Ein Hoch aufs Bier!

Das müssen Sie zum Tag des Deutschen Bieres wissen

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München - Hoch die Tassen – es gibt etwas zu feiern: Am Donnerstag begeht Deutschland den Tag des Bieres und feiert das 499. Jubiläum des Bayerischen Reinheitsgebots.

Am 23. April 1516 hat der bayerische Herzog Wilhelm IV. das Reinheitsgebot in Ingolstadt erlassen und verfügt, dass zur Herstellung des Gerstensafts nur Hopfen, Gerstenmalz, Wasser und Hefe genutzt werden dürfen. Zwar experimentieren die deutschen Brauer längst auch mit anderen Zutaten, um mit Biermix-Getränken eine jüngere Kundschaft anzulocken – trotzdem ist das Thema Bier in Deutschland immer noch ein ernstes. Die tz stellt seine unterschiedlichen Facetten vor.

Bier und Schönheit

Bier und Schönheit – das passt auf den ersten Blick eher nicht zusammen. Das legendär gewordene T-Shirt mit der Aufschrift „Bier formte diesen wunderschönen Körper“ wird von seinen Trägern dann auch mit einer Art trotzigem Selbstbewusstsein zur Schau getragen. Ganz anders präsentieren sich da die Kandidatinnen zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin (Foto: Schlaf). Doch nicht nur die adretten Bayerinnen zeigen, das Bier schön machen kann – schon die ägyptische Herrscherin Cleopatra wusste, dass Bier für eine glatte und geschmeidige Haut sorgt. Sie setzte allerdings auf die äußere Anwendung per Bierbad. Davon träumen auch heute viele Bierfans, und so beleben einige Kurbäder diese Tradition neu. Nach dem Bad ist das Bier aber nicht mehr trinkbar!

Bier im Sport

Eine seltsame Ehe gehen der Gerstensaft und der Sport ein. Der Leibesübung an sich ist das Bier eher nicht zuträglich und ist allenfalls in der Kreisliga geduldet. Nach einem Titelgewinn des FC Bayern gehört die Bierdusche zum guten Ton. Der konnte sich auch der immer elegante Katalane Pep Guardiola nach dem Gewinn seiner ersten deutschen Meisterschaft mit den Bayern nicht entziehen. Sein Fazit fiel damals eher nüchtern aus: „Es ist kalt. Und es brennt in den Augen“, meinte Guardiola. Aber als Katalane kann er traditionsbewusste Völker wie die Bayern verstehen. Ein Rekord geht nach Westfalen: In der Schalke-Arena befindet sich die mit fünf Kilometern längste Bierpipeline. Böse Zungen sagen, das schmecke man auch.

Deutsches Bier im Ausland

Deutsches Bier ist auch im Ausland ziemlich beliebt. Kaum verwunderlich: Italien ist der größte ausländische Abnehmer. Auf das Land entfielen 20 Prozent der 1,5 Milliarden Liter Bier, die Deutschland im vergangenen Jahr exportierte. Auf Platz zwei und drei folgten Frankreich und die Niederlande mit zwölf und 11,1 Prozent. Deutsches Bier tritt aber auch eine wahre Weltreise an: Denn auf Platz vier und fünf liegen China und die USA. In die Volksrepublik wurden im vergangenen Jahr 152 Millionen Liter Bier ausgeführt, in die USA 104 Millionen Liter. Nach Deutschland wurde übrigens deutlich weniger Bier importiert: lediglich 670 Millionen Liter – 41 Prozent davon stammten aus Dänemark.

Deutsche Biersorten

Bier ist nicht gleich Bier. Wer in Bayern einfach ein Bier bestellt, bekommt in der Regel ein Helles, im Ruhrgebiet ist dagegen das Pils der Normalfall. Im Rheinland greift man zu Kölsch oder Alt – vor lauter Lokalpatriotismus würde aber kein Kölner einfach nur Bier zu seinem Kölsch sagen. Bei der Abstimmung mit den Füßen zeigt sich übrigens, dass die Deutschen dann doch ein Volk der Pilstrinker sind: Mit 34 Millionen Hektolitern ist das Pils die mit Abstand meistverkaufte Biersorte der Republik. Das Helle kommt auf 2,8 Millionen Hektoliter, Kölsch dagegen nur auf eine Million Hektoliter. Vom Export und Weißbier wurden 5 bzw. 4,8 Millionen Hektoliter verkauft. Bayern ist unangefochten Bierland Nummer eins: Von den 1352 deutschen Brauereien liegen stolze 616 im Freistaat.

Bier in der Politik

Aschermittwoch, Gillamoos, Oktoberfest: Für Spitzenpolitiker gehört es zum Beruf, sich gelegentlich mit Bierglas ablichten zu lassen. Beim Trinken nehmen sie es dagegen meist weniger genau als ihre Kollegen auf Ortsverbandsebene. Edmund Stoiber soll sich gar Tee in den Masskrug gefüllt haben, für seinen ewigen Widersacher Gerhard Schröder wäre das nicht infrage gekommen. Kremlchef Wladimir Putin erinnerte sich jüngst an einen Besuch mit Schröder in der Banja, dem russischen Dampfbad: „Die Banja hat Feuer gefangen“, so Putin. „Gerhard, wir brennen!“, habe er gesagt. Schröder habe geantwortet: „Ich trinke erst mein Bier aus – dann gehen wir.“ Daraufhin habe er gerufen: „Bist du verrückt?“ Schröder habe das Bier trotzdem ausgetrunken.

Mk.

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