Kaffeepreise

Warum ist Kaffee in Deutschland so teuer?

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Kaffee ist aktuell so teuer wie lange nicht mehr.

Kaffee wird zuhause, im Büro und unterwegs getrunken. Nicht umsonst gilt er als Lieblingsgetränk der Deutschen. Doch der Kaffeelust zu frönen ist nicht günstig.

Erst Anfang des Jahres hatte der deutsche Kaffeeröster Tchibo seine Preise pro 500-Gramm-Packung erhöht. Ein Pfund der Sorte "Feine Milde" kostet nun 5,99 Euro statt 5,69 Euro. Die Einkaufspreise für Rohkaffee seien gestiegen, ebenso sei der Dollar teurer geworden, so das Unternehmen. Sollte der Kaffee wieder günstiger werden, werde auch Tchibo die Preise wieder senken.

So beliebt wie Kaffee ist kein Getränk in Deutschland

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee liegt in Deutschland bei rund 160 Litern und liegt damit noch vor Mineralwasser und Bier. Und die Beliebtheit wird nicht weniger: Über acht Millionen Tonnen der Rohbohnen werden pro Jahr geerntet. Zu den größten Kaffee-Exporteuren gehören Brasilien, Vietnam und Kolumbien.

In Deutschland stehen viele Kaffee-Liebhaber nur ein paar wenigen Anbietern entgegen: Sechs Kaffee-Konzerne beherrschen einen Großteil des deutschen Marktes. Dazu zählen unter anderem Aldi und Tchibo.

Durch die steigende Beliebtheit von Kaffee erhöht sich auch der weltweite Konsum, was wiederum zu immer weniger verfügbaren Ressourcen an Kaffee führt. Zudem ist die Verfügbarkeit stark von den Ernteerträgen abhängig.

Ein Blick auf die Kaffeepreise der letzten Jahren zeigt: Laut dem statistischen Bundesamt schwanken die Preise stark. In Deutschland wurden im Kaffeepreis-Index 2016 neun Städte verglichen.

Am wenigsten kostet Kaffee im Schnitt demnach in Leipzig mit 1,77 Euro, am meisten in Frankfurt am Main mit 1,98 Euro. In München kostet Kaffee durchschnittlich 1,96 Euro pro 500-Gramm-Packung, in Hamburg sind es 1,93 Euro.

In diesen Städten ist Kaffee besonders günstig

Laut Kaffeepreis-Index 2016 bietet Rio de Janeiro mit 0,94 Euro den günstigsten Durchschnittspreis für Kaffee. Pro Tasse zuhause sind das 0,11 Euro. In Italien oder Spanien ist Kaffee ebenfalls günstig zu erwerben: In Mailand kostet er 1,42 Euro, in Sevilla 1,43 Euro.

Kaffee-Wucher: Hier ist das Koffeingetränk sehr teuer

In Dänemark oder der Schweiz kann es dagegen teuer werden: Der Durchschnittspreis von Kaffee in Zürich liegt bei satten 3,24 Euro, in Kopenhagen bekommt man den schwarzen Muntermacher für durchschnittlich 3,01 Euro.

Hätten Sie es gewusst?

Laut Stiftung Warentest ist Kaffee eine Mischung unterschiedlicher Stoffe. Von ihnen seien zwar einzelne bedenk­lich, in der Zusammensetzung aber nicht schädlich für die Gesundheit. Auch die Welt­gesund­heits­organisation WHO kommt zu dem Ergebnis: Es gebe keinen Beleg, dass Kaffee das Krebs­risiko erhöhe.

Im Gegenteil: Es gebe sogar Hinweise, dass er vor manchen Tumorarten schütze. Forschungen der Harvard-Universität ergaben zudem: Bis zu fünf Tassen Kaffee beziehungs­weise Espressi am Tag können die Lebens­erwartung erhöhen und vor Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen schützen.

Schwarz und stark: Perfekter Kaffee ist Geschmackssache

Geschmackssache: Helle Röstungen sind fruchtiger und säurebetonter als dunkle. Foto: ars vivendi verlag/Thomas Schweiger
Geschmackssache: Helle Röstungen sind fruchtiger und säurebetonter als dunkle. Foto: ars vivendi verlag/Thomas Schweiger © Thomas Schweiger
Heiß und dunkel: Frisch zubereitet schmeckt ein Espresso am besten. Foto: ars vivendi verlag/Daniel Duve
Heiß und dunkel: Frisch zubereitet schmeckt ein Espresso am besten. Foto: ars vivendi verlag/Daniel Duve © Daniel Duve
Espresso ist ein Aromakonzentrat - verwendet werden meist Bohnen aus dunklen Röstungen mit mehr Röstaromen. Foto: Deutscher Kaffeeverband
Espresso ist ein Aromakonzentrat - verwendet werden meist Bohnen aus dunklen Röstungen mit mehr Röstaromen. Foto: Deutscher Kaffeeverband © Deutscher Kaffeeverband
Schön cremig: Grundlage eines Cappuccino ist ein Espresso, der mit aufgeschäumter Milch verlängert wird. Foto: ars vivendi verlag/Thomas Schweiger
Schön cremig: Grundlage eines Cappuccino ist ein Espresso, der mit aufgeschäumter Milch verlängert wird. Foto: ars vivendi verlag/Thomas Schweiger © Thomas Schweiger
Bei einem Milchkaffee kommt kein Espresso zum Einsatz - Grundlage ist in diesem Fall Filterkaffee. Foto: Deutscher Kaffeeverband
Bei einem Milchkaffee kommt kein Espresso zum Einsatz - Grundlage ist in diesem Fall Filterkaffee. Foto: Deutscher Kaffeeverband © Deutscher Kaffeeverband
Der Buchautor und Kaffee-Experte Thomas Schweiger war 2010 und 2012 Deutscher Baristameister. Foto: Thomas Schweiger
Der Buchautor und Kaffee-Experte Thomas Schweiger war 2010 und 2012 Deutscher Baristameister. Foto: Thomas Schweiger © Thomas Schweiger

Von Simona Asam

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