Wussten Sie, dass Donald Duck einen 2. Namen hat?

10 Lieblingscomics: Diese Helden werden wir nie vergessen!

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Tim und Struppi unterhalten seit 1929 bereits Generationen von Fans

München - Haben Sie noch Ihre Comic-Sammlung zusammen? Schauen Sie mal wieder rein, Sie werden nicht glauben, an was Sie sich erinnern und was Sie neu entdecken werden. Zum Appetitmachen eine kleine, unvollständige Reise durch das Comic-Universum.

Noch in den 1970er Jahren galten Comics als Schundliteratur. Die vielen Bilder, so hieß es, würden die eigene Phantasie einschränken ("grummel"), die Sprache sei niveaulos ("ärger"). Unsinn, was wäre die Welt denn beispielsweise ohne den von Duck-Übersetzerin Erika Fuchs erfundenen und nach ihr benannten "Erikativ": "stöhn", "schluck", "seufz", "ächz", "lechz", "hechel"? Sprich, die auf den Wortstamm abgekürzte Verbform. Die Welt wäre um ein Sprachkulturgut ärmer.

Doch dieser Artikel soll keine alleinige Huldigung der studierten Kunsthistorikerin Dr. Erika Fuchs sein, sondern Spaß machen, sich an einige Meilensteine der Comic-Literatur zu erinnern. Diese Auswahl ist subjektiv. Sie kann auch gar nicht anders sein, denn jeder hat seine eigenen Erinnerungen an die Comic-Zeit und das Comic-Universum ist riesengroß. Wer mag, fügt seine Lieblingscomics einfach bei den Kommentaren hinzu. Danke!

MAD

Es ist kaum zu glauben, aber Alfred E. Neumann feiert im kommenden Jahr sein 60jähriges Dienstjubiläum. Der amerikanische Cover-Boy mit dem hängenden Auge und der markanten Zahnlücke war zwar bereits im März 1955 auf dem Titel von MAD zu sehen, da aber noch unter dem vorläufigen Namen Melvin Cowsnofsky. Sein Standardspruch zu allen Lebenslagen: "What me worry?" (engl.: "Na und?"). In Deutschland sorgte die spitze Feder von Herbert Feuerstein dafür, dass MAD auch hierzulande durch Respektlosigkeit so gut ankam wie in den Vereinigten Staaten. MAD machte viele Zeichner in Deutschland bekannt, wie etwa Don Martin, der auch Geräusche zu lehrreichen Worten formte: Skapasch! Sproing! Pfffft!

Clever & Smart

Ein von robb435 (@robb435) gepostetes Foto am

Fred Clever und Jeff Smart kamen erstmals 1972 nach Deutschland und konnten sich schnell eine große Fangemeinde aufbauen. Es geht recht deftig zu in den Heften, den beiden Agenten geschehen ständig Unglücke, die sie aber stets überleben. In der Regel sind sie selbst Schuld an dem Schlamassel, in den sie geraten, das meiste bekommt der zweihaarige Jeff ab. Häufig werden Clever und Smart mit Spion & Spion aus MAD verglichen, wohl auch weil der weiße und der schwarze Spion ebenso einen Hang zu Explosivstoffen haben. 
Erfunden hat die im Original Mortadelo y Filemón heißenden Figuren der spanische Comiczeichner Francisco Ibáñez.

Freak Brothers

Die Comics der Freak Brothers drehen sich um den Alltag der Hippies Phineas, Freewheelin' Franklin und Fat Freddy. Und dieser besteht im Grunde nur darin, irgendwie an jegliche Art von Drogen kommen. Da keines der WG-Mitglieder arbeitet, sind sie jedoch ständig pleite. Daher entwickeln sie eine unglaubliche Kreativität, um an Stoff zu kommen. In einer Folge etwa baut Phineas eine Drogen-Recyclingmaschine, in die schließlich auch der Wohnzimmerteppich wandert. Zum Schluss entstehen mehrere verschieden farbige Häufchen, die die Reste verkrümelter Drogen darstellen. Doch ein großer weißer Haufen stellt die drei vor ein Rätsel: Was kann das bloß für Zeug sein? Lösung: Es ist das Bier etlicher Jahre, das auf dem Teppich verschüttet wurde. Freak Brothers eben, erfunden von dem amerikanischen Zeichner Gilbert Shelton, der hiermit die Hippie-Kultur der 1960er und 1970er-Jahre persiflierte. Für die deutsche Übersetzung zeichneten Gerhard Seyfried und Harry Rowohlt verantwortlich.

Asterix

Was kann man noch zu Asterix und Obelix schreiben, das nicht schon berichtet wurde? Dass Asterix eines der wenigen Comics ist, das es ins Klassenzimmer geschafft hat? Ist bekannt. Lassen Sie uns stattdessen an einigen der immer wiederkehrenden Witzen, den Running Gags, weiden:
- Der starke Obelix reagiert stets recht dünnhäutig, wenn er jemand seine Leibesfülle thematisiert: "Hier gibt’s keine zwei Dicken! Höchstens einen und der ist nicht dick!"

- Der Natur liebende Hund Idefix beginnt zu jaulen und wird ohnmächtig, wenn ein Baum gefällt wird.

- Die Schildträger können es Häuptling Majestix nie recht machen, sodass er entweder schief drauf steht, runterfällt oder verkehrtrum auf dem Schild steht.

- Cäsar reagiert stets verschnupft, wenn das unbesiegte gallische Dorf erwähnt wird.

- Obelix sammelt beim Römerverprügeln immer die Helme seiner Opfer als Trophäen.

- Nur einmal (in "Asterix erobert Rom") kommt der Passierschein A38 vor, ist aber längst ein Synonym im Sprachgebrauch von Asterix-Fans für Behördenärger.

Zum Abschluss ein Satz des stets eifersüchtigen Methusalix, dem Mann der Brigitte-Bardot-Schönheit: "Ich habe nichts gegen Fremde, aber diese Fremden da, die sind nicht von hier!" 

Fix und Foxi

Fix und Foxi, die zwei kleinen, schlauchen Füchse, sind die Titelhelden und Namensgeber des Magazins, das Rolf Kauka in seinen besten Zeiten Auflagenhöhen von wöchentlich bis zu 400.000 Exemplaren bescherte. Viele Figuren sind in Vergessenheit geraten, wie etwa der Maulwurf Pauli oder Klein Biberherz. Doch Kauka hatte den richtigen Riecher, Lizenzen von belgischen und französischen Comic-Verlagen zu erhalten. So veröffentlichte er als erster in Deutschland "Die Schlümpfe", "Spirou und Fantasio (bei Kauka "Pit und Pikkolo"), "Benni Bärenstark" (bei Kauka "Der kleine Winnie") oder "Gaston" (bei Kauka "Jo-Jo").

Gaston

Schon gewusst? Gaston hat im Original einen Nachnamen: Lagaffe. Den Nachnamen hat Schöpfer André Franquin bewusst gewählt, bedeutet es doch in etwa "Das Ungeschick". Was nicht heißt, dass Gaston kein geschicktes Händchen hätte, doch in dem Verlag, in dem er arbeitet, kommt seinem Talent stets die Büroarbeit dazwischen. Etwa der arme Herr Bruchmüller mit den Verträgen, die bis heute nicht unterschrieben sind, weil ihm Gaston stets dazwischenfunkt. Wenn er sich dann endlich mal seiner Tätigkeit als Bürobote widmet übermannt ihn schnell die Müdigkeit.

Tim und Struppi

Im Gegensatz zu Lucky Luke oder Asterix und Obelix hat der Belgier Hergé (Georges Prosper Remi) testamentarisch verfügt, dass Tim und Struppi nach seinem Ableben ebenfalls sterben müssen. Sprich: Es gibt keine neuen Geschichten mehr. Aus seiner Sicht verständlich, andererseits schade, denn für die im Original Tintin und Milou heißenden Figuren wären noch genug Abenteuer zu bestehen gewesen. Doch auch ohne neue Bände erfreuen sich die Zwei immer noch großer Nachfrage. Das erklärt sich sicherlich unter anderem an den spannenden, gut recherchierten und detailreich umgesetzten Geschichten, als auch an den interessanten Charakteren, die in den Bänden auftauchen. Etwa der grummelige, aber liebenswerte Seebär Archibald Haddock, oder der harthörige Balduin Bienlein mit seinen skurrilen Erfindungen und nicht zu vergessen den trotteligen Detektiven Schulze und Schultze. Übrigens hat Hergé seine Alben regelmäßig überarbeitet. Gut zu sehen ist dies etwa bei "Tim und die Picaros". Im Original trägt Tim noch Knickerbocker, in der überarbeiteten Version sind es dann lange Hosen.  

Gespenster Geschichten

Ein von @schigolch gepostetes Foto am

Bemerkenswert an den "Gespenster Geschichten" ist, dass jeder Fan weiß, mit welchen Worten alle Geschichten ausgehen: "Seltsam? Aber so steht es geschrieben ..."  Das klingt fast nach "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." Der Bastei-Verlag  brachte die Gespenster-Geschichten 1974 auf den Markt. Über 1600 Ausgaben wurden es insgesamt und somit eine der erfolgreichsten Comicserien in Deutschland. Auch wenn man damals wusste, dass die Storys Quatsch waren, hat es einen trotzdem gegruselt. Die meisten Geschichten waren übrigens Nachdrucke aus den USA, später ergänzten Storys von spanischen und argentinischen Zeichnern die Ausgaben.

Lucky Luke

Lucky Luke lebt! Ob das daran liegt, dass er schon vor lange Zeit das Rauchen aufgeben hat? Immerhin erschien in diesem Jahr bereits der 93. Band: "Meine Onkel, die Daltons". Morris (Maurice de Bevere) hatte auch schon zu Lebzeiten mit wechselnden Autoren zusammengearbeitet, unter anderem mit dem Asterix-Texter René Goscinny. Vielleicht fiel ihm auch deshalb die Entscheidung leichter, dass nach seinem eigenen Ableben seine Schöpfung Lucky Luke weiter leben durfte. Luke, das ist der einsame Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten. Begleitet wird er von seinem außergewöhnlichen Pferd Jolly Jumper, das schwarzen Kaffee liebt, Schach spielen kann und am liebsten Angeln geht, wenn nichts zu tun ist. Die berüchtigten Gegenspieler sind die Gebrüder Dalton Joe, William, Jack und Averell, die es trotz ihrer Dämlichkeit stets schaffen, aus dem Knast zu fliehen und Lucky Luke auf den Plan zu holen. Beliebt ist bei den Lucky Luke-Bänden die Basierung auf tatsächlich lebende Personen, Orte oder Ereignisse, wie Buffalo Bill, Wyatt Earp oder die Daltons selbst - in Wirklichkeit: Bob, Grat, Bill und Emmett.

Donald Duck

Mit Donald Duck ist es wie mit Asterix und Obelix. Er ist so prominent, dass eigentlich schon alles über ihn geschrieben wurde. Aber hätten Sie gewusst, dass Donald einen Zweitnamen hat? Sein kompletter Name lautet: Donald Fauntleroy Duck. Geboren wurde er an einem Freitag, den 13. Daher auch sein Autokennzeichen 313 - 13. März (1920). In Deutschland hieß Donald zunächst "Hanns der Enterich", erst in den 1950er-Jahren wurde Donald aus ihm. Die Kinder lieben Donald ebenso wie die Erwachsenen. Er flippt schnell aus, ist ständig pleite und hat keinen richtigen Beruf. Aber er würde alles für seine Neffen Tick, Trick und Track machen, die nicht ahnen, dass er eigentlich ihr Idol Phantomias ist.

Andrew Weber  

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