157 Filme aus 45 Ländern

Gegen Fake News: Heute beginnt das DOK.fest 32

In Zeiten von Fake News – absichtlichen Falschmeldungen im Netz – ist der unbestechliche Blick auf die Wirklichkeit besonders wichtig. Gute Zeiten also für Dokumentarfilmer.

München - Ab Mittwoch kann man sich in München wieder zwölf Tage lang daran erfreuen, wie erfrischend, ungewöhnlich, irritierend, herausfordernd und verstörend die Realität sein kann. Das (mittlerweile 32.) DOK.fest hat sich unter der Leitung von Daniel Sponsel zu einer festen Größe gemausert – 157 Filme aus 45 Ländern hat das Team heuer geholt.

Los geht’s am Mittwochabend bei der Eröffnung im Deutschen Theater mit David Borensteins Dream Empire, einer bitterbösen Abrechnung mit dem Turbokapitalismus, der im gleißenden Neonlicht der chinesischen Geisterstadt Chongqing verstörende Blüten treibt. Der Film konkurriert mit anderen internationalen Produktionen um den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis.

DOK.fest 23: Breite Palette an hochwertigen Produktionen

Auch A Modern Man von Eva Mulvad könnte ein heißer Kandidat sein. Ihre Arbeit stellt einen hochbegabten Milliardärssohn ins Zentrum, der sich zwischen Modelkarriere, süßem Nichtstun und klassischer Musik entscheiden muss. So viele Möglichkeiten haben die Helden in Stefan Eberleins Beitrag Von Sängern und Mördern nicht mehr. Sie sitzen im Knast, irgendwo in Russland. Ihr größter Traum ist es, am populärsten Gesangswettbewerb des Landes teilzunehmen. Eberlein porträtiert die Räuber, Mörder, Betrüger und Schmuggler und ihren steinigen Weg zum kleinen Ruhm.

In der Reihe DOK.deutsch (5000 Euro Preisgeld) dürfte unter anderem 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU des Berliners Sobo Swobodnik ein Highlight sein. Neben einigen Spezialpreisen gibt es noch den Viktor DOK.horizonte (3000 Euro) nebst entsprechender Sektion. Ein Publikumsliebling der hier nominierten Filme wird Team Gaza von Frederick Mansell und Laurens Samsom werden. Es geht um eine Fußballmannschaft, die den Menschen im „größten Gefängnis der Welt“, wie die dort Lebenden den Gaza-Streifen nennen, Ablenkung, Freude und Lebenslust bietet.

Die Retrospektive ist dem Filmemacher, Journalisten und Autor Georg Stefan Troller gewidmet. Fünf Filme von und zwei über den Mann mit dem radikalen Interviewstil sind zu sehen, darunter der denkwürdige Film Muhammad Ali – Der lange Weg zurück, in dem der beleidigte Ali schließlich vor laufender Kamera zuschlägt. Der mittlerweile 95-jährige Troller hat’s zum Glück gut überstanden und wird für Diskussionen und zu einem Werkstattgespräch anwesend sein. 

Alle weiteren Infos gibt es hier.

tz

Rubriklistenbild: © DOK.fest

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