Konzert-Kritik

Trail Of Dead im Ampere: Ein grandioses Inferno

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Sänger Conrad Keely (Archivfoto).

München - Die Band ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead trat im Ampere eine gewaltige Lawine unglaublich ­guter Musik los: die Konzert-Kritik.

Uiuiui, da fliegen die Gitarren aber tief. Und das Schlagzeug könnte einen Tsunami auslösen. Na ja, die ganze Band eigentlich. Was die Texaner mit dem sperrigen Namen ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead da lostraten, war eine gewaltige Lawine unglaublich ­guter Musik. Heavy, elegisch, verrückt, ausufernd und doch so stimmig: grandios ­(Ampere).

Der mystische Monumentalsound, den Trail Of Dead auf ihren durchwegs großartigen Studioalben meistens zelebrieren, kommt live viel griffiger daher. Progrock-Opern im Garagensound, sozusagen. Das Gitarreninferno nehmen abwechselnd Jason Reece und Jamie Miller an die Kandare, wobei Letzterer trommelt, als hätte er’s erfunden. Wenn sie nicht in Felle und Becken dreschen, befeuern sie abwechselnd als Gitarreros den Saitensturm, den Sänger Conrad Keely, ein positiv verrücktes Huhn, mit schelmischen Akkorden anbläst, die sonst wohl keiner kennt.

Das war ein Fest für Freunde inspirierter, unbändiger Rockmusik, zu dem auch die Vorgruppe beitrug. Your Favorite Enemies waren aus zwei Gründen bemerkenswert: Zum einen klangen sie wie eine moderne Version der alten Psychedelic-Rocker Hawkwind (und sahen auch so aus), zum anderen führten sie uns einen bisher nie gesehenen Abbau des Drumsets vor. Im letzten Song schmiss der Sänger nach und nach das ganze Schlagzeug in den Zuschauerraum, ein Roadie fing die Teile auf, baute sie flugs zusammen, und der Drummer spielte mit dem Rest der Band mitten im tobenden Volk das Lied zu Ende.

„Das haben wir zum ersten Mal in China gemacht, weil die Leute so abgingen“, erzählte nachher Frontmann Alex. „Und das machen wir nur, wenn der Draht zu den Leuten da ist.“ Der war da. Das Ampere hat gekocht an diesem Abend. Wer nicht dort war, hat echt was versäumt.

lux

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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