht für junge Flüchtlinge“, führt sie zum Schulabschluss und vermittelt sie an Ausbildungsbetriebe weiter. Das gefiel Martin Eggert und seinen Freunden Felix Ranft, 36, und Maximilian Erhardt, 34, als sie nach einem spendenwürdigen Projekt Ausschau hielten. „Sprache und Bildung sind das höchste Gut“, sagt Ranft. „Egal, wie lange die Menschen hier sind, sie sollten die Sprache beherrschen, selbst wenn sie sich nur eine Cola an der Tankstelle kaufen wollen.“ Werbetexter Martin Eggert kann das nur bekräftigen: „Kommunikation ist das A und O.“

Ranft und Erhardt sind Grafiker, betreiben ihre eigene Agentur. Sie steuerten das Logo für den „RefuGin“ bei. Das „U“ auf dem Etikett ist ein stilisierter Fußabdruck. „Er steht sinnbildlich für das Verlassen des alten Lebens – und für einen Schritt in eine neue Zukunft“, erklärt Ranft die Idee dahinter. Dass der Gin in Apothekerflaschen abgefüllt ist, ist natürlich auch kein Zufall. „Das Medizinthema impliziert ja immer auch ,helfen’“, sagt Erhardt. 1200 mit ihrem Gin gefüllte Apothekerflaschen haben die Freunde und ihr Netzwerk aus Helfern mit Etiketten beklebt, seit Anfang November haben sie schon 480 davon verkauft. Sie hoffen, bald nachproduzieren zu können. Um mit ihrer Schnapsidee jungen Flüchtlingen in München eine echte Perspektive zu bieten. Janina Ventker

Den „RefuGin“ gibt es online zu kaufen unter www.refugin.com und in ausgewählten Münchner Geschäften: Souve-Store, Corneliusstr. 2; Rocket-Store, Reichenbachstr. 41; Kochhaus, Gärtnerplatz 5.

auch interessant

Meistgelesen

Paulaner-Spezi und Auerbräu Cola-Mix: Ist hier das Gleiche drin?
Paulaner-Spezi und Auerbräu Cola-Mix: Ist hier das Gleiche drin?
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet
Ich gehe in Hotel-Restaurants essen. Warum denn nicht?!
Ich gehe in Hotel-Restaurants essen. Warum denn nicht?!
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt

Kommentare