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ADAC erklärt: Darum muss die Stadt München sich für mehr Mobilität einsetzen

Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern.
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Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern, freut sich auf die IAA Mobility 2021 in München.

Die Rolle der Mobilität in unserer Gesellschaft ist enorm: Der ADAC erklärt, weshalb beispielsweise gut ausgebaute Verkehrsnetze von großer Relevanz sind.

Räumliche Mobilität geht weit über das Thema Verkehr hinaus. Es ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft, mobil sein zu können – und somit auch eine Voraussetzung für den Wohlstand. Nur mit Mobilität sind die Entwicklung eines Gemeinwesens, der Güter- und Arbeitsmärkte sowie der Zugang zu Bildung und zu den Leistungen von Wirtschaft und Staat möglich.

Der Einfluss des Personen- und Güterverkehrs auf die Gesellschaft

Mobilität, Wirtschaft und Gesellschaft hängen eng zusammen und sind fortlaufend im Wandel: Verändern sich die Rahmenbedingungen des Personen- und Güterverkehrs, wirkt sich das auch auf die gesellschaftlichen Beziehungen und das Verkehrsaufkommen aus. Der Wandel von Mobilität, Ökonomie, Gesellschaft und Raum wirft viele Fragen auf: Re-Urbanisierung und demographische Entwicklungen verlangen nach neuen Konzepten zur Sicherstellung von Mobilität und sozialer Teilhabe. Die Verdichtung in Metropolregionen und die daraus resultierenden verkehrspolitischen und stadtpolitischen Maßnahmen auf Raum und Gesellschaft müssen bedacht werden. „Gleichzeitig ist die Mobilität Motor unserer Volkswirtschaft – heute und in Zukunft. Gerade von Arbeitskräften wird Mobilität erwartet, auch um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Das bedeutet, dass die Infrastrukturen bedarfsorientiert und leistungsfähig ausgebaut werden, um die Vorteile der jeweiligen Verkehrsträger bereitstellen zu können. Beispielsweise können intelligente Verkehrssysteme dazu beitragen, Verkehre insgesamt sicherer und effizienter abzuwickeln, also Verkehrsunfälle zu vermeiden sowie Stauzeiten und Umweltbelastungen zu reduzieren“, so Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern.

Auch im Fern- bzw. Güterverkehr müssen Verkehrsleitsysteme ausgebaut werden, beispielsweise mit dynamischen Anzeigen, die auf freie Parkplätze in der Umgebung hinweisen, aber auch die Verkehrsflusssteuerung.

Mobilität und Erreichbarkeit: Darum sind sie für die Münchner besonders wichtig

Mobilität und Erreichbarkeit sind entscheidende Faktoren für die Lebensqualität aller Münchner, aber auch für den Erfolg der Münchner Wirtschaft. Leistungsfähige, effizient organisierte Verkehrssysteme sind kein Selbstzweck, sondern die Grundlage unseres Alltags – ob für Pendler, Studenten und Schüler, die sicher und schnell von A nach B gelangen wollen, ob für Kunden von Supermärkten und Geschäften, die auf zuverlässige Lieferungen angewiesen sind, ob für Touristen und Gäste aus nah und fern, die für pulsierendes Leben in der Stadt sorgen. Je mehr München dabei in den kommenden Jahren noch wächst, umso mehr wird das Verkehrssystem gefordert und muss mitwachsen. Bis 2039 soll die Bevölkerung in der Landeshauptstadt und den direkt angrenzenden Landkreisen um rund 220.000 Einwohner zulegen, davon mehr als die Hälfte im Stadtgebiet. In den anderen oberbayerischen Landkreisen kommen etwa 90.000 Einwohner mehr als heute noch dazu. Die Vereinbarkeit von moderner Mobilität mit naturgemäß begrenzten öffentlichen Flächen wird für München daher noch mehr zu einem zentralen Zukunftsthema

Als Rückgrat des urbanen Verkehrs kommt dabei dem öffentlichen ‎Personennahverkehr (ÖPNV) eine Schlüsselrolle zu. Damit der ÖPNV die wachsenden Fahrgastzahlen aufnehmen kann und gleichzeitig attraktiver wird, sind neben dem Ausbau der ‎Kapazitäten zusätzliche Verbindungen im ‎und mit dem Umland sowie moderne Verkehrsknotenpunkte für den flexiblen Übergang zwischen verschiedenen ‎Verkehrsmitteln notwendig. ‎

Lieferverkehr für die Versorgung des Großraums München ist nicht zu vernachlässigen

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Gößl ist überzeugt, dass es ohne Mobilität keinen ‎erfolgreichen Wirtschaftsstandort München gibt.

Für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort ist außerdem der Lieferverkehr ‎für die Versorgung des Großraums München von entscheidender Bedeutung. ‎Betriebe aller Branchen sind darauf angewiesen, zuverlässig ‎beliefert zu werden. Zusätzlich stellt das rasante Wachstum des Online-Handels die ‎Transportbranche vor neue Herausforderungen, wie die so genannte „letzte Meile“ ‎bis zum Empfänger ökonomisch und ökologisch effizienter gestaltet und ‎stadtverträglich organisiert werden kann. In zweiter Reihe oder auf Rad- und Gehwegen parkende Lieferfahrzeuge zeigen ‎das Dilemma des ohnehin knappen Verkehrsraums, der immer intensiver genutzt wird, um gleichzeitig den Ansprüchen verschiedenster Nutzergruppen gerecht zu werden.

Die IHK für München und Oberbayern räumt diesen Zukunftsfragen einen sehr hohen Stellenwert ein: „Ohne Mobilität gibt es keinen ‎erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Gefragt sind innovative und nachhaltige Lösungen für die Welt ‎von morgen. Deswegen unterstützt die IHK die IAA in München und erwartet wichtige Impulse für moderne urbane Mobilität von dieser internationalen Leitmesse“, so ‎IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Gößl.

Start-ups mit innovativen Lösungen bei der IAA Mobility

Große Hoffnungen setzt die IHK dabei auch auf die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts München im Bereich Mobilität. Im Großraum München wächst die Start-up-Szene kontinuierlich. Etliche ihrer Innovationen in diesem Bereich sollen erstmals im Rahmen der IAA ‎Mobility einem breiten Publikum präsentiert werden. ‎“Für uns unterstreichen diese Impulse den Gedanken, dass die Wirtschaft ein elementarer Teil der Lösung der urbanen Verkehrsprobleme sein wird“, so IHK-Chef Gößl.

Erste positive Entwicklungen gibt es bereits. In Pilotprojekten werden in München neue ‎Logistikkonzepte umgesetzt, die eine funktionierende Lösung für den wachsenden Zustellverkehr bieten. Grundlage dabei ist die ‎Einführung eines zweistufigen Zustellverfahrens für Paketsendungen: Vorsortierte Pakete werden an sogenannte Micro-Depots im Innenstadtbereich geliefert. Die Feinverteilung bis zur Tür des Kunden erfolgt dann mit ganz kleinem ökologischen Fußabdruck per ‎Lastenrad oder E-Kleinfahrzeug. So sinkt die Verkehrsbelastung, das Stadtklima wird geschont – und die Lieferung kommt trotzdem pünktlich an.

Kontakt

ADAC Südbayern e.V.
Ridlerstraße 35
80339 München
Telefon: 089 / 5195-0
Fax: 089 / 5195-195 
E-MailInfo-Service@sby.adac.de
Web: www.adac.de/der-adac/regionalclubs/suedbayern/

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