Neues Programm!

Cirque du Soleil in der Olympiahalle: Stars ohne Manege

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Die Akrobatik-Show gehört zum Besten, was München seit langem gesehen hat (Symbolbild).

München - Was für ein Zirkus! Mit seiner neuen Show „Varekai“, zu der bis Sonntag 32.000 Zuschauer in der Olympiahalle erwartet werden, bietet der Cirque du Soleil spektakuläres Augenfutter.

Bei all den fabelhaften Akrobaten und der fantastischen Ausstattung fahren alle sieben Sinne Achterbahn. Der Zirkusfan weint aber auch ein Tränchen: Wie schön könnte diese Show erst in einem richtigen Zirkus sein, in dem man den Clowns ins Gesicht schauen kann, in dem man sieht, ob sie lachen oder weinen. Das funktioniert in der riesigen Olympiahalle allenfalls in den vordersten Reihen – oder mit Fernglas.

Was das kanadische Zirkus-Imperium, das längst von milliardenschweren Investoren kontrolliert wird, in seinen Hallenshows bietet, ist eine Art Großraum-GOP, Stadionrock mit Akrobatik. Stars ohne Manege. Und dennoch: Selbst unter diesen schwierigen Umständen schafft es der Cirque du Soleil, die Sonne aufgehen zu lassen. In einer Vulkanwelt begegnen sich die abgefahrensten Kreaturen, schräge Gestalten mit Hörnern als Ohren, und grüne Männchen mit Baströcken. Um was geht es in „Varekai“? Eigentlich egal, denn die Geschichte rund um einen abgestürzten Ikarus dient nur dazu, atemberaubende Bilder auf die Bühne zu zaubern.

Die Höhepunkte: Ein unglücklicher Chansonnier fleht in einer hinreißenden Jacques-Brel-Nummer „Ne me quitte pas“, doch der Beleuchter mit seinem Spot verlässt ihn andauernd, und der arme Kerl stolpert durch die Dunkelheit. Und die Schlussnummer auf zwei russischen Schaukeln gehört zum Besten, was ein Zirkus in den letzten Jahren in München gezeigt hat. XXL-Poesie – doch ein, zwei Nummern kleiner wär’s noch viel schöner.

Jörg Heinrich

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