Wahre Nächstenliebe oder geschickter PR-Coup?

Muslimisches Restaurant wird für diesen Zettel gefeiert

Ausgerechnet ein muslimischer Restaurantbetreiber hält in London den Geist der Weihnacht hoch: Am 25. Dezember bietet das Restaurant "Shish" allen Obdachlosen und einsamen Senioren ein kostenloses Drei-Gänge-Menü an.

"Niemand isst an Weihnachten allein. Wir sind hier, um bei euch zu sitzen", schreibt Restaurantinhaber Serdar Kigili Ende November auf englisch auf einen Zettel und hängt ihn an die Scheibe seines türkischen Restaurants "Shish" im Londoner Stadtteil Bexley.

Darunter das Angebot: Suppe mit Joghurt, Hühnchenspieß oder Gemüseeintopf als Hauptgang und Reispudding zum Nachtisch - alles gratis. Eingeladen sind obdachlose Menschen und Alte.

Die herzerwärmende Geschichte macht seit einigen Tagen in britischen Medien und auf den sozialen Portalen die Runde. Das Restaurant hatte auf Twitter und Facebook selbst mehrfach darum gebeten, die Aktion zu teilen und zu verbreiten. Offenbar mit mehr Erfolg, als erwartet: Mittlerweile sind die Links zum eigenen Twitter- und Facebook-Profil auf der Seite des Restaurants deaktiviert.

Anwohner bieten spontan ihre Hilfe an

Die Idee sei ihm gekommen, als eine ältere Frau ihm erzählt habe, dass sie Weihnachten allein verbringen müsse, so erzählte der Inhaber der Nachrichtenagentur Associated Press. Sie habe ihn an seine Mutter erinnert, die in der Türkei lebt und die er seit fünf Monaten nicht gesehen habe.

Von so viel Gemeinschaftssinn inspiriert, boten mittlerweile mehrere Anwohner an, an Weihnachten freiwillig auszuhelfen. Eine Gruppe von Taxifahrern aus der Nachbarschaft will die Gäste kostenlos zum Restaurant und zurück chauffieren. Ob das Restaurant mit seinen rund 60 Plätzen dem zu erwartenden Ansturm standhalten kann, bleibt abzuwarten.

Sozialverband: So viel Arme in Deutschland wie noch nie

Konzerngewinne sprudeln, und es herrscht Rekordbeschäftigung - doch Millionen sind abgehängt. Foto: Jan-Philipp Strobel/Archiv
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Arm und reich: Ein Obdachloser kampiert in Düsseldorf neben einem Geschäft für Luxusuhren. Foto: Martin Gerten/Archiv
Arm und reich: Ein Obdachloser kampiert in Düsseldorf neben einem Geschäft für Luxusuhren. Foto: Martin Gerten/Archiv © Martin Gerten
Zahlreiche Menschen warten vor dem Eingang zur Kälte-Notübernachtung der Berliner Stadtmission. Foto: Paul Zinken/Archiv
Zahlreiche Menschen warten vor dem Eingang zur Kälte-Notübernachtung der Berliner Stadtmission. Foto: Paul Zinken/Archiv © Paul Zinken
Graffitti an einem heruntergekommenen Haus in Sachsen-Anhalt: "Armut ist kein Schicksal - Wehr Dich - Jetzt" Foto: Jens Wolf/Archiv
Graffitti an einem heruntergekommenen Haus in Sachsen-Anhalt: "Armut ist kein Schicksal - Wehr Dich - Jetzt" Foto: Jens Wolf/Archiv © Jens Wolf
Leben auf der Straße: Ein Obdachloser in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler/Archiv
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Ein relativ neues Phänomen in deutschen Städten: Pfandflaschen sammeln. Foto: Martin Schutt/Archiv
Ein relativ neues Phänomen in deutschen Städten: Pfandflaschen sammeln. Foto: Martin Schutt/Archiv © Martin Schutt
Heiße Suppe gegen die winterliche Kälte: Ein Obdachloser in einer Wärmelufthalle. Foto: Paul Zinken/Archiv
Heiße Suppe gegen die winterliche Kälte: Ein Obdachloser in einer Wärmelufthalle. Foto: Paul Zinken/Archiv © Paul Zinken
Auf der sogenannten Cuvry-Brache in Berlin lebten bis zur Räumung Arme und Flüchtlinge. Foto: Bernd von Jutrczenka
Auf der sogenannten Cuvry-Brache in Berlin lebten bis zur Räumung Arme und Flüchtlinge. Foto: Bernd von Jutrczenka © Bernd von Jutrczenka
Resteverwerter durchkämmen in Berlin Müllberge. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv
Resteverwerter durchkämmen in Berlin Müllberge. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv © Wolfgang Kumm
Ein Flaschensammler bedient sich auf dem Hardenbergplatz in Berlin an einer Pfandkiste. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv
Ein Flaschensammler bedient sich auf dem Hardenbergplatz in Berlin an einer Pfandkiste. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv © Wolfgang Kumm
Lebensmittel-Ausgabe: Der Gang zur Tafel ist für viele Bedürftige mit Selbstüberwindung verbunden. Foto: Caroline Seidel/Archiv
Lebensmittel-Ausgabe: Der Gang zur Tafel ist für viele Bedürftige mit Selbstüberwindung verbunden. Foto: Caroline Seidel/Archiv © Caroline Seidel

Rubriklistenbild: © Twitter / @shishsidcup

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