Konzertkritik

Dead Lord im Backstage: Twingitarren, Alter!

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Fantastische Liveband: Dead Lord mit Sänger/Gitarrist Hakim Krim.

München - Dead Lord zeigen im Backstage, dass sie mehr zu bieten haben als bloßes Thin-Lizzy-Anbeten: die Konzertkritik.

Geiles Konzert! Die Hundertschaft Hartgitarrenfreunde im gut gefüllten Backstage-Club ist sich einig. Was Dead Lord um Sänger/Gitarrist/Lockenwunder Hakim Krim hier gerade abgeliefert haben, war allerbestes Rock'n'Roll-Entertainment! Eine arschtighte, vor Spielfreude berstende Band mit Songs, die viel mehr zu bieten haben als bloße Thin-Lizzy-Anbetung - wer hier nicht mindestens ins Wippen kommt, ist ein Fall für den Therapeuten. Zu den Hits des gefeierten Debütalbums, wie 'Hank', 'Hammer To The Heart' und natürlich 'Onkalo', kredenzten die vier fidelen Stockholmer den Fans zwei geschmackvoll interpretierte Coverversionen von Witchfynde ('Would Not Be Seen Dead in Heaven') und Blue Öyster Cult ('Burnin' for You'). Mitreißende Twingitarren-Duelle und ein augenzwinkerndes Bass-Solo rundeten den knapp anderhalbstündigen Gig ab. Ein neuer Song machte Appetit aufs zweite Album. Bra gjort, killar!

Mittelmäßige Liveband: Noctum mit Sänger/Gitarrist David Indelöf.

Eher mittelgut präsentierten sich hingegen die beiden Vorbands. Noctum aus Uppsala/Schweden wurden ihrem ansprechenden, Mercyful-Fate-lastigen Studiomaterial auf der Bühne kaum gerecht. Unsauber gespielte Breaks und der wenig souveräne Gesang von David Indelöf dämpften die Stimmung doch merklich. Etwas besser sah's bei Path Of Samsara aus. Das Freisinger Trio dürfte mit seinem kompetent dargebotenen Mix aus Stoner Rock und Roky Erickson einige neue Freunde gewonnen haben. Ob's eine gute Idee ist, vollständig auf Kommunikation mit dem Publikum zu verzichten sei allerdings dahingestellt...

Ludwig Krammer

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