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Zug hat Vorfahrt – bayernweite Aktion klärt an Bahnübergängen über unterschätzte Risiken auf

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Bayerische Regiobahn.
Mit einer bayernweiten Aufklärungsaktion weist der ADAC auf die Risiken am Bahnübergang hin. © Bayerische Regiobahn GmbH

Gerade im Herbst und im Winter sollten Autofahrer besonders wachsam im Straßenverkehr sein. Der ADAC gibt diesbezüglich Hinweise zu Bahnübergänge.

Dunkelheit, Regen, Nebel, Schnee, Glätte – vor allem in der dunklen Jahreszeit stellen die Straßenverhältnisse alle Verkehrsteilnehmer auf die Probe. Gerade an unbeschrankten Bahnübergängen ist daher besondere Vorsicht geboten. Der ADAC Nordbayern und der ADAC Südbayern, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), Bundespolizei, DB Sicherheit und die Eisenbahnverkehrsunternehmen Agilis, Bayerische Regiobahn (BRB), Erfurter Bahn, Go-Ahead und Länderbahn haben die bayernweite Informationskampagne „Zug hat Vorfahrt“ ins Leben gerufen. „Mit der Kampagne wollen wir das Bewusstsein für die Gefahren an Bahnübergängen schärfen und an die Verkehrsteilnehmer zu umsichtigem Verhalten appellieren. Mehr als 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Autofahrer oder Fußgänger zurückzuführen, durchschnittlich jeder vierte endet tödlich“, stellte Rüdiger Lode, Vorstand für Verkehr, Technik und Umwelt des ADAC Südbayern e.V. fest.

Bahnübergänge im Freistaat Bayern: Aufklärung über unterschätzte Risiken notwendig

In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Bahnübergänge wie im Freistaat Bayern. Über 3000 an der Zahl bieten den Verkehrsteilnehmern grundsätzlich die Möglichkeit, die Schienen sicher zu überqueren. Dennoch kam es 2020 bayernweit zu über 50 Bahnübergangsunfällen. Elf davon mit Todesfolge. Unkenntnis der Verhaltensregeln, Unaufmerksamkeit und Leichtsinn sind dabei in den meisten Fällen die Hauptursachen. BRB-Geschäftsführer Fabian Amini betonte: „Jeder Bahnübergangsunfall ist ein Unfall zu viel. Nicht nur die direkt betroffenen Verkehrsteilnehmer und deren Angehörige leiden unter den schrecklichen Folgen solcher Unfälle, auch für unsere Mitarbeitenden vor Ort sind es traumatische Erlebnisse, die sie nicht so leicht wegstecken.“

Dabei werden oft die Geschwindigkeit des Zuges und der Bremsweg völlig unterschätzt. Der Bremsweg eines PKW, der mit 100 km/h auf trockener Fahrbahn fährt, liegt bei ca. 50 Metern. Zum Vergleich: Ein 1000 Tonnen schwerer vollbesetzter Zug, der mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h unterwegs ist, benötigt aus voller Fahrt bis zu 1000 Meter, bis er zum Stehen kommt. „Der Schienenverkehr hat uneingeschränkten Vorrang und darf nicht leichtfertig ignoriert werden. Gerade an unbeschrankten Bahnübergängen ist besondere Vorsicht geboten. Weder Zeitdruck noch der Irrglaube, die Situation unter Kontrolle zu haben, sollten dazu führen, sich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Ich kann hier nur dringend appellieren: Achten Sie besonders jetzt bei widrigen Witterungsbedingungen auf die Verkehrszeichen und darauf, dass ab dem ersten Hinweisschild auf einen Bahnübergang Überholverbot besteht“, betont Lode. Jeder Bahnübergang, egal ob mit oder ohne Schranken, wird mittels Verkehrszeichen angekündigt: Weiß-rote Baken weisen meist in 240 Metern, 160 Metern und 80 Metern Entfernung auf den Übergang hin, unmittelbar vor dem Kreuzungspunkt signalisiert das Andreaskreuz, dass der Schienenverkehr Vorrang hat. Zudem warnen Züge unter anderem mit Pfeifsignalen die Verkehrsteilnehmer an nicht technisch gesicherten Bahnübergängen.

Tipps des ADAC für das richtige Verhalten am Bahnübergang

Bremsbereit und mit mäßiger Geschwindigkeit auf den Bahnübergang zufahren

Niemals überholen!

Die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblicken

Auf akustische Pfeifsignale achten

Sofort anhalten, wenn sich am unbeschrankten Übergang ein Zug nähert

An beschrankten Übergängen schon bei rotem Blinklicht stehen bleiben, nicht erst dann, wenn sich die Schranken senken

Erst weiterfahren, wenn das rote Blinklicht erloschen ist und die Schranken vollständig geöffnet sind.

Mit einer neuen Aktion möchte der ADAC auf die Risiken an Bahnübergangen aufmerksam machen.
Mit einer neuen Aktion möchte der ADAC auf die Risiken an Bahnübergangen aufmerksam machen. © ADAC e.V.

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