Nach Streit mit Jonathan Meese

Bayreuther Festspiele suchen neuen „Parsifal“-Regisseur

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Die Bayreuther Festspiele suchen einen neuen Regisseur für die Inszenierung der Oper "Parsifal".

Bayreuth - Eigentlich sollte der Skandalkünstler Jonathan Meese den „Parsifal“ in Bayreuth inszenieren. Doch es gab Streit. Jetzt suchen die Festspiele einen neuen Regisseur.

Die Bayreuther Festspiele wollen nach der Trennung von Jonathan Meese so schnell wie möglich einen Regisseur für die Eröffnungspremiere 2016 verpflichten. „Katharina Wagner ist da dran“, sagte Sprecher Peter Emmerich am Montag. Es sei „höchste Eisenbahn“, damit einem neuen Team noch genug Zeit bleibe. Am Freitag hatten die Festspielverantwortlichen mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit dem Skandalkünstler Jonathan Meese beendet haben. Er hätte in gut eineinhalb Jahren die Richard-Wagner-Oper „Parsifal“ auf die Bayreuther Bühne bringen sollen.

Streit zwischen den Festspiel-Verantwortlichen und Jonathan Meese

Sein Konzept sei nicht finanzierbar gewesen, lautete die Begründung. Am Wochenende wies Meese das zurück. Er habe die Budgetgrenze sogar unterschritten, habe zudem konkrete Vorschläge für die Finanzierung möglicher Zusatzkosten gemacht. Die Chefetage in Bayreuth kritisierte er zudem mit deutlichen Worten: „Es geht in Bayreuth schon lange nicht mehr um Kunst. Es geht um Selbsterhalt, Macht und den Kampf gegen die sinkende Relevanz.“

Emmerich sagte, man wolle sich zu dem Thema nicht mehr äußern. „Wir konzentrieren uns jetzt sehr gezielt darauf, jemanden zu finden, der übernimmt.“ Und da sei ein „gewisses Tempo“ notwendig: „Parsifal“ sei kein einfaches Stück und sei gerade in Bayreuth etwas Besonderes, gab Emmerich zu bedenken.

Oper als "Bühnenweihfestspiel"

„Parsifal“ ist die letzte Oper von Richard Wagner (1813-1883) und wurde 1882 in Bayreuth uraufgeführt. Für Wagner war es keine schnöde Oper, sondern ein „Bühnenweihfestspiel“. Der Komponist hatte verfügt, dass „Parsifal“ ausschließlich im Bayreuther Festspielhaus aufgeführt werden darf. Als aber 1914 die Schutzfrist ablief, konnte auch Wagner-Witwe Cosima nicht verhindern, dass es in vielen Opernhäusern weltweit Neuinszenierungen gab.

dpa

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