Hau der Kunst

Ausstellung zum Kampf gegen Apartheid

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Die Ausstellung im Hausd der Kunst kann noch bis zum 26. Mai besucht werden.

München - Fotografien, Filme und Mehr: Eine Ausstellung zum Thema Kampf gegen Apartheid ist momentan im Haus der Kunst zu sehen. Sie will auch die Leistung südafrikanischer Künstler würdigen.

Ein Mädchen in einem Kleid reckt lachend den Daumen hoch, eine Gruppe schwer bewaffneter Polizisten schaut zu ihr hinüber. Das Mädchen ist schwarz, der hochgereckte Daumen ihr Zeichen im Kampf gegen die Apartheid. Zu sehen ist das Mädchen auf dem Foto eines unbekannten Künstlers in der Ausstellung „Aufstieg und Fall der Apartheid“ im Münchner Haus der Kunst.

Die Ausstellung thematisiert den Kampf gegen das Apartheid-Regime in Südafrika von 1948 bis zu den ersten freien Wahlen 1994. Ein häufiges Motiv der zumeist südafrikanischen Künstler: der hochgereckte Daumen. Das änderte sich nach dem Massaker von Sharpeville am 21. März 1960, bei dem 69 Menschen starben. Von da an formierten sich gewaltbereite Untergrundgruppen - und die Bilder von Beerdigungen wurden häufiger.

„Beerdigungen waren Bühnen für die Anti-Apartheid-Bewegung“, erklärt Kurator Okwui Enwezor. „Die Menschen kamen zusammen, um zu trauern, aber auch um ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Apartheid verstärken.“ Viele Künstler sahen sich nicht bloß als Chronisten der Ereignisse. Sie nutzten ihre Werke auch, um sich gegen das Apartheid-Regime zu wehren.

"Apartheid produziert Grenzen und Barrieren"

Aber auch das alltägliche Leben in Südafrika ist ein Thema der Ausstellung. „Apartheid produziert Grenzen und Barrieren“, sagt Kurator Enwezor. Das Leben mit diesen Grenzen demonstrieren Straßenbilder von Ernest Cole. Sie zeigen getrennte Treppenaufgänge, Schalter und Eingänge für Schwarze und Weiße. Um diese Grenzen scherten sich die Menschen in einem Ort bei Johannesburg, wo die Künstlerin Lesley Lawson lebte, wenig. Sie zählten sich nach Lawsons Angaben alle zur Anti-Apartheid-Bewegung. Auf einem Bild Lawsons schwatzen drei Frauen am Gartenzaun; eine von ihnen ist weiß, die anderen beiden schwarz. „Es war eine Art alternativer Realität, eine Utopie“, erinnert sich Lawson. Doch auch in diese Utopie brach die Apartheid ein - Polizisten suchten auch in Lawsons Dorf nach Aktivisten.

Auch die künstlerische Leistung sehen

Enwezor hofft, auch den Blick auf südafrikanische Künstler zu verändern: „Diese Ausstellung fokussiert sich nicht nur deshalb auf südafrikanische Künstler, weil es um Südafrika geht. Sondern auch wegen der fotografischen Leistung, die sie gebracht haben.“ Zu sehen ist die Ausstellung im Haus der Kunst noch bis zum 26. Mai. Neben Fotografien präsentiert „Aufstieg und Fall der Apartheid“ auch Filme, Litographien, Bücher und Zeitschriften. Später soll sie auch in Mailand, Berlin und Südafrika gezeigt werden.

dpa

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