Bis 31. Januar läuft die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Claudia Blank

Deutsches Theatermuseum sucht neue Leitung

Blick auf den Eingangsbereich des Deutschen Theatermuseums am Münchner Hofgarten.
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Wer leitet künftig das Deutsche Theatermuseum am Münchner Hofgarten? Am 31. Januar endet die Bewerbungsfrist.

Seit 2003 war Claudia Blank Direktorin des Deutschen Theatermuseums in München. Zum Jahreswechsel ging sie in Ruhestand. Das Kunstministerium ist derzeit auf Nachfolgesuche.

  • Das Deutsche Theatermuseum wurde 1910 gegründet und befindet sich am Münchner Hofgarten.
  • Von 2003 bis Ende 2020 war Claudia Blank Direktorin der Einrichtung.
  • Das Bayerische Kunstministerium sucht derzeit nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin.

Chefin oder Chef gesucht: Das Deutsche Theatermuseum braucht eine neue Leitung. Bis zum Jahreswechsel war Claudia Blank Direktorin des Hauses am Münchner Hofgarten; nun ist die promovierte Theater-, Kunst- und Literaturwissenschaftlerin aus Altersgründen ausgeschieden. Zuletzt kuratierte Blank, die auch für die Fotosammlung der Einrichtung mit ihren rund 4,3 Millionen Bildern verantwortlich war, die Ausstellung zur deutsch-österreichischen Geschichte des Regietheaters. Die sehenswerte Schau ist derzeit aus den bekannten Gründen leider nicht zugänglich.

Bewerbungsfrist für den Leitungsposten ist Ende Januar

Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hat Blanks Stelle nun ausgeschrieben, etwa in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Neben erwartbaren Formulierungen einer solchen Annonce (Verwaltungserfahrung, Vernetzung, Führungserfahrung, Teamfähigkeit, Digitalkompetenz) fällt auf, dass die Anzeige auf Bewerber aus der Wissenschaft zugeschnitten ist. Der oder die Neue muss in Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte oder einem verwandten Fach promoviert haben – und außerdem über Museumserfahrung verfügen.

Das freilich grenzt das Kandidatenfeld ein – zumal die Theaterwissenschaft zumindest im Nebenfach laut Ausschreibung unverzichtbar ist. Damit legt Sibler die künftige Ausrichtung der Institution fest: auf die Pflege der und die wissenschaftliche Arbeit mit den Sammlungen. Wobei man im Ministerium Wert auf die Feststellung legt, dass sich „wissenschaftliche Exzellenz“ und die Ausrichtung auf das potenzielle Publikum nicht ausschließen, sondern einander „bedingen und befördern“, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte.

Claudia Blank war seit 2003 Direktorin des Deutschen Theatermuseums. Jetzt ging sie in Ruhestand.

Das Theatermuseum wird derzeit kommissarisch geleitet

Seit Blanks Abschied leitet Birgit Pargner die Einrichtung kommissarisch. Sie verantwortet eigentlich das Archiv des Hauses an der Galeriestraße, wo sie seit vielen Jahren Vize-Chefin ist und Ausstellungen kuratiert. Wenn die oder der Neue zum 1. April das Amt antritt, wird Pargner die Leitung wieder abgeben müssen: Mehrere Quellen aus dem Umfeld bestätigen, dass man im Ministerium einer möglichen Bewerbung von ihr keine Chancen einräumt, da sie in wenigen Jahren in Ruhestand geht. Offiziell teilt das Haus mit: „Es können sich selbstverständlich sowohl externe als auch interne Interessenten bewerben. Die Auswahl erfolgt nach leistungsbezogenen Kriterien.“

Seit 1979 ist der Freistaat für das Deutsche Theatermuseum verantwortlich

Dennoch deutet vieles darauf hin, dass es erstmals in der Geschichte des Theatermuseums eine externe Nachfolge geben wird. Eröffnet wurde das Haus 1910 in der Villa der Hofschauspielerin Clara Ziegler (1844-1909) unweit des Englischen Gartens, die ihr Vermögen und ihre Sammlung stiftete. Seit 1979 ist die Einrichtung in der Obhut des Freistaats. Eine Dauerausstellung, etwa zur Geschichte des Theaters, wird zwar seit den Zwanzigerjahren immer mal wieder diskutiert. Doch zeigt das Haus bislang ausschließlich Sonderschauen.

Blank übernahm 2003 die Leitung. Sie legte den Fokus auf zugkräftige Namen (etwa mit Ausstellungen über Maria Callas, Karl Valentin, Michael Ende und Jürgen Rose) und suchte verstärkt die Kooperation mit anderen Museen. Im Schnitt kamen zuletzt pro Jahr zwischen 6500 und 8600 Menschen in die Ausstellungen am Hofgarten; die Besuche in der Bibliothek sind da nicht eingerechnet. Dennoch: Wer sich erinnert, wie voll die Theater und Opernhäuser in München vor Corona waren, weiß, dass bei den Besucherzahlen Luft nach oben ist.

Gleiches gilt unter anderem auch für den Austausch mit den Bühnen der Stadt, für das Online- und Social-Media-Angebot oder für den barrierefreien Zugang. Da es keinen Lift gibt, können etwa Rollstuhlfahrer die Räume in den oberen beiden Stockwerken nicht besuchen – obwohl selbst in der Stellenausschreibung darauf verwiesen wird, dass der Leitungsjob für „schwerbehinderte Menschen“ geeignet sei. Das Direktionsbüro befindet sich allerdings im zweiten Stock. Hier kündigt das Ministerium an, gegebenenfalls die „erforderlichen Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit“ ergreifen zu wollen.

Die Bewerbungsfrist für den Posten endet am 31. Januar.

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