"Natürlich", "Light" & Co

Diesen Werbe-Versprechen sollten Sie nicht vertrauen

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Hersteller versehen ihre Produkte mit zahlreichen Lobpreisungen.

Die Hersteller bewerben ihre Produkte mit zahlreichen Superlativen und hervorragenden Eigenschaften - doch den Werbe-Versprechen dürfen Sie nicht immer trauen.

Ob "Light", "ohne Konservierungsstoffe" oder "zuckerfrei": Lebensmittelhersteller preisen ihre Produkte mit zahlreichen Eigenschaften an, die den Verbraucher letztendlich nur in die Irre führen und zum Kauf locken sollen. Denn einige der verwendeten Begriffe sind nicht geschützt und können deshalb zu jeder Zeit von den Werbetreibenden verwendet werden.

Was bedeutet "Light"?

"Light"-Produkte suggerieren dem Kunden, dass er ein "leichteres", also kalorien- oder fettärmeres Produkt zu sich nimmt. Diese Lebensmittel haben tatsächlich wengier Kalorien - dafür fügen die Hersteller aber Zucker hinzu, damit der Geschmack nicht darunter leidet. Auch Susanne Klaus, Professorin für Ernährung und Energiestoffwechsel von der Universität Potsdam erklärte Focus Online das Problem mit den "Light"-Produkten: "Sie sättigen dafür aber auch schlechter, sodass Sie mehr davon essen müssen, um nicht mehr hungrig zu sein."

Stimmt die Aussage „ohne Konservierungsstoffe“?

Produkte, die mit der Aussage „ohne Konservierungsstoffe“ beworben werden, sollten diese grundsätzlich auch nicht beinhalten. Werden Waren, die laut Gesetz ohnehin ohne Konservierungsstoffe zu behandeln sind, trotzdem auf diese Weise angepriesen, gibt es Ärger von der Lebensmittelüberwachung. Denn sie suggerieren, dass ähnliche Produkte sich nicht an den Standard halten würden. Laut Bild finden Lebensmittelhersteller aber auch hier ein Schlupfloch, indem andere Zusatzstoffe wie Antioxidationsmittel oder Säuerungsmittel verwendet werden.

„Natürlich“ ist nicht gleich „bio“

Mit Begriffen wie natürlich soll an Bio-Produkte erinnert werden, die aus besonders schonender Herstellung stammen – doch auch diese Lebensmittel sind mit Vorsicht zu genießen. Der Begriff „natürlich“ ist nicht geschützt und kann von jedem verwendet werden. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Ausdrücke „Öko“, „ökologisch“, „Bio“ und „biologisch“. Auch Produkte mit dem EU-Bio-Logo sind getestet und entsprechen der europäischen Norm.

Hier finden Sie eine kleine Übersicht zu den gebräuchlichsten Biosiegeln und was sie bedeuten. 

„Ohne Zuckerzusatz“

Dieser Werbespruch bedeutet einfach nur, dass keine extra Portion Zucker bei der Verarbeitung hinzugefügt wurde. Alles, was von Natur aus an Zucker enthalten ist, wie zum Beispiel bei Fruchtsäften, ist immer noch erlaubt. Deshalb gibt es von der Health-Claims-Verordnung die Empfehlung, Produkte dieser Art mit der Aufschrift „enthält von Natur aus Zucker“ zu kennzeichnen.

Nicht ganz „zuckerfrei“ …

…sind Produkte mit dieser Aufschrift. Auch hier sind noch 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm oder Milliliter erlaubt.

Übrigens führt Coca Cola bald eine neue Sorte ein: Auch die soll völlig ohne Zucker sein.

Reißerische Produktbeschreibungen

Ein „Crispy Chicken“ ist nicht zwangsweise ein besonders knuspriges Hühnchen, sondern kann auch nur ein zusammengefügtes, paniertes Hähnchenbrustfleisch sein. Deshalb sollten Sie beim Kauf genau auf die Verkehrsbezeichnung des Produktes achten.

Mogelpackungen

Oft werden – unbemerkt vom Verbraucher – weniger Portionen für den gleichen Preis verkauft. Lebensmittelhersteller verwenden einfach eine Packung der gleichen Größe, füllen diese aber nicht mehr ganz voll auf. Im Januar 2017 nominierte die Verbraucherzentrale unter anderem Choco Crossies von Nestlé oder die Miracoli-Pasta-Saucen als zwei von fünf „Mogelpackungen des Jahres“. Besonders misstrauisch sollten Sie bei Produkten sein, die ein neues Design erhalten oder mit einer verbesserten Qualität beworben werden.

"Regionale" Produkte

Was „regional“ ist oder nicht, ist nicht gesetzlich festgelegt. Deshalb können bei Produkten mit dieser Bezeichnung die Herkunft der Lebensmittel, aber auch der Standort des Händlers gemeint sein. Teilweise sind mit dem Begriff „regional“ ganze Bundesländer eingeschlossen oder Produkte aus Österreich. Deshalb sollten Sie auch hier nochmal genau die Verpackungsbeschreibung unter die Lupe nehmen.

Lesen Sie hier, wie Verbraucher durch ein kleines Wort beim Joghurt-Kauf getäuscht werden.

Von Franziska Kaindl 

500 Euro: Diese Kartoffeln sind eine echte Investition

Lebensmittel können als Delikatessen gelten. Aufgrund von Seltenheit oder komplizierter Herstellung steigt der Preis für manche Köstlichkeiten ins Unermessliche...
Lebensmittel können als Delikatessen gelten. Aufgrund von Seltenheit oder komplizierter Herstellung steigt der Preis für manche Köstlichkeiten ins Unermessliche... © pixabay
Bonnotte-Kartoffel: Die französische Kartoffelsorte wird in erster Linie auf der Insel Noirmoutier angebaut. Feinschmecker legen für die Knolle gut und gerne 500 Euro pro Kilo hin.
Bonnotte-Kartoffel: Die französische Kartoffelsorte wird in erster Linie auf der Insel Noirmoutier angebaut. Feinschmecker legen für die Knolle gut und gerne 500 Euro pro Kilo hin. © pixabay
Elchkäse ist eine seltene Delikatesse, denn die Haltung ist aufwendig, die Störanfälligkeit beim Melken hoch und Mengen an gewonnener Milch gering. Daher ist der Elchkäse der wahrscheinlich teuerste Käse der Welt: Ein Kilo kostet rund 500 Euro.
Elchkäse ist eine seltene Delikatesse, denn die Haltung ist aufwendig, die Störanfälligkeit beim Melken hoch und Mengen an gewonnener Milch gering. Daher ist der Elchkäse der wahrscheinlich teuerste Käse der Welt: Ein Kilo kostet rund 500 Euro. © pixabay
Bellota-Schinken, oder auch Jamón Ibérico de Bellota, ist ein Schinken vom Ibérico-Schwein. Der Gourmet-Schinken kostet etwa 220 Euro pro Kilo.
Bellota-Schinken, oder auch Jamón Ibérico de Bellota, ist ein Schinken vom Ibérico-Schwein. Der Gourmet-Schinken kostet etwa 220 Euro pro Kilo. © pixabay
In Deutschland ist er aufgrund seiner Giftigkeit bei falscher Zubereitung verboten, in Japan ist er dagegen eine Delikatesse: Dort zahlt man für Kugelfisch, der auch Fugu genannt wird, 500 Euro pro Kilogramm.
In Deutschland ist er aufgrund seiner Giftigkeit bei falscher Zubereitung verboten, in Japan ist er dagegen eine Delikatesse: Dort zahlt man für Kugelfisch, der auch Fugu genannt wird, 500 Euro pro Kilogramm. © pixabay
Kobe-Rind aus Japan gilt als bestes Fleisch der Welt. Dafür ist es auch das teuerste: 100 Gramm von dem Delikatessen-Fleisch kosten rund 70 Euro.
Kobe-Rind aus Japan gilt als bestes Fleisch der Welt. Dafür ist es auch das teuerste: 100 Gramm von dem Delikatessen-Fleisch kosten rund 70 Euro. © pixabay
Die Yubari-Honigmelone könnte gut und gerne auch Goldmelone genannt werden: Die aus Japan kommende Frucht wird vor Ort wie ein Juwel gehandelt. Erst 2016 zahlte ein Händler umgerechnet 24.000 Euro für zwei der hochgelobten Melonen.
Die Yubari-Honigmelone könnte gut und gerne auch Goldmelone genannt werden: Die aus Japan kommende Frucht wird vor Ort wie ein Juwel gehandelt. Erst 2016 zahlte ein Händler umgerechnet 24.000 Euro für zwei der hochgelobten Melonen. © pixabay
Auch der Blauflossen-Thunfisch ist in Japan der Hit: Bei einer Auktion in Japan 2016 hat ein Blauflossen-Thunfisch einen Preis von mehr als 100.000 Euro erzielt. Die Thunfischart ist aber nicht nur teuer: Sie ist auch vor dem Ausstreben bedroht.
Auch der Blauflossen-Thunfisch ist in Japan der Hit: Bei einer Auktion in Japan 2016 hat ein Blauflossen-Thunfisch einen Preis von mehr als 100.000 Euro erzielt. Die Thunfischart ist aber nicht nur teuer: Sie ist auch vor dem Ausstreben bedroht. © pixabay
Der echte Beluga Kaviar vom Stör ist eine der teuersten Kaviar-Sorten der Welt: Er kostet 2.200 bis 4.500 Euro pro Kilogramm.
Der echte Beluga Kaviar vom Stör ist eine der teuersten Kaviar-Sorten der Welt: Er kostet 2.200 bis 4.500 Euro pro Kilogramm. © pixabay
Safran ist das teuerste Gewürz der Welt, wird es in mühevoller Handarbeit geerntet und dann in winzigen Mengen abgefüllt. Für nur fünf Gramm Safran werden etwa 800 Safranblüten benötigt. In Gourmetmärkten kostet 1 Gramm Safran rund 18 Euro.
Safran ist das teuerste Gewürz der Welt, wird es in mühevoller Handarbeit geerntet und dann in winzigen Mengen abgefüllt. Für nur fünf Gramm Safran werden etwa 800 Safranblüten benötigt. In Gourmetmärkten kostet 1 Gramm Safran rund 18 Euro. © pixabay

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