Die Idee kam ihnen an der Isar

Diese Münchner entwickelten einen neuen Superdrink

+
Die Münchner Matthias Müller (38) und Tina Decker (29) sind die Erfinder der Super-Drinks.

München - Party am Abend, Kopfweh am Morgen: Damit soll jetzt Schluss sein. Eine junge Münchner Firma hat ein Anti-Kater-Mittel erfunden. Ob ihr "Superdrink" wirklich hilft?

Gegen den Kater am Morgen gibt's unzählige Hausmittelchen. Rohe Eier, salziger Fisch, knackige Essiggurken. Hilft aber meistens alles nix. Dieses Problem kennen auch die Münchner Tina Decker (29) und Matthias Müller (38). Nach einer Geburtstagsfeier war am nächsten Vormittag an Arbeit nicht zu denken. "Wir saßen an der Isar und haben uns gedacht: Da muss es doch etwas geben", erzählt Müller bei einem Treffen mit unserer Online-Redaktion. Die beiden grübelten, jammerten über ihre Symptome, notierten ihre Leiden - und hatten schließlich die zündende Idee. Gemeinsam mit einem befreundeten Pharmazeuten tüftelten sie an der Rezeptur eines Anti-Kater-Drinks.

Das war vor einem Jahr. Jetzt, zwölf Monate später, ist ihr Getränk "Superdrink" in zwei Ausführungen marktreif. Im Hausflur des jungen Start-Up-Unternehmens in Sendling stapeln sich unzählige schwarze Getränkekisten. "Nix drin was nix bringt" steht drauf, kleine Fläschchen stehen drin. Sie sollen für alle Feierwütigen das langersehnte Wundermittel gegen die Kopfschmerzen nach einem Rausch sein, versprechen die Macher. Feuchtfröhliche Party am Abend, fit am Morgen - klingt verlockend. Aber wirkt das wirklich oder ist das nur ein Verkaufsgag?

Die Geheimzutaten: Maracuja-Saft und Grüner Tee

Fest steht: Zaubertrank-Zutaten stecken in dem grünen und orangefarbenen Drink natürlich nicht drin. Stattdessen: Eine Kombination aus Früchten und Vitaminen. Grüner Tee mit Apfel, Stevia und Kokoswasser zum Beruhigen vorm Schlafengehen am Abend; Maracujasaft mit Orange, Mandarina, Taurin, Koffein und ein klein bisschen Kohlensäure zum Frischwerden und Energietanken am Morgen. Dazu noch einige Vitamine, und fertig ist das Frucht-Getränk.

"Take it easy" und "Keep on moving" heißen die beiden "Superdrinks". Ganz billig sind die Anti-Kater-Mittel aber nicht.

Das Feedback von 500 Testern und den ersten Kunden ist durchweg positiv, sagen die jungen Unternehmer. Erste Bars in München haben den "Superdrink" auf ihren Getränkekarten. "Weltweit einmalig ist, dass wir zwei Komponenten anbieten", sagt Decker. Beruhigend am Abend, kraftspendend am Morgen. "Unterm Strich ist das einfach ein gesundes Getränk", ergänzt Müller. "So wie man's braucht." Die Anti-Kater-Werbung ist nur eine speziell zugeschnittene Werbestrategie. Die Drinks sollen nämlich zwar fürs Feiern, aber auch als isotonischer Energiekick für Zwischendurch geeignet sein.  Müller betont: "Wir fordern nicht zum exzessiven Trinken auf." Stattdessen gönnen sich die beiden Unternehmer den ein oder anderen "Superdrink" unter tags im Büro, um fit zu bleiben, sagen sie.

Die Anti-Kater-Hoffnung ist aber nicht ganz billig: Im günstigsten Fall gehen die Fläschchen mit 0,33 Liter Inhalt für etwa 2,50 Euro über die Ladentheke.

Klingt verrückt: Den Kater mit Cocktails runterspülen

Skurril: Die Unternehmer empfehlen ihren Kunden auch alkoholhaltige Cocktailrezepte, die sie mit den "Superdrink"-Säften mixen können. Alkohol trinken, um damit gleichzeitig den Rausch zu bekämpfen? Zugegeben, das ist ein etwas unkonventioneller Ansatz. Aber wenn's schmeckt...

In der ersten Produktionsrunde haben die Jungunternehmer, die aus der Marketing- und Webdesignbranche kommen, 12.500 Flaschen ihres Getränks produzieren lassen. In ihrem Büro in Sendling verpacken und versenden sie Probe-Päckchen an die Kunden, knüpfen Kontakte und suchen nun einen Investor. "Wir schauen mal, wie's ankommt", sagt Decker. Beim Vertrieb setzen sie auf modernes Design und ein Marketing-Konzept, das auf junge Leute angepasst ist. Das Motto: "Die Welt ist super."

Ob das Anti-Kater-Mittel wirklich hilft, "das muss jeder für sich ausprobieren", sagt Müller. Und er gibt zu: Nach einem Vollrausch entwickelt auch der "Superdrink" keine Superkräfte. Dafür sind die Schäden, die das Zellgift Alkohol im Körper angerichtet hat, einfach zu groß. Grundsätzlich gilt also weiterhin: Höchstens in Maßen trinken! Und wem der Schädel nach der Party trotz "Superdrink" immer noch brummt, kann sich zumindest ein bisschen trösten: Das Anti-Kater-Mittel auf Fruchtsaftbasis der Münchner Start-Ups schmeckt zumindest hundert Mal besser als ein rohes Ei.

dor

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Paulaner-Spezi und Auerbräu Cola-Mix: Ist hier das Gleiche drin?
Paulaner-Spezi und Auerbräu Cola-Mix: Ist hier das Gleiche drin?
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet
Was das Mindesthaltbarkeitsdatum wirklich bedeutet
Ich gehe in Hotel-Restaurants essen. Warum denn nicht?!
Ich gehe in Hotel-Restaurants essen. Warum denn nicht?!
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt
Finger weg von diesem McDonald's-Produkt

Kommentare