Mongdratzerl wie Lüngerl oder Züngerl

Neuer Trend: Tapas auf Bayerisch

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Bayerische Tapas: gibt’s im neuen Weißen Bräuhaus.

München - Die bayerische Küche hat jenseits von Schweinsbraten und Knödel viele Schmankerl zu bieten, die fast in Vergessenheit geraten sind – und an die man sich nicht mehr so richtig herantraut. Lüngerl, Züngerl, Sülzerl … Aber selbst wenn man neugierig ist: Will man dann gleich eine ganze Portion bestellen? Eine Lösung heißt: bayerische Tapas.

Tapas („Deckel“) haben in Spanien große Tradition, sie werden meist im Stehen zum Bier oder Wein gegessen, angeblich dienten die Teller mit den kleinen Häppchen ursprünglich zum Abdecken der Gläser zum Schutz vor Fliegen und Wespen.

Das ist bei uns weniger wichtig, aber kleine Häppchen liegen im Trend, und auch bayerische Gastronomen setzen auf die Mongdratzerl. Wobei im Bairischen bei dem Namen ja schon immer mitschwingt, dass die Portion eher klein geraten ist.

Ein gutes Dutzend solcher Mongdratzerl findet man auf der Karte im aufwändig renovierten und im März wiedereröffneten Weißen Bräuhaus in Berg am Laim. Wirt Otmar Mutzenbacher hat nicht die Speisekarte vom Weißen Bräuhaus im Tal kopiert, das er ebenfalls betreibt, sondern auf einer Extra-Karte ein gutes Dutzend Mini-Schmankerl aufgelistet: zum Beispiel Kalbsnieren in Pfeffersoße, gesottenes Kalbskron (Zwerchfell) mit Gemüse und Meerrettich, Gulasch vom Schweinszüngerl und Fleischpflanzerl. Drei Stück kosten 7,50 Euro, sechs Stück 13,50 Euro, und auch Vegetarier werden fündig: mit gebackenem Camembert, Obazdn oder einer Kartoffelpraline mit Schafskäse und Rucola.

Auch Süßschnäbel bekommen ihre Tapas, etwa eine geeiste Bayrisch Creme oder ein Halbgefrorenes vom Aventinus Eisbock. Der ist natürlich auch flüssig im Angebot (0,33 l, 4,30 Euro) – und auch solo genossen mit seinen zwölf Prozent Alkohol und opulenter Süße ein Dessert für sich.

Weißes Bräuhaus Berg am Laim, Baumkirchner Str. 5

Tel. 089/ 431 63 81

Tägl. 9 bis 23.30 Uhr

Regional und kosmopolitisch

Im Ferding’s, der trendigen neuen Tapas-Bar im Gärtnerplatzviertel, bezieht sich das Wort regional zuallererst auf die Herkunft der verarbeiteten Lebensmittel. „Immer frisch und saisonal“ lautet das Versprechen. Die neu interpretierte Hausmannskost wartet dann auch mit Wiener Schnitzel mit raffiniertem Kartoffelsalat (5,40 Euro), rosa gebratenem Roastbeef mit Tomatenwürfeln (7,80 Euro), aber auch Lammkarree auf Couscous mit Minz-Joghurt auf (6,20 Euro). Und die Gläser, die von Tapas bedeckt werden sollen? Sind im Ferding’s mit internationalen Cocktails, Wein oder – ganz bodenständig – mit Spaten-Bier gefüllt.

Ferding’s Bar

Klenzestr. 43, Isarvorstadt

Tel. 089/54 84 71 45

Di. bis Do. 15 bis 1 Uhr, Fr. und Sa. 15 bis 3 Uhr

Kleine Dratzerl mit großer Tradition

Der Spöckmeier ist bekannt für seine selbst gemachten Weißwürste, aber auch ein Blick auf die Extra-Tapas-Karte lohnt sich. Auf der ist ein Dutzend klassische Schmankerl in Kleinportionen aufgelistet, von kalt (Kartoffelkäs, 2,90 Euro, Obazda, 3,80 Euro) über warm (Tafelspitz, 4,90 Euro, Waldschwammerl, 3,90 Euro) bis süß (Kaiserschmarrn 5,80 Euro). Eine schöne Möglichkeit, Freunden oder auswärtigen Gästen einen Überblick über bayerische Spezialitäten zu verschaffen.

Zum Spöckmeier

Rosenstraße 9, am Marienplatz

Tel. 089/ 26 80 88

So. bis Mi. 9 bis 24 Uhr, Fr., Sa. 9 bis 3 Uhr

Jossi Loibl

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