Mobilität, IAA und mehr

„Mobilität geht uns alle an“: Interview mit Christoph Walter, Geschäftsführer ADAC Südbayern

Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern.
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Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern, freut sich auf die IAA Mobility 2021 in München.

In der Bewerbungsphase hat der ADAC Südbayern mit einer 10-Gute-Gründe-Liste aufgezeigt, wieso es gut ist, wenn die IAA Mobility nach München kommt. Mehr dazu im Interview.

Nach dem Zuschlag hat der ADAC eine breite Allianz aus 22 Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Verbänden geschmiedet, die partnerschaftlich an der Seite der IAA Mobility steht. ADAC Südbayern-Geschäftsführer Christoph Walter erklärt, was ihn persönlich antreibt, wenn es um die Mobilität der Zukunft geht.

Interview mit ADAC Südbayern-Geschäftsführer Christoph Walter

Herr Walter, Mobilität in 10 Jahren werfen Sie doch mal einen Blick in die Zukunft. Wie wird sich individuelle Mobilität gestalten?

Walter: „Wir als ADAC setzen uns für eine ideologie-freie Moderation der Mobilitätswende ein. Es braucht einen richtigen und vernünftigen Mix aus Verbrennungsmotoren und alternativen Antriebsformen wie Elektro, e-fuels oder Wasserstoff. Momentan ist die Diskussion auch von der staatlichen Förderung her sehr einseitig auf E-Autos ausgelegt.“

Was bedeutet für Ihre Mitglieder Mobilität? Gibt es dazu aktuelle Ergebnisse und vielleicht sogar auch Wünsche?

Walter: „Wir alle haben unterschiedliche Lebenssituationen. Und für jeden unserer 21,2 Millionen Mitglieder in Deutschland und alle mobilen Menschen braucht es zeitgemäße Lösungen. Mobilität ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Zusätzlich gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung und muss in die Konzepte mit einfließen, insbesondere in Bezug auf den Klimaschutz. Wir als ADAC wollen hier als Interessenvertreter und überparteilicher Verbraucherschützer die Zukunft mitgestalten mit unserer Expertise.“

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Was schätzen Sie ganz persönlich an Ihrer Mobilität?

Walter: „Mobilität bedeutet für mich persönlich ein Freiheitsrecht und hat einen enormen Wert, der nicht annähernd genug geschätzt wird. Mobilität beginnt auch nicht erst in dem Augenblick, in dem ich in einen Verkehrsträger egal welcher Art einsteige. Mobilität beginnt bereits in den eigenen vier Wänden. Daher, Mobilität geht uns alle an!“

Wo stößt Mobilität heute an ihre Grenzen beziehungsweise wo sind neue Lösungsansätze unbedingt erforderlich?

Walter: „Sowohl für Privatpersonen als auch für die Unternehmen muss Mobilität jederzeit bedarfsgerecht verfügbar sein. Dies ist jedoch in vielen Regionen nicht gewährleistet oder sogar gefährdet. Während Hauptverkehrsadern und große Metropolregionen bereits am Limit sind und kaum noch mehr Verkehr bewältigen können, fehlt es im ländlichen Raum an einem guten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier ist das Auto oft die einzige Alternative. Da ist dringender Handlungsbedarf.“

Wie sehen Sie den ADAC aufgestellt, wenn es gerade um neue Lösungen für die Zukunft geht?

Walter: „Der ADAC hat in seiner fast 120-jährigen Geschichte eine rasante Entwicklung genommen und sich mit 21,2 Millionen Mitgliedern zum größten Verkehrsclub Europas entwickelt. Wir setzen uns für die private und berufliche Mobilität der Menschen ein. Das Helfen ist unser Antrieb und fest im Leitbild verankert. Unsere Produkte und Dienstleistungen gehen heute weit über die Pannenhilfe hinaus. Wir bringen Menschen im Notfall aus beinahe allen Ländern der Welt zurück nach Hause. Wir kommen mittlerweile auch als Schlüsselnotdienst, weil eben die Mobilität daheim beginnt. Und wir haben Angebote für eBike-Leasing und Fahrradversicherungen. Und wir passen unsere Arbeit auch bei den Verbraucherschutz-Tests immer ganz nah an die Lebenswirklichkeit an.“

In diesem Zusammenhang wie bewerten Sie aus Ihrer Sicht das Konzept der IAA 2021 in München?

Walter: „Dass die Internationale Automobil-Ausstellung mit einem völlig neuen Konzept als IAA Mobility nach München kommt ist eine historische Chance, im Jahr 2021 die Mobilität von hier aus neu zu denken. Uns vom ADAC hat diese Idee und diese Chance von Anfang an begeistert. Mobilität zum „Anfassen“ und „Ausprobieren“, erfahrbare Erlebnisse. Wir freuen uns, dass die IAA Mobility nach München kommt und hoffen, dass sie Corona-bedingt auch stattfinden kann. Dabei sind wir nicht alleine: Mehr als 22 Partner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen in einer Allianz dieses Projekt und gemeinsam arbeiten wir daran, von München und Bayern gute, positive Botschaften zu senden. Wie gesagt: Mobilität geht uns alle an!“

Gerade in der bayerischen Landeshauptstadt offenbart sich seit ein paar Jahren das Ringen verschiedener Gruppen um den Mobilitätsraum. Wie sehen Sie dieses Ringen?

Walter: „Hier ist es wichtig, dass die einzelnen Interessensgruppen nicht gegenseitig ausgespielt werden. Auch Fahrverbote in Innenstädten sind keine Lösung und verlagern die Probleme nur. Hier braucht es ein nachhaltiges Konzept, in dem Innenstädte staufreier werden, der ÖPNV noch besser mit der Metropolregion vernetzt wird und das immer wichtiger werdende Thema Fahrrad nicht einseitig zu Lasten der Autofahrer angepackt wird. Es geht nur durch ein Miteinander!“

Worauf wird es aus Ihrer Sicht zusammenfassend darauf ankommen, dass Mobilität auch künftig erfolgreich gelingen kann?

Walter: „Nur mit zielführenden staatlichen Rahmenbedingungen, Anreizen und Infrastrukturen kann Mobilität für Anbieter, Unternehmen, private Verbraucher und Umwelt zukunftsgerecht weiterentwickelt werden. Der Umstieg auf alternative Antriebssysteme, das Aufkommen neuer Nutzungskonzepte wie mobility on demand, die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens und die digitale Vernetzung der Mobilitätssysteme sind die wichtigsten Punkte. Gefragt sind jetzt innovative und nachhaltige Lösungen für die Welt von morgen. Dazu gehört eben auch, dass wir alle Stakeholder aus Stadt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch holen, um an diesen Lösungen gemeinsam zu arbeiten.“

Interview geführt von Bodo-Klaus Eidmann

Impressionen: Mobilität in München

Eine Tankzapfsäule.
Die Mischung macht die Energiewende! Neben Verbrennungsmotoren zählen auch E-Fuels dazu.  © picture alliance/dpa | Marijan Murat
Ein E-Auto.
Elektroautos sind ein wichtiger Faktor für nachhaltige Mobilität – aber es gibt noch mehr. © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
U-Bahn in München.
Mobilität bedeutet für Christoph Walter Freiheit, ganz gleich, ob mit Auto oder dem ÖPNV.  © picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Radfahrer in München.
Sichere Mobilität geht nur gemeinsam. Deswegen ist sowohl auf dem Rad als auch hinter dem Steuer gegenseitige Rücksichtnahme gefragt.  © picture alliance/dpa | Peter Kneffel

22 starke Partner stehen hinter der IAA Mobility

Mobility is every(s)thing.

Ja-zur-IAA-Allianz-Partner

Gemeinsam Auftreten, denn Mobility is Every(s)thing: Auf Initiative des ADAC Südbayern e. V. hat sich eine Allianz aus der Automotive-Industrie, Zulieferer, Verbände, Wissenschaft, Forschung und Medien gegründet, um die IAA Mobility als Partner zu unterstützen. An der Spitze steht mit Kerstin Schreyer die Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr. Das sind die Ja-zur-IAA-Allianz-Partner: ADAC, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband/DEHOGA Bayern, BMW Group, Flughafen München, Handwerkskammer für München und Oberbayern, Hochschule München, IHK für München und Oberbayern, Kraftfahrzeuggewerbe Bayern, Kfz-Innung München-Oberbayern, Landeshauptstadt München – Referat für Arbeit und Wirtschaft, Metropolregion München, Münchner Merkur/tz, OBERBAYERN Echt Bayern (Tourismusverband Oberbayern München), Radio Arabella, SAT.1 BAYERN, Schörghuber Unternehmensgruppe, Technische Universität München, TÜV Süd, vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA), Wirtschaftsbeirat Bayern. Weitere Infos gibt es unter https://www.ja-zur-iaa.de

Kontakt

ADAC Südbayern e.V.
Ridlerstraße 35
80339 München
Telefon: 089 / 5195-0
Fax: 089 / 5195-195 
E-MailInfo-Service@sby.adac.de
Web: www.adac.de/der-adac/regionalclubs/suedbayern/

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