Kinseher verrät ihre Nockherberg-Pläne

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Seit 2011 ist der Nockherberg in Frauenhand: Luise Kinseher liest als Bavaria ihren Landeskindern die Leviten

München - Am Mittwoch in einer Woche ist es wieder so weit: Zum zweiten Mal wird Luise Kinseher (43) als Bavaria den Amts- und Würdenträgern im Saal die Leviten lesen. Wie wird ihre Rede? Das verrät sie im tz-Interview.

Es ist das wichtigste Starkbier-Spektakel der Welt – und nach der Wiesn das zweitwichtigste Ereignis in München: Faszination Nockherberg – hoch droben auf dem Paulaner-Hügel. Wer dabei ist, der ist jemand – und wer in der Fastenpredigt erwähnt wird, ist noch mehr. Am Mittwoch in einer Woche ist es wieder so weit (19 Uhr, live im BR). Und zum zweiten Mal wird Luise Kinseher (43) als Bavaria den Amts- und Würdenträgern im Saal die Leviten lesen. Kürzer, schärfer und direkter soll ihre Rede werden, verrät sie im tz-Interview.

Frau Kinseher, derblecken Frauen eigentlich besser?

Kinseher: Schauen Sie nur die bayerischen Frauen im Kabarett an, meine Kolleginnen ­Monika Gruber oder Martina Schwarzmann! Da haben Frauen die Bühne betreten, die dermaßen reinhauen können. Da muss man sich als Frau nicht mehr verstecken!

Die Bavaria derbleckt und Doubles parodieren die Polit-Prominenz

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Und die Bavaria ist ja auch kein Kind von Traurigkeit!

Kinseher: Das hängt schon mit einem gewachsenen Selbstbewusstsein zusammen. Derblecken kann nur jemand, der sich was traut. Wir trauen uns mehr, genauso viel wie die Männer – und dann können wir ja noch die Waffen einer Frau einsetzen.

Wie kämpft die Bavaria auf dem Nockherberg 2012?

Kinseher: Sie kämpft kürzer, nur noch 35 statt 50 Minuten, ein bisschen schärfer und direkter.

Sind das die Lehren aus dem Vorjahr?

Kinseher: Klar, da waren zu viel Längen drin. Wenn man bei Pointen zunächst um drei Ecken denken muss, dann ist das nicht so gut. Vor allem, wenn man schon zwei Starkbier drin hat.

Was ändert sich noch?

Kinseher: Ich hab’ auch den Fehler gemacht, dass ich möglichst alle Politiker vorkommen lassen wollte. Doch wenn einer langweilig ist und ich über den spreche, dann heißt es: „Die Kinseher war langweilig!“ Dabei ist es der Politiker – und deswegen kommt der heuer dann nicht mehr vor.

Wer hat seine Rollen sicher?

Kinseher: Naja, der Seehofer natürlich. Er bleibt mein „Horsti“. Aber er bekommt Konkurrenz vom Ude, der will ihn ja vom Thron stoßen. Und der Wulff und seine Verstrickungen. Überhaupt: Die vergangenen zwölf Monate waren gut von den Themen her. Die Politiker haben gut geliefert!

Die wichtigste Frage für die Frauen zum Schluss: Wie wird sie aussehen, die Bavaria?

Kinseher: Lilablassblau! Ich ziehe das gleiche Kleid an wie im Vorjahr. Die Bavaria ist sparsam. In der heutigen Zeit muss man sparsam sein, da kann man sich nicht jedes Jahr ein neues Kleid kaufen. Ich hoffe, es passt mir noch.

Interview: Stefan Dorner

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