Lavendel, Linde oder Klee

Was in Sortenhonig stecken muss

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Je nach Art der gesammelten Blütenpollen hat Honig eine dunkle oder hellere Farbe. Foto: Franziska Gabbert

Waldhonig ist dunkel, Kleehonig hell - viel mehr wissen Verbraucher über die verschiedenen Honigsorten meist nicht. Dabei müssen die Sorten neben der Farbe auch ein charakteristisches Aroma und eine besondere Konsistenz aufweisen.

München (dpa/tmn) - Honig ist nicht gleich Honig: In den Regalen im Supermarkt finden Verbraucher viele verschiedene Sorten - die sich nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich unterscheiden.

So schmeckt Rapshonig eher kohlartig, Lavendelhonig minzig, Waldhonig harzig und Akazienhonig blumig, erklärt Helmut Horn, Experte für Honiganalyse an der Landesanstalt für Bienenkunde im baden-württembergischen Hohenheim.

Doch wie entstehen eigentlich Sortenhonige, obwohl die Bienen alle möglichen Blüten anfliegen? Damit Honig einer bestimmten Sorte zuzuordnen ist, muss der Nektaranteil zu mindestens 60 Prozent aus der jeweiligen Pflanze stammen. Überprüft werden kann das nur mit einer Honiganalyse im Labor, erklärt Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern. Bienen sind außerdem "blütenstet", das heißt, sie bevorzugen nur eine einzige Pflanzenart, solange diese ergiebig ist.

Außerdem dürfen beim fertigen Honig Farbe, Aroma, Konsistenz sowie Zucker- und Mineralstoffgehalt nicht zu stark von der typischen Sorte abweichen. Erst wenn alle Eigenschaften übereinstimmen, darf der Imker seinen Honig als Sortenhonig bezeichnen.

Europaparlament fordert härtere Strafen für Honigfälscher

Das Europäische Parlament verlangt größere Anstrengungen im Kampf gegen gefälschten Honig. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag in Brüssel mit 560 zu 27 Stimmen für eine entsprechende Resolution. Es geht dabei um Honig, der zum Beispiel mit Zucker gestreckt wird oder die strengen Qualitätsstandards für das Naturprodukt verletzt.

Die Parlamentarier wollen bessere Kontrollen, härtere Strafen und klarere Kennzeichnungen. Daneben fordern sie mehr Geld für nationale Bienenzuchtprogramme und das Verbot schädlicher Pestizide.

Dem Beschluss zufolge erfüllt vor allem Import-Honig europäische Standards häufiger nicht. Rund 200 000 Tonnen Honig importiert die EU jährlich, während ihre Mitgliedsländer etwa 250 000 Tonnen pro Jahr selbst erzeugen. Laut Experten wird Honig in Deutschland besonders streng und engmaschig kontrolliert.

Neben China sind Mexiko und die Ukraine wichtige Exportländer. Vor allem Honig aus China - weltgrößter Exporteur und größter Lieferant Europas - steht immer wieder unter Pansch-Verdacht. Imker in den großen EU-Erzeugerländern wie Rumänien, Spanien oder Ungarn leiden unter einem Preisverfall für Honig durch günstige Importprodukte.

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