Zurück in die Zukunft

Deutsches Theater startet heute in die neue Saison

München - Das Deutsche Theater in der Schwanthaler Straße startet heute in die neue Saison - und das mit einem sehr passenden Stück.

Es ist trotz Andrew Lloyd Webbers mehr oder weniger gelungenen Beiträgen zum Genre Musical das nach wie vor berühmteste – und eines der besten: die West Side Story mit Leonard Bernsteins Musik. Am 26. September 1957 feierte das Stück am Winter Garden Theater in New York auf dem Broadway seine Premiere in Jeremy Robbins’ Inszenierung. Die Erfolgsstory der West Side Story im Stil von Shakespeares Romeo und Julia – zwei junge Menschen lieben sich, das Umfeld ist dagegen, die Beziehung endet tragisch – nahm seinen Lauf.

Welches Stück wäre besser geeignet zur Eröffnung des neu erstrahlenden Deutschen Theaters in der Schwanthalerstraße? Man tanzt auf nostalgischen Spuren – und präsentiert die Original-Choreografie von Jerome Robbins. Vor elf Jahren hatte die „Wiederaufnahme“ in der Alten Oper Frankfurt Premiere und gastierte seitdem in über 20 Ländern auf drei Kontinenten. Rund 1500 Aufführungen gingen bisher über die Bühnen. Und jetzt also München.

Es darf geklotzt werden: 38 Darsteller sind mit von der Partie, dazu ein 25-köpfiges Orchester. Alle Musicals werden künftig live begleitet, vom Band kommt nichts, so das Theater – sei es mit Orchester wie etwa in Mandela oder mit Live-Bands. Insgesamt elf Tonnen werden in fünf Trucks fürs neue Stück transportiert, die aktuelle Tournee ist im Juni 2013 in Neapel gestartet und gastierte bisher u. a. in Monaco, Tel Aviv oder Zürich.

Wie hält man die 1957er-Inszenierung vom Broadway in Schwung? Dafür sorgt Joey McKneely, der als 21-Jähriger noch mit dem legendären Jeremy Robbins († 1998) zusammengearbeitet hat. Der Tänzer und Choreograf betont: „Jerrys Markenzeichen war die Genauigkeit in den Gesten. All diese kleinen Variationen, wie man schaut, wie man seinen Schritt setzt, daraus entsteht dann die Geschichte.“ Also nicht über die Schrittfolgen, sondern über den Charakter einer Figur muss man choreografieren.

Kann das Tempo der 50er heute noch bestehen – in unserer superschnellen Zeit? Mc­Kneely glaubt: „Klar. Wenn man diese Intensität auf der Bühne erzeugt, dann hat man auch die Aufmerksamkeit der Zuschauer.“

Heute Premiere, dann bis 13.4. im Deutschen Theater, Karten erhalten Sie unter Tel. 54 81 81 81.

M. B./M.G.

Rubriklistenbild: © dpa

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