Kündigung via Facebook

Nockherberg: Steinfatt verärgert über Krebs

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2013 „Waldesruh“ – Marcus H. Rosenmüller feiert eine fulminante Premiere auf dem Nockherberg. Und Krebs (hier im Nasenbohrer-Duell mit Ude-Double Uli Bauer) läuft in seiner Rolle zur Höchstform auf. Sein Meisterstück als Seehofer-Double! Die tz kürt ihn mit fünf Oscars zum „Besten Hauptdarsteller“ – Seehofer ruft auf diesen tz-Artikel hin ­persönlich bei Krebs an.

München - Der Star aus dem Vorjahr hat das Handtuch geworfen. Jetzt herrscht Katerstimmung – schon lange, bevor am 19. März die erste Mass Salvator auf dem Nockherberg geleert wird.

Die Macher des Paulaner-Spektakels machen keinen Hehl daraus, dass sie sauer sind über die Art und Weise, wie Wolfgang Krebs (47) ihnen das Drehbuch vor die Füße geschmissen hat.

Seit vier Jahren gab Krebs den Horst Seehofer. Seine Paraderolle, für die er höchstes Lob von allen Seiten erhielt. Doch das neue Stück von Regisseur Marcus H. Rosenmüller und Autor Thomas Lienenlüke passte Krebs offenbar gar nicht. Anstatt sich jedoch bei den Machern oder der Paulaner-Spitze um Geschäftsführer Andreas Steinfatt zu verabschieden, wählte er am Sonntag eine Mitteilung auf seiner Facebook-Seite. Weil diesmal „eine andere Interpretation“ der Rolle gewünscht sei, könne er sich damit nicht mehr anfreunden, schob er als Begründung den „terminlichen Gründen“ hinterher.

Steinfatt ist verärgert über „diese sehr einseitige Kommunikation“. Rund um den Nockherberg grollt es. Ein Insider sagt zur tz: „Normalerweise machen ja nur Teenager auf Facebook Schluss.“

Rosenmüller versucht die Wogen zu glätten. „Ich hatte gehört, dass ihm das Drehbuch nicht gefällt. Da habe ich ihn angerufen“, sagte er am Abend der tz. „Aber er war nicht umzustimmen“, bedauert „Rosi“. Den Weg über Facebook wollte der Regisseur nicht kommentieren. „I bin ja dort ned amoi angemeldet...“

Wie geht’s jetzt weiter? Bei der ersten Sprechprobe des Ensembles war gestern bereits ein neuer Seehofer dabei. Der alte, den Krebs einst beerbte, feiert sein Comeback: Christoph Zrenner stand zuletzt 2009 als Horst auf der Bühne. Rosenmüller betont, dass Zrenner (53) die Rolle auf seine eigene Art spielen würde. Er legt aber auf eines Wert: „Wir machen heute keinen anderen Seehofer! Wir dachten eigentlich: Das Stück wäre ideal für den Wolfgang, der ein ja wirklich ein grandioses Seehofer-Double ist.“

Und Krebs? Der ansonsten so wortgewandte Parodist ist auf Tauchstation, geht nicht ans Telefon. Für eine SMS von der tz mit der Bitte um Rückruf gab es um 10.53 Uhr eine Lesebestätigung, aber keine Reaktion. Es ist ein unschöner Abschied eines der Besten, den der Nockherberg je hatte. Fast so wie in der richtigen Politik.

Stefan Dorner

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