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Beerenauslese

Trockener Herbst sorgt für süße Weine

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Der warme und trockene Herbst beschert den Winzern in diesem Jahr einen besonders süßen Most. Foto: Boris Roessler

Mit 321 Grad Oechsle erreicht ein Weinmost von der Mosel den höchsten Zuckergehalt. Manche Winzer warten noch, bis sie ihre letzten Trauben lesen. Unterdessen werden bereits die ersten Flaschen des 2018er Jahrgangs abgefüllt.

Bodenheim (dpa) - Nach dem Ende der Hauptlese haben die Winzer im November auch ihre Beerenauslesen weitgehend abgeschlossen. Dank des warmen und trockenen Herbstes holten sie diesmal ungewöhnlich süße Moste in den Keller.

Den höchsten Oechsle-Grad - also das Maß für den Zuckergehalt im Traubensaft - erzielte in einer Umfrage des Deutschen Weininstituts zu Trockenbeerenauslesen das Weingut Dr. Hermann in Erden an der Mosel mit 321 Grad. "Das ist schon außergewöhnlich hoch", sagte Weininstitutssprecher Ernst Büscher in Bodenheim bei Mainz.

Ein Grad Oechsle entspricht grob zwei Gramm Zucker je Liter Most. Der bisher höchste Oechsle-Wert eines Weinmosts wurde nach Angaben des Deutschen Weininstituts im Jahr 2003 mit 331 Grad gemessen. Das Mindestmostgewicht für eine Trockenbeerenauslese liegt bei 150 Grad Oechsle. Beerenauslesen fangen bei 120 Grad Oechsle an.

An zweiter Stelle folgte das Weingut Schloss Reinhartshausen im Rheingau (308) vor dem Weingut Karl Haidle (304) in Kernen-Stetten (Württemberg). Die Auswertung ist weder umfassend noch abschließend. Einige Winzer warten zurzeit noch bis zu ihrer Trockenbeerenauslese.

In mühsamer Handarbeit wurden je Weinberg meist zwischen 50 und 200 Litern erzeugt, wie die Umfrage ergab. Eine Besonderheit in diesem Jahr sei es, "dass die Traubenbeeren ausgesprochen gesund zu Rosinen eingetrocknet sind", erklärte das Weininstitut. Damit seien sehr hochwertige Weine zu erwarten.

Kennzeichnend für Beerenauslesen ist eine hohe Restsüße - also noch nicht zu Alkohol vergorener Zucker. Mit meist etwa sieben Prozent Volumengehalt Alkohol sind diese als edelsüß bezeichneten Spezialitäten in dieser Hinsicht deutlich leichter als andere - bei Beerenauslesen und den bis zum Frost aufbewahrten Eiswein sieht das Weingesetz einen Mindestwert von 5,5 Prozent vor, sonst sind es 7 Prozent. Da auch die Säure in den vertrockneten Trauben konzentriert erhalten bleibt, ermöglichen Beerenauslesen besonders intensive Aromen.

Die meisten Beerenauslesen wurden nach Angaben des Weininstituts mit Trauben der Rebsorte Riesling erzeugt. Die Winzer reservierten gelegentlich aber auch Rebstöcke der Sorten Spätburgunder, Scheurebe oder Gewürztraminer für ihre Beerenauslesen.

Während noch Trauben für die letzten Trockenbeerenauslesen an den Rebstöcken hängen, werden bereits die ersten Weine des 2018er Jahrgangs in Flaschen abgefüllt. Allein in Rheinland-Pfalz seien bis Anfang November mit 66.000 Hektolitern bereits drei Mal so viel Weine abgefüllt worden wie zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres, sagte Büscher. Die Traubenlese begann in diesem Jahr schon am 6. August in Lörzweiler in Rheinhessen, so früh wie nie zuvor.

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