Live aus Fürstenried

Metzger bietet Videoeinkauf über das Internet

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Andreas Sparber in Aktion.

München - Auf dem Bildschirm ploppt ein Fenster auf. Ein neuer Kunde! Andreas Sparber (44) setzt sein Headset auf und lächelt in die Webcam. „Willkommen bei der Live-Frischetheke. Was darf es sein?“

Der Kaufmann hat die erste Video-Metzgerei der Stadt erfunden. Über eine Webcam können sich seine Kunden live in seinen Metzgerladen schalten, um Wurst und Fleisch einzukaufen. Und das inklusive Beratung. Per Kurier wird der Einkauf dann bequem nach Hause geliefert!

Seit zehn Jahren führt Sparber die Metzgerei Schlemmergarten in der Maxhofstraße in Fürstenried. Vor einem Jahr kam ihm die Idee mit der Video-Metzgerei: „Das Internet ist die Zukunft, die Umsätze verlagern sich immer mehr ins Netz. Aber gerade bei Fleisch und Wurst ist Beratung wichtig“, sagt der 44-Jährige. Mit einer befreundeten Firma entwickelte er die Technik, fast ein Jahr lief der Testbetrieb. Jetzt steht der Dienst allen Münchnern offen: Immer dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 17.30 Uhr bedient Andreas Sparber neben den „realen“ Kunden im Laden auch seine Online-Kundschaft.

Und so funktioniert’s: Über die Internetadresse www.live-metzgerei.de können sich die Kunden per Computer (dafür braucht’s ein Mikro und Boxen) oder dem Laptop anmelden. Eine Webcam schickt Live-Bilder von der Theke, über sein Headset kann Andreas Sparber mit den Kunden sprechen. Hat der Kunde auch eine Webcam, kann er sein Bild ebenfalls zuschalten.

„Wir bieten unseren Kunden online den gleichen Service wie im Laden“, sagt Sparber. Übers Internet gibt er Tipps zur Zubereitung, die Kunden sehen zu, wie er die Ware (im Angebot: Fleisch, Schinken, Wurst und Käse, vor allem aus Oberbayern) auswählt und in den gewünschten Portionsgrößen verpackt. Auf Wunsch führt der Münchner seine Kunden per Webcam durch den Laden: „Erst hatte ich die Kamera auf einem Helm montiert. Aber da wurde es den Zuschauern wegen der schnellen Bewegungen schwindelig.“

Die Preise sind die gleichen wie im Laden: Das Kilo Rinderhüftsteaks kostet etwa 29,90 Euro, Bio-Hähnchenkeulen 17,90 Euro, Weißwürste 13,90 Euro. „Viele bestellen dazu noch Aufschnitt oder Käse fürs Abendessen“, sagt Andreas Sparber. Per Kurier geht die Ware am nächsten Tag raus – vakuumverpackt im Styroporkarton mit Kühlwänden. Noch ist der Service beschränkt auf das Stadtgebiet München: „Je nachdem, wie es angenommen wird, wollen wir ausweiten.“ Bezahlt wird per Kreditkarte oder dem Onlinedienst Paypal. Der Mindestbestellwert liegt bei 30 Euro, dazu kommen 9,90 Euro Versandkosten (ab 100 Euro Einkauf 4,90 Euro, ab 150 Euro umsonst). Sparber: „Dafür muss man aber weder rumfahren noch irgendwo in der Schlange stehen.“ Wär doch was für die erste Grillparty des Jahres?

Und so funktioniert's

  1. Die Kamera filmt Andreas Sparber an der Theke und schickt die Bilder übers Internet zum Kunden.
  2. Über ein kabelloses Headset mit Mikro kommuniziert er mit den Kunden.
  3. Der Bildschirm zeigt den jeweiligen Kunden und die Bestellübersicht an.

Angebot für tz-Leser

So sieht der Kunde alles auf seinem PC.

Sie wollen die Live-Frischetheke ausprobieren? Für alle tz-Leser, die den Service testen wollen, gibt es ein besonderes Schmankerl: Die ersten 50 Kunden, die auf der Website www.live-metzgerei.de Ware bestellen und das Stichwort tz nennen, bekommen 20 Euro Neukundenrabatt! Das Angebot gilt bis Mittwoch, 16. April 2014. Der Mindestbestellwert liegt bei 30 Euro, dazu kommen die Lieferkosten im Stadtgebiet München von 9,90 Euro (ab 100 Euro Bestellwert 4,90 Euro, ab 150 Euro Lieferung frei Haus).

Christina Meyer

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