Konzert in der Olympiahalle

Andrea Berg: So war das „Berg-Fest“ mit der Schlager-Merkel

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Andrea Berg begeisterte die Fans in der Olympiahalle.

München - Andrea Berg gastierte am Wochenende in der Olympiahalle. Unser Konzert-Kritiker Jörg Heinrich war dabei und meint: Diese Frau ist eine Schau!

Gleich fünfmal hintereinander tritt Schlagerkönigin Helene Fischer 2018 in der Olympiahalle auf. Blitzblank-Helene ist auf ihrem Trapez längst in Superstar-Sphären entschwebt. Bei Andrea Berg, quasi bei Schlagerköniginmutter, geht es bodenständiger zu. Ein ausverkaufter Auftritt an gleicher Stelle genügte ihr jetzt, um mit ihren Fans ein zünftiges Berg-Fest zu feiern. Und weil die Sängerin für immer ein robustes Krefelder Mädchen bleibt, vom Rande des Potts, pflegt sie die handfeste Ansage. 

„Hömma München!“, donnert sie durch die Halle, streut in ihre Lieder gern mal ein herrlich albernes „Kuckuck!“ ein, und hat den Drachen, der ihre aufwendige Bühnendeko bildet, „Spinnst Du“ getauft. Selbst wer mit Schlager weniger anfangen kann, muss nach einem Abend mit „Andrea Gloria“ zugeben: Die Frau ist eine Schau! Man ist ihr tausendmal gewogen. Weil sie sich am Fuß verletzt hat, stiefelt die Berg unprätentiös auf flachen Schuhen durch ihre Kulisse, was ins Bild passt. Sie ist die Schlager-Merkel, die Musik-Mutti, bei der man weiß, was man kriegt. 

Am meisten gefeiert werden die alten Kracher. Du kannst noch nicht mal richtig lügen und als letzte Zugabe Du hast mich tausendmal belogen, das so unkaputtbar ist wie Ruhrpott-Legende Hermann Gerland -  der Tiger sitzt auch in der Halle und hat mächtig Spaß. Die Berg, gerade 51 geworden, sieht fabelhaft aus, der „Spinnst Du“-Drache speit spektakulär Feuer - aber es gibt auch die Momente, in denen man beide Ohren zudrücken muss. Die neuen Lieder von Musik-Discounter Bohlen klingen doch arg preiswert. Und die schwurbeligen Geschichten von Glücksdrachen und Feuervögeln, die die Sängerin unters Volk bringt, passen so gar nicht zu ihrer geerdeten Art. Aber, hömma, auch das verzeiht man ihr gern. Denn Andrea Berg steht offenbar mitten im Leben und gibt dem Affen Zucker. Fazit in Facebook-Sprache: Mag Zucker-Berg! 


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