Rund um die Occam- und Fei­litzsch­straße

Schwabing: Vier neue Lokale mit guten Konzepten

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Claudia Lahm und Alexander Keller servieren Bio Entrecôte in Ihrem La Bouche in der Haimhauserstraße 8.

München - Alt-Schwabing – einst das Restaurant, Diskotheken- und Kneipenviertel überhaupt, ist dabei, sich neu zu erfinden. Rund um Occam- und Fei­litzsch­straße haben vier neue Lokale mit ganz unterschiedlichen Angeboten eröffnet. Die tz hat sie besucht.

Alt-Schwabing – einst das Restaurant, Diskotheken- und Kneipenviertel überhaupt, ist dabei, sich neu zu erfinden. Junge Gesichter sorgen mit neuen Konzepten für frischen Wind und eine nachwachsende Generation von Gästen. Rund um Occam- und Fei­litzsch­straße haben vier neue Lokale mit ganz unterschiedlichen Angeboten eröffnet. Die tz hat sie besucht.

Essen mit der Familie

Hassa Kohani (l.) und Toni Fröschl haben Mut und frische Ideen. In Ihrem neu eröffneten Plaza Mayor wollen sie die Gäste für eine neue Art zu genießen begeistern. Sharing heißt das Zauberwort. Das bedeutet, dass nicht mehr jeder Gast seinen Teller nur für sich hat, sondern das Essen wird in die Mitte des Tischs gestellt und jeder kann sich oder seine Tischnachbarn nach Gusto bedienen. Diesen Family Style kennt man vom östlichen Mittelmeerraum bis nach Asien – und vom Sonntagsessen bei der Oma. Konsequenterweise verzichten Kohani (Pizzeria Salo) und Küchenchef Fröschl (Ex-Cantina Cantona) auf ihrer international ausgerichteten Speisekarte auf die übliche Einteilung in Vorspeise, Hauptgänge, Dessert. Ihre Unterteilung lautet roh (Salate, ab 6 Euro), kalt (zum Beispiel Saibling mit Gurke und Miso, 11 Euro), warm (Ribeye Steak 18,50 Euro), süß (Desserts ab 6 Euro) und gefroren („Snickers“-Eis 3,80 Euro). Serviert wird an Bistrotischen und an zwei langen Tafeln. Sicherlich eine der spannendsten Neueröffnungen seit geraumer Zeit.

Plaza Mayor, Ursulastr.10, Schwabing, Tel. 089 /74 04 03 21, Montag bis Samstag von 17 bis 2 Uhr

Umzug geglückt

Das ist ein klares Statement: Nach 13 Jahren ist Claudia Lahm mit ihrem La Bouche vom hippen Glockenbachviertel nach Schwabing gezogen – ins ehemalige Ringelnatz. Der Name La Bouche ist geblieben, das Konzept auch: Französische Brasserie-Küche aus hochwertigen Lebensmitteln mit gekonntem Handwerk zubereitet. Das Restaurant ist bio-zertifiziert, Ausnahmen gibt’s nur bei (Wildfang-)Fisch, Schnecken und Muscheln. Auf der ständig wechselnden Karte stehen rund ein Dutzend Vorspeisen, wie warmer Ziegenkäse mit Thymianhonig im Pergament mit Vollkornbrotsalat (9,90 Euro) oder gebratene Entenleber auf Belugalinsen (9,50 Euro). Fisch kommt aus dem Starnberger See (Filets von der Seeforelle auf Gemüsebett 21,50 Euro) und dem Meer (Seewolf auf Sauerkraut, 21,50 Euro). Noch eine kleine Ausnahme von bio: der Marsala in der Sauce zur geschnetzelten Bio-Rinderleber (19,50 Euro). Mittags ist die Auswahl ein wenig kleiner und schlichter und das Licht in dem hohen, angenehm gestalteten Raum noch schöner. Abends ist eine Reservierung unbedingt angeraten.

La Bouche, Haimhauserstr. 8, Tel. 089/26 56 26, Montag bis Samstag von 11 bis 0 Uhr, Sonntag von 10 bis 0 Uhr

Kein Holzweg

Das Lloyds ist Vergangenheit, die Zukunft heißt Wood. Aber auf den Holzweg haben sich Pia Kahrl und Michaela Himpel wohl nicht begeben. Clean Eating lautet ihr Credo und diese Einstellung zum Essen ist derzeit in vieler Munde. Kurz gesagt bedeutet es: Naturbelassene Lebensmittel frisch und schonend zubereitet, Fleisch in Maßen und möglichst keine Zutaten wie raffinierten Zucker, Weißmehl und industriell aufbereitete Fette. Das geht beim Frühstück los „der wichtigsten Mahlzeit des Tages“, wie auf der Speisekarte zu lesen ist. Da gibt es Müsli mit über Nacht durchgezogenen Flocken (4 Euro), gekochte Flockenvarianten (4,50 Euro) und auch Eierspeisen (ab 6 Euro). Die Tageskarte ist mit gut ein Dutzend Gerichten angenehm übersichtlich, die reicht von der Süßkartoffelsuppe mit Kokosöl und Quinoa (5 Euro) bis zum gebratenen Tintenfisch mit Spinat und rotem Reis (15 Euro).

Wood, Occamstr. 6 , Tel. 089/33 73 15, So. bis Mi. 8 bis 23 Uhr, Do. bis Sa. 8 bis 1 Uhr

Gute alte Zeit

Der Albatros ist abgeflogen, jetzt nistet hier Helene. Betreiber Florian Gleibs (Schmock) hat dem Raum warmes Licht spendiert; die Gäste sitzen an kleinen Tischen, ein paar Hocker an der Bar erlauben optimale Einblicke in die offene Küche, aus der eine erstaunliche Bandbreite an Gerichten kommt: Vom arabischen Vorspeisenteller mit zehn Leckereien (14,50 Euro) über Königsberger Klopse (16,50 Euro), bis zum gegrillten Rinderfilet für Mädchen (25,50 Euro inklusiv einer Beilage) oder Buben (250 g 34,50 Euro). Die Weinauswahl ist klein aber pfiffig, offen ausgeschenkt werden Tropfen von den Golanhöhen (0,1 l, 4,50 Euro). So gestärkt geht’s in den großen, gut schallisolierten Disco-Club im Keller – wie in echten alten Schwabinger Zeiten.

Helene, Occamstr. 5, Tel. 089/74  03 52 09, Tägl. 17 bis 1 Uhr

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