Völlig unverständliche Maßnahmen

Fan-Ärger bei Bruno Mars in der Olympiahalle

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Bruno Mars: Fast wie Jacko

München - Am Konzert selbst hat es nicht gelegen, dass sich viele Fans bei Bruno Mars in der Olympiahalle geärgert haben - aber an völlig unverständlichen Maßnahmen im Umfeld: die Konzertkritik.

Hereinspaziert ins Wunderland des Pop! Ach was: Hereingetänzelt! Denn so elegant, so federleicht und spielerisch wie Bruno Mars in der ausverkauften Olympiahalle vermögen nur die ganz Großen zu unterhalten. Und dass der 1,65-Meter-Wunderknabe aus Hawaii längst zu den kleinen Großen der Popmusik gehört, bewies er auch in München. Seine „Moonshine Jungle Tour“ ist eine funkensprühende Sause auf den Spuren von Michael Jackson, bei der die Discokugel in Kleinwagengröße über der Bühne rotiert. Ein akustischer Popcorn-Movie an der Grenze zur Perfektion – allerdings auch mit den unangenehmen Nebenerscheinungen eines solchen Superstar-Spektakels.

Auf Sympathie-Mission war das Management von Mr. Mars in München jedenfalls nicht. Strenges Foto- und Filmverbot für Fans und Fotografen, konfiszierte Digitalkameras an den Eingängen – so viel Gezicke war selten. Regelrecht albern die Drohung, den Fans ihre Smartphones abzunehmen, wenn sie fotografieren, denn das Lichtermeer von Handy-Bildschirmen in Teeniehänden war gewaltiger denn je. Bruno, so wurde hinter den Kulissen gemunkelt, soll nach den turbulenten MTV Awards in Amsterdam etwas derangiert gewesen sein, und mochte keinesfalls abgelichtet werden.

Und so zog es ihn auch recht zügig ins Bett. Nach kaum 70 Minuten – echte Teeniekonzertlänge – verabschiedete sich Mars zur Zugabe „Locked Out Of Heaven“. Ein Highlight wie das Medley „Smells Like Teen Spirit / Billie Jean / Seven Nation Army“, das er gerne mal als Überraschung auspackt, sparte sich der Pop-Prinz diesmal. Ein Jammer, denn davor war großes Entertainment zu bestaunen. Mars bedient sich clever bei den Unsterblichen, von den Bee Gees bis Michael Jackson. Seine kraftstrotzende Band, quasi die „Mars 8“, erinnert an die „Jackson 5“. Die Hosen, die Posen, hier stimmt alles. Und wer den 28-Jährigen im Profil sieht, mit seinem Hut, kieksend, fingerschnipsend, der glaubt tatsächlich: Der König ist zurück. Soul, Funk, Gospel – Mars liefert in der Olympiahalle brillant ab, singt „Marry You“ in Vollgas-Version, schmust bei „When I Was Your Man“ mit seinen Fans und tobt sich sogar am Schlagzeug aus. Der junge Mann ist ein begnadetes Talent – das Zicken wie in München überhaupt nicht nötig hat.

Jörg Heinrich

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