Musical-Kritik

Grease in München: Die Stärken und Schwächen

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Manchmal stark, manchmal schwach: „Grease“.

München - Versetzung gefährdet. Nach dem Gastspiel 2011 im Fröttmaninger Zelt kehrte Grease nun neu besetzt ins Deutsche Theater zurück. Hier die Schwächen und Stärken des Abends.

Obwohl das Premierenpublikum am Mittwoch jubelte, war unklar, ob dem Highschool-Musical von 1971 der Übertritt in die nächste Klassenstufe glückt. Hier die Schwächen und Stärken des Abends:

- Spielen und Gestalten: Das größte Problem der Grease-Klasse sind die Spielszenen. David Gilmore lässt seine Darsteller die Szenen grell, schrill und überdreht gestalten. Mangels Empathie für die Figuren läuft das oft hochtourig ins Leere.

- Sprache und Witz: Gesungen wird zum Glück auf Englisch, denn die deutsche Übersetzung der Dialoge ist nur für Sprach- und Humorarchäologen interessant.

- Biologie: Ein Totalausfall. Trotz breit ausgestellter Beckengymnastik und kollektiver Kopulationsgesten ist diese Inszenierung weder sexy noch verrucht oder derb, sondern klinisch rein wie ein Reagenzglas nach der Desinfektion.

- Textiles und Technisches: Bühnenbilder, Licht, Kostüme – hier überzeugt die Produktion.

- Musik: Sie rettet Grease den Hintern. Druckvoll, mal mit Schmiss und mal mit Schmalz präsentieren sie Hits wie Summer Nights, You’re The One That I Want oder die Titelnummer unwahrscheinlich frisch.

Dank der Band packt Grease in München das Klassenziel. Oft sind es eben die Wackelkandidaten, die einem ans Herz wachsen. Weitere Vorstellungen bis 18. Mai; Telefon 089/55 23 44 44.

M. Schleicher

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