tz-Biergartenserie

Er ist der Erste am Viktualienmarkt

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Anton Binder ist Fan des Biergartens am Viktualienmarkt.

München - Anton Binder ist Stammgast im Biergarten am Viktualienmarkt. Der gelernte Metzger ist schon immer ganz früh da - und genießt hier seinen Ruhestand.

Heute sind wir am Nahrungsnabel der Stadt. Für viele das schönste Fleckerl Münchens - und hier, im Biergarten am Viktualienmarkt, trifft man so ziemlich das am buntesten gemischte Publikum, das man in einer Münchner Oase für den Durst und Hunger antreffen kann.

Apropos Hunger: Rund 80 Kilo Obazda, erzählt uns die Wirtin Michaela Hochreiter (46), werden hier täglich frisch gemacht. Hier kehren die Hiesigen ein, die Standlbesitzer nehmen sich ihr Mittagessen mit - und natürlich wimmelt es auch von Touristen. Ein kunterbuntes Publikum, über das Michaela Hochreiter einiges zu erzählen weiß. Etwa über die kulinarischen Eigenheiten: „Japaner essen alles ohne Gebäck - auch die Brat- oder Weißwurst. Und Italiener essen gerne zu allem Mayonnaise und Ketchup.“

All dies ist einem echten Münchner natürlich denkbar fremd. Einer, den es hier seit 15 Jahren täglich hinzieht, wenn das Wetter mitspielt, ist Anton Binder. Der 78-Jährige genießt seinen Ruhestand hier immer als einer der Allerersten. Und sitzt immer im bedienten Bereich, weil er das Publikum hier sehr schätzt und alles ein bisserl ruhiger über die Bühne des Bieres geht. „Gspinnerte mag i ned so gern.“

Und so sieht, bei schönem Wetter, der Vormittag Binders aus: „Draußen bei mir in Berg am Laim is ja nix. Also geht’s in der Früh rein in die Stadt, dann setz ich mich hier in den Biergarten und trink ein Bier. Danach lauf ich noch ein bisserl durch die Gegend und zum Mittagessen geht’s wieder heim. Meine Frau kocht ja schließlich.“

Und das hervorragend, betont der Anton. Das heißt nicht, dass er die Küche hier nicht schätzt: „Hier kannst du essen, was du magst - das schmeckt alles.“ Und er muss es wissen, schließlich war er früher Metzger. Gibt’s denn zu Haus auch fleischlose Tage? Binder verzieht fein sein Gesicht. „Nein. Na gut, alle heilige Zeit gibt’s mal einen Pfannkuchen. Aber meine Frau mag genau wie ich auch Fleisch.“

Ob es Fleischsorten gibt, die besonders schwierig zuzubereiten sind? Binder überlegt kurz und sagt dann entschieden: „Nein. Alles ist auf seine Art schwierig. Wenn man etwas allerdings lieblos macht, dann wird’s nix.“ Viel von der Welt hat Binder früher gesehen. „Mir waren in Schweden, in Russland, in Griechenland und natürlich“ - er nickt seinem Tischgenossen zu, der aus dem südlichen Nachbarland kommt - „in Österreich.

Aber es ist schon so: Daheim ist’s einfach am schönsten. Und wenn das Wetter schön ist, dann passt’s. Warum sollt ich mich da verpflanzen?“  

Alle Infos zum Biergarten am Viktualienmarkt gibt's hier.

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