Vorwerk weist Schuld von sich

Schon wieder: Thermomix verbrüht junge Mutter

+
Der Thermomix ist ein umstrittener Küchenhit.

Schon im Juli berichteten wir von Verletzungen durch den Thermomix. Nun ist wieder ein Fall von schweren Verbrühungen bekannt geworden.

Die einen können sich ein Leben ohne ihn überhaupt nicht mehr vorstellen, die anderen sehen in ihm das Ende aller Kochkunst: Der Thermomix polarisiert und sorgt nun wieder für Diskussionsstoff.

Im ARD-Markencheck schneidet der "Alleskönner" nicht so gut ab, wie es die Fans vielleicht gerne gesehen hätten. Aber den Aufreger hat man sich bis zum Schluss des Checks aufgehoben. Hier legt das ARD-Team den Finger in eine offene Wunde des Vorzeige-Konzerns.

Opfer beklagen schwere Verbrühungen durch Thermomix

Die Verletzungen soll ein Thermomix verursacht haben.

Eine Frau aus Mannheim beklagt, dass sie sich beim Zubereiten einer Kürbissuppe mit dem Thermomix Verbrühungen zweiten Grades zugezogen habe. Die heiße Flüssigkeit sei mit erstaunlicher Wucht aus dem Gerät (ein TM21) gespritzt und habe sie verbrüht, erzählt die Frau, die lieber unerkannt bleiben will.

Noch schlimmer: "Nur einen Moment zuvor hatte ich noch meinen einjährigen Sohn auf dem Arm", fügt sie hinzu. "Mein Kind hätte komplett entstellt werden können." Die im Bericht gezeigten Verletzungen sind schwer. Die junge Mutter hat einen Anwalt eingeschaltet, um den Unfall, der sich schon 2015 ereignete, endlich zu klären.

Auf Nachfrage des Senders teilt Vorwerk mit, dass es sich um einen Einzelfall handele. Der Thermomix sei absolut sicher. Aber: Auch im Juli wurde von 45 Menschen in Australien berichtet, die sich beim Kochen mit einem Thermomix verletzt hatten. Ein Fall in Deutschland, bei dem sich ein Erdinger verletzt hatte, ist ebenfalls bekannt. Hier handelte es sich aber offensichtlich um einen Bedienfehler. Der Mann hatte statt des Deckels eine Tasse benutzt, um den Thermomix abzudecken.

Mit der verbrühten Frau aus Mannheim hat das ARD-Team das "Thermomix-Problem" auch hierzulande aufgedeckt.

Wie schneidet der Thermomix sonst im Faktencheck ab?

1. Geling-Garantie

Thermomix-Anhänger schwören, dass wirklich jeder mit dem Gerät kochen kann. Das Markencheck-Team schickt einen echten Kochmuffel ins Feld und der schafft es trotz Rezept, den Apfelkuchen zu verbrennen und die Sahne so lange zu schlagen, bis sie Butter geworden ist. Nach ein paar Wochen Übung dann der zweite Versuch, bei dem Sternekoch Frank Oehler das Ergebnis bewertet. Das ernüchternde Fazit: "Gelungen ist das schon. Es hat halt nur nicht geschmeckt."

2. Qualität

Hier ist der Thermomix gegen günstigere Alternativen von Lidl und KitchenAid ins Rennen gegangen und hat klar gewonnen. Im Härtetest ging den Konkurrenten die Puste aus, während der Thermomix im Labor noch stundenlang weiterlief. Das ist ein klares Plus, das bei der Investition von fast 1.200 Euro für einen TM5 aber zu erhoffen war.

Thermomix zu teuer? Die Küchenmaschine können Sie jetzt mieten.

3. Kultfaktor

Im Beitrag spricht ein Mitarbeiter der Stiftung Warentest davon, dass Menschen ihr Abo gekündigt und wütende Briefe geschrieben haben, als dem Thermomix nur die Note Befriedigend gegeben wurde. Der Vertreter spricht von einer regelrechten "Glaubensgemeinschaft", die sich durch das Testurteil persönlich gekränkt gefühlt habe. Fakt ist, dass viele Thermomix-Besitzer glühende Verehrer sind, die die Vorteile der Maschine bei jeder Gelegenheit anpreisen. Die kostenlose Werbung ist dem Konzern mehr als recht.

4. Fairness

Bei diesem Punkt kritisiert das ARD-Team, dass sich Vorwerk als soziales Unternehmen präsentiere, es in Wahrheit aber gar nicht sei. So vermeide das Wuppertaler Unternehmen durch Tricks und Kniffe massiv Steuern. Finanzexperte Markus Meinzer schimpft, dass sich Vorwerk in Deutschland "aggressiv armrechnen" würde. Das ist zwar legal, aber nicht fair oder gar sozial.

Auch seine Mitarbeiter soll Vorwerk nicht gerade auf Rosen betten. Ein Mitarbeiter, der anonym bleiben will, beklagt, dass er in "Scheinselbstständigkeit" habe arbeiten müssen und trotz Vollzeit nur zwischen 1.000 und 3.000 Euro Bruttoverdienst gehabt habe. Ein Leben sei so nur mit staatlichen Zuschüssen möglich gewesen. Dieser Darstellung widerspricht ein Vertreter des Unternehmens: "Würden wir kein attraktives Angebot machen, würden wir ja gar keine Leute bekommen."

Insgesamt sieht also nicht alles so rosig in der Thermomix-Welt aus.

Das könnte Sie auch interessieren:

Obwohl der Thermomix trotz Mängel auf der Wunschliste ganz oben rangiert, gibt es immer wieder Nachahmergeräte, die mit einem günstigeren Preis locken. Wie diese im Vergleich abschneiden, lesen Sie hier.

Außerdem interessant: Mit diesem Superherd greift Miele den Thermomix an.

Sind das die wohl schlimmsten Rezepte der Welt?

Auch interessant

Meistgelesen

Ex-Mitarbeiter warnt: Finger weg von diesem McDonald's Burger!
Ex-Mitarbeiter warnt: Finger weg von diesem McDonald's Burger!
Zu viel Salz in vegetarischen Ersatzprodukten
Zu viel Salz in vegetarischen Ersatzprodukten
Wenn Fleisch so aussieht, sollten Sie es im Kühlregal lassen
Wenn Fleisch so aussieht, sollten Sie es im Kühlregal lassen
So haben Sie noch nie einen Kuchen geschnitten!
So haben Sie noch nie einen Kuchen geschnitten!

Kommentare