Der Popstar diesmal mit Brahms

David Garrett in der Philharmonie: Konzertkritik

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David Garrett.

München - David Garrett (34) kämpft energisch darum, nicht nur als der Stadien füllende Crossover-Geiger abgestempelt zu werden – und versucht mit Klassikkonzerten immer wieder den Spagat zwischen U und E.

Popkonzertverdächtige Dezibelzahlen erreicht der Auftritts-Applaus in der vollen Philharmonie dennoch, nachdem die Fans zuvor eine ganze Tschaikowsky-Fünfte lang auf ihn hatten warten müssen. Mit diesem Werk hatte sich vor der Pause Dirigent Lahav Shani dem Publikum vorgestellt. Am Pult der bestens disponierten Wiener Symphoniker präsentiert der junge Israeli eine effektvolle Interpretation, die vielleicht noch nicht in alle tieferen Schichten vordrang, dafür aber schwungvoll und jugendlich-frisch daherkam. Auf das effektvolle Herauskitzeln virtuoser Details verstand sich nach der Pause selbstverständlich der Star des Abends, auch wenn der glattgebügelte erste Satz des Brahms-Violinkonzerts den langen Atem zunächst vermissen ließ. Mehr in seinem Element war Garrett in der Kadenz, die er mit flinken Fingern präsentierte. Eine Spur zu rührselig das Adagio, ehe sich Garrett technisch souverän in die furiosen Zigeunerklänge des Finales stürzte. Kaum weniger begeistert aufgenommen wurde schließlich auch die konsequent gewählte Zugabe mit Kreislers Caprice vien­noise, die mit einer guten Mischung aus Wiener Schmäh und Heurigen-Charme einen stimmigen Abschluss bildete.

hel

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