Ausstellung: Die Illustratorin Fedralita

Phaedra Richter (Fedralita) vor einem Ihrer Werke

München - Hinter dem Künstlernamen „Fedralita“ steckt die 25-jährige Phaedra Richter, die in Österreich und Griechenland aufgewachsen ist.

Bei ihren Werken muss man genauer hinsehen, um die „Machart“ ganz entschlüsseln zu können. Ausgestellt hat sie schon weltweit, z. B. in Wien, Athen, Syros, Berlin, New York oder Barcelona. UNDERCOVER-Redakteurin Filiz Schulz hat sie interviewt und Ende Oktober zeigt Fedralita ihre Stücke auch in München.

Das erste, was mir bei Deinen Werken auffällt: Ich kann nicht richtig erkennen, wie sie zusammengesetzt sind – also wie genau entstehen Deine Werke, welche Techniken wendest Du an?
Es ist eine Mischung aus verschiedenen Medien. Ich skizziere, layoute, male mit Acryl – in letzter Zeit zwar seltener – aber ich male hauptsächlich digital auf meinem Grafiktablet. Eine Zeichnung kommt meistens durch zwei bis drei Medien zustande. Skizze, Malerei, Scan, Tinte, Druck; manchmal auch Collage. Außerdem bastle ich meine Pinsel selbst und kreiere Muster sowie Hintergründe, die ich öfters verwende. Ich arbeite also mit verschiedenen Ebenen, digital und „analog“.

Was inspiriert Dich zu den Motiven Deiner Werke, was sind Deine „wichtigen“ Themen?
Ich würde sagen, mein Leben. Meine Zeichnungen sind wie ein Tagebuch für mich. Natürlich inspirieren mich Filme, Fotos, Situationen, aber meistens dokumentiere ich eher mein eigenes Leben. Beschreibe meine Gefühle durch Figuren, Formen, verschiedene Bildausschnitte, Farbkombinationen und die verschiedenen Medien.

Ein Werk von Fedralita

Was kannst Du nur schwer in Bilder fassen? Gibt es etwas, vor dem Du künstlerisch zurückschreckst?
Ja, natürlich sehr vieles. Ich kann z. B. mit Natur nichts anfangen. Oder besser gesagt, ich kann alles zeichnen, aber nur auf meine Art:unproportional, unrealistisch, schief, ohne reelle Farbenwiedergabe. Ich kann sehr schwierig eins zu eins zeichnen, deshalb übersetze ich alles in meine Sprache und bringe es mit meinen eigenen Farben auf Papier. Ich liebe diese Freiheit. Das ist auch mein Ziel in meinen Werken: Zeichnen, wie ich Sachen sehe und erlebe und spüre, ohne dass es eine Rolle spielt, was meine Augen realistisch sehen.

Du lebst ja in Berlin – unterscheidet sich die Künstlerszene von der in München?
Das kann ich leider nicht genau sagen, da ich erst seit einem Jahr in Berlin wohne und nie wirklich in München gelebt habe. Aber eines fällt schon auf, Berlin ist natürlich ein Topf von Künstlern und auch wenn man keiner ist, man fühlt sich so. Hier wird alles als Kunst bezeichnet. Was ich damit sagen will, ist, dass der Begriff Kunst in einer Stadt wie Berlin viel abstrakter ist. Nach Berlin kommen alle, um sich selbst zu „testen“ und sich in der Kunst auszuprobieren. Die Einflüsse sind unendlich. Es bewegt sich sehr viel und ändert sich schnell.

Beeinflusst Dich die Schnelllebigkeit in einer Stadt wie Berlin?
Berlin gibt mir das, was mich im Leben glücklich macht. Unruhe und Chaos, aber gleichzeitig Freiheit und Inspiration ohne Grenzen. Ich bin ein Mensch, der sehr viel Liebe und Kommunikation braucht. Ich lebe davon, neue Charaktere und ihr Leben kennenzulernen. Ich „verliebe“ mich die ganze Zeit in neue Menschen, fühle sie, kommuniziere und nehme von jedem etwas mit, das mich weiter bringt. Jeder hat etwas Eigenes in sich und ich finde es sehr spannend, genau dieses Ding an jedem zu entdecken und mich zu fragen, wie mich das als Phaedra selbst weiterbringen kann. Das macht mich glücklich.

Ein Werk von Fedralita

Worum wird es in Deiner Ausstellung in München genau gehen?
Wir präsentieren eine allgemeine Sammlung. Es werden Werke von verschiedenen Serien ausgestellt wie z. B. die „Clowns“ oder „Alice in Waterland“. Da ich meine Werke schon seit mehr als einem halben Jahr in der art:ig Galerie ausstelle, war es Zeit für eine Vernissage. Die Galerie hat dabei selbst die Werke ausgesucht und veredelt.

Und was passiert danach, was hast Du dieses Jahr noch geplant?
Im November öffne ich meinen eigenen Galerie-Work-Shop „FELI“ im Prenzlauerberg in Berlin, zusammen mit meiner guten Freundin, Kollegin und Schmuckdesignerin Lilian Syrigou.

„Fedralita’s World“: 25. bis 27. Oktober 2012, jeweils 11 bis 19:30 Uhr, Galerie art:ig (Corneliusstr. 19)

Kontakt: www.fedralita.net, fedralita@gmail.com

Interview: Filiz Schulz / UNDERCOVER Magazin

 

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