Konzertkritik

Depeche Mode im Olympiastadion: Unter dem Regenbogen

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Frontman Dave Gahan.

Depeche Mode war mal wieder in München - und über dem Olypiastadion erstrahlte zur Feier des Abends auch noch ein Regenbogen. Die Konzertkritik von Günter Klein.

München - Das letzte Einstimmungslied, das aus der Konserve durch das Olympiastadion dröhnte, war "Revolution" von den Beatles. Das Programm auch für Depeche Mode beim Münchner Auftritt ihrer "Global Spirit Tour"? Nicht doch. Keine Revolution, keine Experimente. Dafür Verlässlichkeit bei Sound und Songauswahl. Die Grundstimmung pendelnd zwischen Melancholie und Synthie-Rhythmus. Meister Gahan ließ den noch immer schmalen Po wackeln und zeigte, was der Tätowierer seines Vertrauens an bedeutungsschweren Kreuzen auf Brust und Arme getintet hatte. Kompagnon Gore blieb trotz überraschend grellen roten Sakkos in der Assistentenrolle. Zur Zeit herrscht gutes Einvernehmen zwischen kreativem Kopf und Frontmann. Dave Gahan hat fürs neue Album "Spirit" ja einiges schreiben dürfen. Das neue Miteinander sollte auch ein Doppelinterview im "Spiegel" dokumentieren. Das Magazin hatte wohlweislich nur Gahan angefragt - und Gore dazu bekommen.

Die ersten Titel, meist die noch jüngeren aus "Spirit" und "Delta Machine" liefen unter einem Regenbogen ab, den die Wetterlage überm Olympiapark hinterlassen hatte. Bei "Question of Lust", dem ersten Evergreen, war es dunkel genug für den ersten Smartphone-Zauber. Die Mitsing-Ballade fürs Publikum, das mit Depeche Mode gereift und ins Alter gekommen ist, in dem man zum Konzert in den Jack-Wolfskin-Klamotten geht. Sofern man reinkommt. Obwohl das Konzert ausverkauft gemeldet war und man die Sicherheitsdienste nach dem Fiasko rund ums Coldplay-Konzert verstärkt hatte, blieben viele Sitzschalen frei.

Für den späteren Teil des Auftritts bei glasklarem Sound liefen auch die alten Kracher, das Best of der Bandgeschichte - vom trotzigen "Personal Jesus" bis zu "I Just Can't Get Enough", das mittlerweile eine Zweitkarriere als Hymne bei Sportveranstaltungen gemacht hat. Passte zum Stadionambiente.

Stadion statt Halle - das ist für Depeche Mode in München inzwischen Standard. Es hat sich über die Jahrzehnte so ergeben. Evolution.

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