Schwere Verbrennungen in Australien

Bereits 45 Verletzte: Wie gefährlich ist der Thermomix?

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Beliebt bei deutschen Hausfrauen: Der Thermomix der Firma Vorwerk.

Der Thermomix ist aus deutschen Küchen kaum wegzudenken. In Australien soll ein fehlerhaftes Gerät aber zu schlimmen Unfällen geführt haben.

Durch einen Thermomix wurden laut mehrerer Presseberichte bisher 45 Menschen in Australien verletzt. Sie alle zogen sich schwere Verbrennungen zu, während sie Suppe zubereiteten. Neun von ihnen mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden. Doch wie kam es dazu? 

Fehlerhafter Dichtungsring: Vorwerk muss in Australien vor Gericht 

Schuld soll ein fehlerhafter Dichtungsring gewesen sein, wie Spiegel Online bereits 2016 berichtete. Das rief die oberste Verbraucherschutzorganisation ACCC auf den Plan, bei denen sich viele betroffene Kunden beschwerten. Jetzt muss sich der australische Distributor Thermomix in Australia (TiA) im nächsten Monat vor Gericht verantworten, wie das Nachrichtenportal 9news meldet. 

Das betroffene Gerät TM31 wird zwar seit 2014 nicht mehr vertrieben, dennoch hätte es laut Spiegel Online ein ganzes Jahr gedauert, bis die Firma das Gerät offiziell zurückgerufen hatte. Bis dahin sollen mehr als 105.000 Exemplare des Modells verkauft worden sein, wie 9news weiter berichtet.

ACCC kritisiert, sie hätten gemäß der Vorschriften von Thermomix in Australia schon nach zwei Tagen über Verletzungen informiert werden müssen. 

Was sagt Vorwerk zu den Unfällen? Der Hersteller bedauert die Vorfälle und zeigt sich laut Spiegel Online in einer Stellungnahme betroffen: "Die Sicherheit, das Wohlergehen und die Unterstützung unserer Kunden waren und sind immer unser oberstes Gebot." 

Vorwerk widerspricht Presseberichten

Den Vorwürfen der Presseberichte, zu spät reagiert zu haben, widerspricht Vorwerk jedoch gegenüber Merkur.de / Tz. de: "Es gab bereits 2014 eine weltweite Austauschaktion des Dichtungsrings bei den potenziell betroffenen Geräten. Mit dem in diesem Zusammenhang damals eingeführten grünen Dichtungsring sind uns auch seitdem keine vergleichbaren Vorfälle wie in Australien bekannt. Der Thermomix ist ein sicheres Produkt, solange die Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung beachtet werden." Weitere Sicherheitshinweise können Thermomix-Kunden mit dem betroffenen Gerät TM31 auf der Internetseite von Vorwerk einsehen.

Desweiteren widerspricht Vorwerk, es habe einen offiziellen Rückruf gegeben: "Vorwerk hat den TM31 nicht vom Markt genommen (sprich: die Geräte von Kunden zurücksenden lassen oder ähnliches). Es wurde im Rahmen einer vorsorglichen Sicherheitsmaßnahme lediglich der Dichtring des Geräts ausgetauscht." 

Dass das alte Modell TM31 nicht mehr vertrieben wird, liege außerdem an der Einführung des neuen TM5. "Dieser Modellwechsel hat aber nichts mit den Vorfällen zu tun", so Vorwerk.

Thermomix-Unfall auch in Deutschland 

Auch in Deutschland soll es laut Berichten des Online-Magazins Stern.de zu Verbrennungen mit dem Modell TM31 gekommen sein. Ein Mann aus Erding habe sich schwere Verbrennungen zugezogen, als er sich eine Karotten-Kartoffel-Suppe kochte. Auf der höchsten Stufe schoss auf einmal die kochend heiße Flüssigkeit heraus. Die Folge: Verbrennungen ersten und zweiten Grades an Gesicht, Armen und Oberkörper. 

Allerdings soll sich dieser Mann seine Verbrennungen durch einen Bedienfehler zugezogen haben: Statt mit dem mitgelieferten Deckel deckte er die Öffnung mit einer Tasse ab.

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