Italienische Genüsse in München

Neues in der Schrannenhalle: Feinkostparadies "Eataly" eröffnet

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Neuer Feinkosttempel: Eataly ist eine Mischung aus Marktständen und Restaurants, zudem gibt es eine Kochschule und einen Weinkeller.

München - Der Viktualienmarkt bekommt einen neuen Nachbarn. Am 26. November eröffnet der Delikatessenhändler „Eataly“ in der Schrannenhalle.

Auf einer Fläche von 4600 Quadratmetern gibt es italienische Spezialitäten. Das Feinkostparadies wird eine Mischung aus Markt, Restaurants und Kochschule sein. Klar ist: Kultur-Veranstaltungen wird es keine geben.

Alexander Baermann ist gebürtig vom Tegernsee. Man hört es nicht so richtig. Wenn er aber in anderen Teilen Deutschlands sei, werde er schon als Bayer erkannt, witzelt der 40-Jährige. Baermann ist Marktleiter der neuen Eataly-Filiale in München. Lebensmittel seien seine Leidenschaft, erklärt er. Nach seinem BWL-Studium habe er immer in dieser Branche gearbeitet. Und während seiner Studienzeit sogar mal auf dem Viktualienmarkt. Das passt ja ganz gut, denn die mutmaßliche Konkurrenz zu den Händlern des Viktualienmarktes war bei der Neubelegung der Schrannenhalle ein Dauerthema. Nach dem Auszug des Feinkosthändlers Käfer sollte zunächst ein Simmel-Supermarkt einziehen. Doch gegen dieses Konzept regte sich heftiger Widerstand, Hallen-Chef Hans Hammer sah daher von der Umsetzung der Pläne ab.

Video: So sieht es bei "Eataly" in der Schrannenhalle aus

Stattdessen ist nun also Eataly zum Zuge gekommen. An der italienischen Feinkostkette ist seit Neuestem auch der Karstadt-Eigner Signa Holding beteiligt. Die beiden Unternehmen haben ein Joint Venture gebildet. Einzelne Elemente des Eataly-Konzepts sollen in die Karstadt-Warenhäuser integriert werden. Hinter Signa steht der österreichische Großinvestor René Benko, der auch beim Umbau der Alten Akademie inmitten der Münchner Fußgängerzone die tragende Rolle spielt. Dort soll ein neuer Einkaufstempel entstehen.

Eataly führt weltweit 27 Filialen, davon 17 in Italien. München ist die erste Dependance in Deutschland. Marktleiter Baermann, der das Konzept von Eataly am Dienstagabend dem Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel vorgestellt hat, ist nach eigenem Bekunden erstmals auf einer Messe in Turin mit dem Delikatessenhändler in Kontakt gekommen. Die Devise von Eataly sei: „Qualitativ hochwertige Lebensmittel zu einem fairen Preis.“ Baermann sprach von 13 Marktbereichen mit 10 000 Produkten. Bäcker zelebrieren ihr Handwerk am Holzofen, Käsemeister stellen Mozzarella her. Im Keller wird es eine üppige Weinauswahl geben, außerdem wird dort eine Kochschule eingerichtet – die Milka-Welt verschwindet.

Eataly in München besteht zu 50 Prozent aus Gastronomie und zu 50 Prozent aus Verkaufsständen. 16 gastronomische Konzepte sollen in der Schranne verwirklicht werden. In den kleinteiligen Lokalen finden 380 Personen Platz. Im BA Altstadt-Lehel erklärte Baermann, er habe sich bei den Händlern des Viktualienmarkts vorgestellt und „kein negatives Feedback“ erhalten. „Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Neuanfang: Hans Hammer, Chef der Schrannenhalle.

Boris Schwartz, Chef der Münchner Markthallen, sah das ähnlich. Eataly spreche neue Kunden an, von denen gewiss auch viele den Viktualienmarkt besuchen würden. Nach dem Geschmack von BA-Mitglied Norbert Weigler (Grüne) sieht das Konzept jedoch zu viel Gastronomie vor. Auch wollte Weigler wissen, wie es denn mit kulturellen Veranstaltungen aussehe. Die gehörten einst zum von der Stadt erdachten Kernkonzept der Schrannenhalle. Dazu bezog Hallen-Chef Hans Hammer klar Stellung: „Die Erfahrung hat gelehrt: Kein Mensch braucht eine weitere Veranstaltungshalle. Das stößt nicht auf Interesse.“ Was kulturell geplant ist, bewegt sich im Rahmen kulinarischer Motto-Reisen. Jeden Monat wird nach Auskunft Baermanns eine andere Region Italiens vorgestellt. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm mit Künstlern.

Die Verkaufsstände in der Schrannenhalle sind täglich (außer sonntags) von 9.30 bis 20 Uhr geöffnet, der Gastronomie-Betrieb läuft bis 23 Uhr. Eataly wird in München 200 Mitarbeiter beschäftigen, weltweit sind es 4000. Der Jahresumsatz des Unternehmens belief sich 2014 auf mehr als 300 Millionen Euro.

Klaus Vick

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