Konzert-Kritik zur Show im Zenith

Dropkick Murphys: Völlerei im Riesen-Pub

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Hat die Meute im Griff: Dropkick-Murphys-Sänger Al Barr

München - Die Dropkick Murphys erobern München einmal mehr im Sturm. Das "Zenith" ist als Konzerthallle inzwischen allerdings zu klein für die Bostoner Partykönige.

Ja is denn scho wieder Wiesn? Massenweise Jungvolk strömt an diesem eiskalten Samstagabend ins Zenith nach Freimann. Die Dropkick Murphys bitten zum irischen Kampftanz. Und verwandeln die schmucklose Halle flugs in Münchens größten Pub.

Mit Frank Turner, der die gut vorgeglühte (und auffallend mädelsreiche) Feiermeute mit Folkpunk auf Touren bringt, haben die Murphys eine perfekte Vorband-Wahl getroffen. Das Volk hat sich warmgehüpft, als die Bostoner Chartstürmer die Bühne entern. Ausgepowert sind freilich nur die armen Kerle, die zum Entleeren der Blase zivilisierterweise das Herrenklo aufgesucht haben. Überlebenskampf pur. Vereinzelte Saubären bevorzugen deshalb den Hallenboden zur Erleichterung. Hofbräuzelt oder was?

Zum Glück kommt der Sound ohne größere Schmutzeleien durch die Boxen. Im Zenith ist das nicht die Regel, auch wenn's beim Irish Pubcore der Murphys nicht wirklich auf Feinheiten ankommt. Hauptsache der Dudelsack ist noch vernehmbar. Und das Banjo. Schließlich liegt der Schwerpunkt des Sets auf dem neuen, musikalisch bislang abwechslungsreichsten Album "Signed and Sealed in Blood".

Gleich neun Songs haben es von der Scheibe ins Abendprogramm geschafft, angefangen vom sinnigerweise als Opener gewählten "The Boys are back" über die Single-Hymne "Rose Tattoo" bis zum beinahe besinnlichen "End of the Night" ist alles im Köcher, was sich mitgrölen lässt. Resultat: Eine Fußballfankurvenstimmung, die in der nahegelegenen Arena höchstens an Champions-League-Abenden (oder bei Dortmund-Gastspielen) aufkommt. Und das ganz ohne Pyros.

Am Ende wird's wie immer bei den irischen Amis eng auf der Bühne. Erst dürfen die Mädels rauf, dann die größtenteils oberkörperfreien Herren. Zu AC/DCs "Dirty Deeds..." werden bedeckte Brüste und (leider unbedeckte) Bierbäuche geschwenkt. Als sich die Halle schon zu leeren beginnt, kommen die Murphys nochmal für eine Zugabe zurück. Vorbildliche Arbeitsmoral. Aber das nächste Mal bitte eine größere Halle buchen.

Ludwig Krammer

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

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