in seinem neuen Buch rechnet er ab

Starkoch Trettl lästert über Arroganz der Kollegen

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Roland Trettl kritisiert in „Serviert“ andere Spitzenköche.

München - Star-Koch Roland Trettl hat ein Buch geschrieben: "Serviert – Die Wahrheit über die besten Köche der Welt" (22,99 Euro, ZS-Verlag). Darin rechnet Trettl mit der Arroganz der Spitzenköche ab.

Während seiner Kochlehre in Oberbozen hat er sich nur für Mädels interessiert und statt in Gastronomie-Magazinen im Playboy geblättert. Auch sein Lehrmeister Eckart Witzigmann ist an seiner Unordnung verzweifelt und musste ihn häufig rügen. Klingt nicht so, als ob aus diesem Kerl was geworden wäre. Ist aber so: Roland Trettl schaffte den Sprung von Südtirol nach München: ins Aubergine und ins Tantris. Er wurde Geschäftsführer im Ikarus und im Hangar-7 in Salzburg. Ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern glänzt der 44-Jährige heute als Berater in der Gastronomie und war Gastjuror in der Sat.1-Castingshow The Taste.

Jetzt hat Roland Trettl ein Buch geschrieben: "Serviert – Die Wahrheit über die besten Köche der Welt" (22,99 Euro, ZS-Verlag). Darin rechnet Trettl ab: mit Spitzenköchen (und denen, die sich dafür halten), mit der Arroganz vieler Sommeliers, mit Gault Millau, Michelin und mit Gästen.

„Ich weiß nicht, was passiert. Ob mir gesagt wird, dass ich recht habe oder, dass ich ein Idiot bin“, sagte der Küchenrebell gestern bei der Präsentation seiner „kulinarischen Streitschrift“ im Schumann’s. Die Abrechnung eines Spitzenkochs – das hat es im Gastronomiebereich noch nicht gegeben. Trettl ist der Meinung, dass die Gastronomie eine Branche ist, in der zu viel „geschmeichelt“ und „gespeichelt“ wird. Kaum jemand habe Lust, Klartext zu reden. Warum Trettl sich berufen fühlt, über seine Kollegen zu urteilen, begründet er mit seiner langjährigen Erfahrung als Insider. „Ich habe in 20 Jahren 120 Köche kennengelernt.“ Und er habe schon immer großen Spaß daran gehabt, zu provozieren. Doch der sympathische Südtiroler ist souverän genug, um sich kritisieren zu lassen und akzeptiert Widerspruch: „Wer sich gestört fühlt von meinen Äußerungen oder findet, dass ich einen an der Waffel habe, der darf an meine E-Mail schreiben.“ Sie lautet: dem-trettl-mal-die-meinung-sagen@zsverlag.de

Filet oder Kutteln, Herr Trettl?

Der 44-jährige Südtiroler ist spontan und schlagfertig. Statt eines Interviews haben wir Roland Trettl einige Entweder-Oder-Fragen gestellt. Hier seine Antworten:

Champagner oder Bordeaux?

Roland Trettl: Beides sind Gefühle, die ich nicht brauche. Von Champagner bekomme ich Sodbrennen und Bordeaux brauche ich nicht, um zu genießen. Das hat mit meinem Beruf zu tun: Alkoholische Getränke lenken mich zu sehr von den Speisen ab.

Filet oder Kutteln?

Trettl: Beides von A bis Z. Und ganz viele Gerichte mit Kutteln.

Alm oder Insel?

Trettl: Im Sommer die Alm, im Winter die Insel. Ich mag Schnee nicht.

Whisky oder Gin?

Trettl: Ganz klar, Gin! Ich beneide ja die Männer, die Whisky mit einer Zigarre genießen können. Das vertrage ich nicht. Dafür bin ich zu weicheirig.

Fahrrad oder Ferrari?

Trettl: Bloß kein Ferrari. Da laufe ich lieber zu Fuß.

Juventus Turin oder FC Bayern?

Trettl: AC Mailand. Der Rossoneri ist mir in die Wiege gelegt worden. Und egal gegen wen der FC Bayern spielt – ich bin immer für die Gegenmannschaft.

Kaviar oder Hühnerei?

Trettl: Eier in allen Formen – das ist immer gut.

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