Polonaise unterm Zeltdach

David Hasselhoff: Halbleere Olympiahalle - doch „The Hoff“ rettet sich selbst

+
David Hasselhoff - hier beim Auftakt in Hannover - tourt aktuell durch Deutschland.

Ihren Zenit hat David Hasselhoffs Karriere wohl schon überschritten. Doch auch eine halbleere Olympiahalle wirft „The Hoff“ nicht aus der Bahn. Er rettet sich einfach selbst.

München - Wenn das stimmt, was David Hasselhoff kürzlich in einem Interview behauptete, möchte man ihn noch ein bisschen lauter anfeuern, gestern Abend, bei seinem recht spärlich besuchten Konzert in der Olympiahalle. Manchmal, so verriet er im Gespräch, sei es sehr schwer zu reisen, weil überall so viele Menschen seien, die ihn kennen. „Meine liebste Tarnung ist eine David-Hasselhoff-Maske. Wenn ich die aufhabe, stört mich niemand. Dann denken alle nur, ich bin ein Idiot, der eine David-Hasselhoff-Maske aufhat.“ 

Vermutlich ist‘s genau diese lässige Selbstironie, die den 67-Jährigen nach dem Ende der irrsinnig erfolgreichen TV-Serie „Baywatch“ in den Neunzigern nicht völlig abstürzen ließ. Er ist bekennender Alkoholiker, er landete nie wieder Hits wie „Looking For Freedom“, bei manchen Auftritten hat man mit Blick ins Publikum das Gefühl, dass keiner der Anwesenden ihn so richtig ernst nimmt. Und doch. Hasselhoff macht weiter. Er ist so frei. 

David Hasselhoff in München: 

Am Sonntagabend war die Halle nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Andere würden Krankheit vortäuschen. The Hoff? Ist sein eigener Rettungsschwimmer und stürzt sich mutig ins Geschehen. 

„Ich liebe euch alle!“, verspricht er gleich zu Beginn. Die vielen Fan-Grüppchen, die sich in Rettungsschwimmer-Kostüme geworfen haben, nehmen ihn als Partyanheizer. Wenn sie „Hasselhoff! Hasselhoff!“ grölen, zieht der sein Hemd aus und zeigt noch einmal seinen, nun, nicht mehr ganz so durchtrainierten Oberkörper. Darauf ein Tattoo: „Don‘t hassel the Hoff“ samt eigenem Konterfei. 

David Hasselhoff in München: 

Für die, die nicht textsicher oder zu betrunken sind, läuft der Text zu Covern wie „Head on“ oder „I melt with you“ auf Großleinwand. Und wenn the Hoff zur Schmusenummer „Flying On The Wings Of Tenderness“ ansetzt, gibt’s ein Video seines 30 Jahre jüngeren Gesichts in Nahaufnahme. Mit sehnsüchtigem Blick in die Kamera. Schmacht. 

Doch am meisten hoffen hier alle - na klar! - auf einen, ja den Hit. Sie wollen die Freiheit feiern. Hasselhoff spielt immer wieder scherzend darauf an, bis er dann endlich kommt: „Looking For Freedom“. Da flippen sie alle völlig aus. Polonaise durch den ganzen Saal, Kreischen - und die Rettungsbojen schwingen in der Luft. Noch etwas sagte Hasselhoff in erwähntem Interview: „Ich bin froh, überall dorthin zu reisen, wo Menschen mich mögen.“ Das tun sie an diesem Abend alle. K.I.T.T., was für ein Ride!

Katja Kraft

Einen denkwürdigen Auftritt lieferte David Hasselhof auch im TV bei „Markus Lanz“ - dort hielt er FDP-Chef Christian Lindner eine Standpauke. Irritationen rief „The Hoff“ hingegen unlängst beim ZDF-Fernsehgarten hervor.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare

joachim Schröder
(0)(0)

Gut dass er nicht im Olympia-Stadion war, das hätte noch leerer gewirkt.

Mietze
(0)(0)

Mir hat es, wie schon letztes Jahr in Nürnberg, wahnsinnig viel Spaß gemacht. Stimmung war super und es waren auch nicht mehr Totalausfälle im Publikum als bei anderen Konzerten.

Sehr gerne wieder, The Hoff nimmt sich selbst alles andere als ernst, sorgt für tolle Stimmung und ist einfach Kult :-)

Anmerkung am Rande: die Polonaise war während Limbo Dance ;-) Und ich muss ehrlich gestehen, habe ich noch nie in der Olympiahalle erlebt :D