Backen zu Weihnachten

Plätzchen-Rezepte wie zu Urgroßmutters Zeiten

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Die Adventszeit kann kommen: Nina Riss-Rodenhauser hat in den letzten Tagen Plätzchen nach den Rezepten ihrer Urgroßmutter Ida Riss gebacken.

Zum Beginn der Adventszeit hat Nina Riss-Rodenhauser (53) die Plätzchenrezepte ihrer Urgroßmutter nachgebacken. Die Gattin des Münchner Amtsgerichtspräsidenten schrieb die Naschereien einst zur Prinzregentenzeit nieder.

Die süßen Rezepte sind als Buch herausgekommen – unter dem Titel „Das altmünchner Backbuch“.

Eigentlich bäckt Nina Riss-Rodenhauser nicht gerne. „Als meine Söhne Paul und Anton klein waren, habe ich notgedrungen mal gebacken“, gibt sie zu. Doch Nina Riss-Rodenhauser kocht lieber – „da muss man sich nicht so akribisch ans Rezept halten“. Am liebsten bereitet sie Wild-Gerichte zu. Wenn die Dozentin für Kunst am „Staatsinstitut für Ausbildung von Lehrern“ in Augsburg mal etwas aus Mehl herstellt, dann Nudeln. „Ich liebe die italienische Küche, allen voran die ligurische.“ Dass Ina Riss-Rodenhauser heuer doch zuhauf Plätzchen für die Advents- und Weihnachtszeit bäckt, liegt am „Altmünchner Backbuch“.

Rezepte für die Adventszeit

Urgroßmutter Ida Riss schrieb die Rezepte in gestochen scharfer Schrift einst zur Prinzregentenzeit nieder.

Ihre Urgroßmutter hat es einst niedergeschrieben. Mit akkurater Schrift – „die passte wohl zu ihrem Charakter“, sagt die 53-jährige Ur-Enkelin: „Man erzählt sich von Ida Riss, dass sie sehr korrekt war.“ In der Küche könne man erkennen, was für ein Typ man ist, fügt Nina Riss-Rodenhauser hinzu. Ida Gnatz, wie Ida Riss als Mädchen hieß, war um die Jahrhundertwende aus dem Allgäu nach München gekommen und sollte hier standesgemäß verheiratet werden. Die Tochter eines Landarztes vermählte sich alsbald mit dem Präsidenten des Münchner Amtsgerichts. Dass Ida Riss, wie sie nach der Hochzeit hieß, einem feudalen Haus vorstand, kann man auch aus den Rezepten, die sie ab 1910 niederschrieb, herauslesen: Sie muss bei den Zutaten nicht sparen, verwendet zuhauf Butter, Gewürze, Pistazien und Orangeat und Zitronat. „Das hat sie wohl im Spanischen Fruchthaus, das es damals schon in der Münchner Innenstadt gab, gekauft“, vermutet ihre Ur-Enkelin. Während sie die Zutaten für die Zitronenplätzchen (2 Eier, je ein 1/4 Pfund Zucker und Mehl sowie etwas Vanille) zusammenrührt, daraus Kreise aussticht, diese auf ein Backblech legt und mit 20 g fein gehacktem Zitronat belegt, stellt sie fest, dass sie doch etwas mit ihrer Vorfahrin gemeinsam hat: „Ich backe zwar nicht gerne, aber wir beide haben eine künstlerische Ader.“ Ida Riss hat in ihrer Freizeit gerne gemalt, ihre Ur-Enkelin unterrichtet in Augsburg Kunst. Die feingehackten Zitronat-Stückchen erinnern sie deshalb „mehr an feine Glasperlen denn an Süßigkeiten“. Nach sieben Minuten (bei 170 Grad) kommen die Plätzchen aus dem Ofen (Achtung: Sie dürfen nicht braun werden.) Nina Riss-Rodenhauser ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Die Plätzchen schauen perfekt aus. Ich bin mir sicher, sie hätten meiner Großmutter gefallen.“

Orangenpunsch als weihnachtliches Getränk

Die Plätzchen sind fertig, die letzten Lebkuchen backen noch im Ofen, da sagt sie: Zum ersten Naschen der Plätzchen gibt’s noch einen Orangenpunsch – selbstverständlich auch nach einem Rezept von Ida Riss. Dazu benötigt man eine Flasche Weißwein, 1/2 Pfund Zucker, 1/2 Liter Wasser, 1/4 Liter Rum, 2 Orangen und 2 Zitronen. Nina Riss-Rodenhauser erhitzt Zucker und Wasser in einem Topf und lässt das Zuckerwasser zwei Minuten zu Sirup sprudelnd einkochen. Anschließend werden die Schalen der Zitrusfrüchte abgerieben, die Früchte ausgepresst. Dann den Wein erhitzen, mit Sirup (wer’s nicht so süß mag, nimmt weniger Sirup.“) und dem Zitrussaft und -schalen mischen. Eine zuckersüße Zeitreise. „Gut, dass meine Urgroßmutter das alles aufgeschrieben hat“, freut sich Nina Riss-Rodenhauser, die überlegt, künftige auch mehr zu backen. (Familien-)Tradition verpflichtet.

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Von Stephanie Ebner

Leckeres Rezept für Lebkuchen-Teig

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