Ab 15. Februar

Ausstellung im Deutschen Museum blickt in die Energie-Zukunft

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Die Energiewende ist mehr als nur ein Schritt. Es gibt viele Möglichkeiten - und sich widersprechende Argumente. Das Deutsche Museum hat dazu eine große Sonderausstellung.

München - Soll die Atomkraft ausgebaut oder die Erdölförderung per Fracking vorangetrieben werden? Soll nach Speichermöglichkeiten für CO2 gesucht und die energieeffiziente Herstellung von Produkten gesetzlich verordnet werden? In der Schau „energie.wenden“ können Besucher im Deutschen Museum in München vom 15. Februar an selbst in die Rolle von Politikern schlüpfen und Antworten geben.

Die Energiewende sei eine Jahrhundertaufgabe und müsse von der Gesellschaft getragen werden, erläuterte das Museum. Die Ausstellung stelle dafür Wissen zur Verfügung und rege zum Handeln an.

Die Besucher bekommen am Ende ähnlich wie beim Wahl-O-Mat ihr persönliches Profil. Ihre Antworten werden aber auch wissenschaftlich untersucht. Die Ausstellung solle so verwertbare Daten produzieren, sagte am Dienstag der Generaldirektor des Museums, Wolfgang Heckl. Rund 200 000 Besucher werden bis August 2018 zu der Wanderausstellung erwartet, deren nächste Station Japan sein soll.

„Wir wollen die Leute dazu bringen, selbst abzuwägen“, sagt Kuratorin Sarah Kellberg. Die Besucher sollten erfahren, dass es mehrere Wege zur Energiewende gebe und „dass es keine Energie gibt, die nichts kostet“, sagt ihre Kollegin Sabine Gerber.

Zu sehen sind unter anderem eine Ölförderanlage, ein Windrad im Querschnitt, ein Tesla, der als erstes Elektroauto um die Welt fuhr, ein Teil des Wendelstein-Fusionsreaktors und ein Atom-Experimentierkasten für Kinder von 1952, mit tatsächlich radioaktivem Material. Alle Proben seien „komplett ungefährlich“, ist auf Englisch darauf zu lesen.

Besucher können Exponate von zu Hause unter dem Titel „Gekauftes Glück“ in einer „Galerie der unnützen Gegenstände“ abliefern. Erstes Objekt dort: ein rosaroter Plüschflamingo, der jodeln kann. „Er ist Elektroschrott - aber er erwärmt unser Herz“, sagt Kuratorin Kellberg.

Heckl forderte dazu auf, nach einem neuen Wort für „erneuerbare“ Energie zu suchen. Die Bezeichnung sei physikalisch nicht korrekt. „Energie geht von einem Aggregatzustand in einen anderen über.“ Es gehe tatsächlich um langanhaltende, auf Sonnenenergie-Basis entstandene Energieformen. Vorschläge für treffende Begriffe sollten an das Museum geschickt werden.

dpa

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