Urlaub daheim

Mobilität und Tourismus bedingen einander

Der Tourismus wird sich wohl weg von Fern- und Flugreisen, stärker hin zu Urlaub im eigenen Land oder in Europa entwickeln.
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Der Tourismus wird sich wohl weg von Fern- und Flugreisen und stärker hin zu Urlaub im eigenen Land oder in Europa entwickeln.

Mobilität ist ein fundamentales, menschliches Bedürfnis und eines der wichtigsten Zukunftsthemen unserer Zeit.

Mobilitätsansprüche verändern sich jedoch in Bezug auf die Arbeitswelt und auf das Reise- und Freizeitverhalten. Tourismus ohne Mobilität? Undenkbar – wer die Welt mit eigenen Augen sehen und erleben möchte, der begibt sich auf Reisen. Egal ob Tagesausflug oder Langzeitreise: Mobilität und Tourismus sind also untrennbar miteinander verbunden. Mittlerweile ist der Tourismus nach der Industrie die zweitwichtigste Leitökonomie für Bayern. Die Covid-19 Krise hat jedoch dramatische Auswirkungen auf den Tourismus, insbesondere in Bayerndem Urlaubsland Nummer 1 in Deutschland.

„Was viele nicht wissen“, erläutert Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern, „allein in Bayern sind rund 600.000 Menschen im Tourismus tätig. Das allein ist schon eine gewaltige Zahl. Das Besondere daran ist aber, dass deren Arbeits- und Ausbildungsplätze in allen Regionen vorzufinden sind, auch dort, wo sich andere Branchen teils seit längerem zurückgezogen haben.“ Damit übernimmt der Tourismus nicht nur eine wichtige Ausgleichsfunktion, sondern ist für viele Gebiete der regionale Wirtschaftsmotor. „Für unsere Branche ist jede Form der Mobilität entscheidend, folglich beobachten wir gespannt und sehr aufmerksam, welche Innovationen es bei diesem Thema geben wird“, so Inselkammer, „schließlich versuchen unsere Hoteliers und Gastronomen als Hauptleistungsträger des Tourismus je nach Möglichkeit neben Kooperationen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch entsprechende Angebote von E-Bikes bis hin zu Ladestationen für Autos vorzuhalten“.

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Trend zum Urlaub im eigenen Land: Werden überfüllte Parkplätze an Ausflugszielen zum Problem?

Generell wird erwartet, dass sich der Tourismus weg von Fern- und Flugreisen, stärker hin zu Urlaub im eigenen Land oder in Europa entwickeln wird. Rund 40 Prozent der bayerischen Übernachtungsgäste kommen aus dem Freistaat selbst, in Oberbayern besteht der Großteil der Tagestouristen mit 75 Prozent aus der bayerischen Bevölkerung. Allein deshalb ist es laut ADAC zwingend erforderlich, lokale Arbeitsplätze – wie in Beherbergungsbetrieben und Freizeiteinrichtungen – durch einen klaren Fahrplan möglichst schnell zu sichern und damit auch die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung nachhaltig zu stärken.

In einem Jahr, in dem Fernreisen und Badeurlaube wohl eher die Ausnahme sein werden, ist Urlaub daheim mit Tagesausflügen, Radtouren und Wanderungen die Devise für viele Bayern. Allerdings sind gerade in der Zeit der Corona-Pandemie, des Lockdowns und den damit verbundenen Einschränkungen beim Reisen einige besonders beliebte Ausflugsziele im Freistaat an noch mehr Tagen als schon in den letzten Jahren besonders gefragt. Die Folge waren überfüllte Parkplätze, Parksuchverkehr und wildes Parken auch in geschützten Gebieten. „Der ADAC bringt sich als moderierender, koordinierender und impulsgebender Partner ein. Ziel sollten praxisorientierte Lösungen sein, die nicht auf Gutachten, sondern in erster Linie auf Umsetzungserfahrungen beruhen. Der ADAC kann fachliche Denkanstöße in den Bereichen Verkehr und Tourismus beisteuern“, betont Christoph Walter, Geschäftsführer des ADAC Südbayern.

Rund 40 Prozent der bayerischen Übernachtungsgäste kommen aus dem Freistaat selbst.

Nachhaltige Mobilitätskonzepte werden zur Pflichtaufgabe im Tourismus

Angesichts des aktuellen gesellschaftlichen Wandels und umweltpolitischen Herausforderungen muss touristische Mobilität jedoch unter anderen Vorzeichen diskutiert werden. Und so werden Mobilitätskonzepte auch zur Pflichtaufgabe im Tourismus. „Entscheidend wird hierbei das Thema Nachhaltigkeit sein, lebt doch der Tourismus förmlich vom gesunden Einklang ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Aspekte“, so Inselkammer.

Die Frage ist also nicht, ob nachhaltige Mobilitätskonzepte in Destinationen initiiert oder optimiert werden sollen, sondern es geht um das Wie. „Nachhaltige Mobilität erhöht die Gesamtattraktivität in Destinationen, sie ist förderlich für eine zukunftsgerechte Entwicklung der touristischen Nachfrage und wird künftig immer stärker von Gästen erwartet. Mit den richtigen Konzepten und einer besseren Verknüpfung aller Verkehrsträger können wir in Bayern also nicht nur einen Beitrag dazu leisten, unsere heimische Tourismusbranche wieder zum Leben zu erwecken, sondern auch Vorbild in puncto Nachhaltigkeit und intelligente Verkehrsströme sein“, betont Walter.

Kontakt

ADAC Südbayern e.V.
Ridlerstraße 35
80339 München
Telefon: 089 / 5195-0
Fax: 089 / 5195-195 
E-MailInfo-Service@sby.adac.de
Web: www.adac.de/der-adac/regionalclubs/suedbayern/

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