Interview

Was wird der nächste Gastro-Trend, Herr Henssler?

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TV-Koch Steffen Henssler.

Fulda - TV-Koch Steffen Henssler startet bald mit einer Bühnenshow durch Deutschland. Der Jäger des guten Geschmacks nimmt die Zuschauer mit auf eine kulinarische Weltreise: das Interview.

Fernsehkoch Steffen Henssler geht vom 9. April an auf große Live-Tour. Mit seinem Bühnen-Programm „Hamburg, New York, Tokio - Meine kulinarische Weltreise“ macht er an bundesweit mehr als zwei Dutzend Orten Station. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht der 41-Jährige über Infotainment, kulinarische Herausforderungen und Trends aus Asien - und eigene, wenn auch seltene Missgeschicke in der Küche.

Eine kulinarische Weltreise als Bühnenprogramm. Wie läuft das?

Henssler: Es gibt eine große Küche auf der Bühne. Ich koche mich durch Gerichte aus verschiedenen Ländern, die mich begeistert haben. Zwischendurch erzähle ich Anekdoten. Es gibt Musik, Lichteffekte, Gedichte - zweieinhalb Stunden Infotainment. Die Leute lernen auch: Wie geht die schnellste Hollandaise? Wie der beste Burger? Singen werde ich aber nicht, das kam zuletzt nicht so gut an (lacht).

Was für exotische Gerichte haben Sie dabei kennengelernt?

Henssler: Ich werde von meiner Asien-Reise erzählen. In Peking habe ich einiges probiert: Käfer und Maden. Die essen sogar Seepferdchen und Hasenköpfe. Da überkam mich zwar hier und da leichter Ekel, aber als Koch ist man abgehärtet. Schlange habe ich auch gegessen. Da sagten einige: "Schmeckt wie Hühnchen." Das konnte ich aber nicht bestätigen.

Was nehmen Sie von diesen Reisen für ihre Rezeptsammlung mit?

Henssler: Ich schaue auch im Urlaub immer wieder nach neuen Zutaten oder Garmethoden. Man lernt ständig dazu. Spannend ist auch die thailändische Küche. Dass man Limonenblätter auch Frittieren kann, wusste ich nicht. Die gibt's jetzt auch auf meiner Karte.

Was hat das Potenzial zum nächsten Gastro-Trend?

Henssler: Die chinesische Küche ist immer mehr im Kommen. Die breitet sich nach der japanischen Küche nun auch in der gehobenen Gastronomie zunehmend aus. Sie hat unheimlich viele Facetten. Dim Sum, diese kleinen Vorspeisen, gedämpft oder frittiert, sind sehr interessant. In der kantonesischen Küche gibt's auch fantastische Gelees.

Sie sind seit 24 Jahren Koch. Was bereitet ihnen da noch Mühe?

Henssler: Handwerklich traue ich mich an alles ran. Aber auf Desserts habe ich meist nicht viel Lust und Laune. Manchmal unterläuft auch mir da ein Malheur. Neulich gab's in meiner Show „Grill den Henssler“ Käsesuppe statt Käsekuchen. Manchmal quatsche ich halt zu viel. Und dann vertue ich mich beim Timing.

Ihre Leibspeise ist Sushi. Aber wer ist Ihr Lieblingskoch?

Henssler: An Jamie Oliver kann man sich immer mal orientieren. Er ist sehr umtriebig und probiert eine Menge aus.

Wie tief tauchen Sie eigentlich in die regionalen Klassiker der deutschen Küche ein? Mögen Sie - typisch hessisch - Grüne Soße?

Henssler: Sensationell, die mag ich gern - eine geile Soße. Esse ich gern zu Pellkartoffeln. Aber auch Zwiebelkuchen und Apfelwein - alles sehr lecker. Die regionale Bandbreite der deutschen Küche ist beeindruckend.

ZUR PERSON: Steffen Henssler (41) ist ein deutscher Koch, der mittlerweile in diversen Fernsehformaten mitgewirkt hat. Aktuell ist er unter anderem in „Der Restauranttester“ (RTL) und „Grill den Henssler“ (Vox) zu sehen. Seine Fernsehkarriere begann vor zehn Jahren im NDR Fernsehen. Henssler betreibt in Hamburg zwei Restaurants, das „Henssler & Henssler“ zusammen mit seinem Vater sowie das „Ono by Steffen Henssler“. Einen Lotto-Gewinn von 44 000 D-Mark nutzte er vor Jahren, um sich von japanischen Meistern zum Sushi-Koch ausbilden zu lassen.

dpa

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