Kreischalarm in der Olympiahalle

5 Seconds of Summer: Die Konzert-Kritik

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Seit 2011 gibt’s das Quartett aus Australien. Das Debüt-Album erschien 2014.

München - Die neue australische Teenie-Rockband 5 Seconds of Summer war für ein Konzert in der Münchner Olympiahalle zu Gast. Dem Gekreische der Fans zufolge sind sie der Wahnsinn. Die Kritik ist hingegen ernüchternd.

Rambazamba in der Olympiahalle: 9000 Mädels, gefühlt ungefähr 90.000, schreien sich am Sonntagabend wahrlich die Seele aus dem Leib. Sie haben sich hübsch gemacht – etliche unter ihnen mit dem Vornamen ihres Lieblings auf der Stirn und ein „Love“-Schild in der Hand – für 5 Seconds of Summer.

Fünf Sekunden Sommer: Das ist eine neue australische Teenie-Rockband, Youtube- und Twitter-Wunder, deren Debütalbum 2014 die Charts gleich in mehreren Ländern aufmischte.

9000 Mädels füllten für 5 Seconds of Summer die Olympiahalle – hochfrequenter Jubel.

Ein wilder, auf einem hochfahrbaren Podest trommelnder Schlagzeuger, ein Punk sowie zwei smarte Gitarristen und Sänger, alle um die 20, lassen seither Mädelsherzen höherschlagen. In geschickter, klischeehafter Boyband-Manier, wenn auch ohne Tanzchoreografien: Da wird mit den Augen geblinzelt, ein Fan kurz auf die Bühne geholt, die mitgebrachten Schilder in Großaufnahme auf die Leinwände projiziert und einem Techniker ein Geburtstagsständchen gesungen. Kreisch.

Und die Musik des Quartetts, das schon auf zwei Tourneen als Vorband von One Direction zu erleben war? Eine Mischung aus Zuckerpop, Stadionrock, Punk. Handylichter-Meere begleiten Balladen über Sonnenschein, Liebe und Mädchen. Solide, handgemacht, aber nichts Besonderes.

Das Einzigartige ihrer Vorbilder von Green Day, von denen sie American Idiot spielen, fehlt ein bisschen. Noch mehr Rock- als Boyband wäre den vier zu wünschen. Nach eineinhalb Stunden haben die Eltern, die am Rand oder vor der Halle warten, ihre begeisterten Kinder wieder zurück.

Marco Mach

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