Show in der Olympiahalle

Elvis bebt - und Priscilla ist der PR-Gag: Konzertkritik zu „The Wonder of You“

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Elvis sangt nur auf der Leinwand - was nicht überraschte.

Der König ist tot, es lebe der König! Was Elvis Presley zu Lebzeiten nie schaffte, nämlich ein Konzert in München zu geben, das holte er jetzt nach: die Konzertkritik zu „The Wonder of You“ in der Olympiahalle.

Am Sonntag war der King – genauer gesagt, die Stimme vom King – zu Gast in der Olympiahalle, beim Konzertspektakel The Wonder of You. Weil Elvis aus bekannten Gründen verhindert war, sang er auf einer Riesenleinwand, und das nationale tschechische Symphonieorchester spielte dazu. Auch Ex-Frau Priscilla war herbei geeilt, teilweise sogar im Original, und erzählte im schwarzen Kleid Geschichten à la „Elvis sang wie ein Gott, und er sah auch so aus“.

Das klingt durchaus gespenstisch oder gar nach Leichenfledderei. Doch das Elvis-Konzert ohne Elvis war für die 3800 Fans erstaunlich unterhaltsam. Was für ein Sänger, was für Songs! Elvis bebt!

Am Anfang, bei Welcome to my World oder Fever irritiert es zwar, dass der Star des Abends nicht auf der Bühne steht, sondern nur auf der Leinwand singt. Andererseits: Von Robbie Williams im Olympiastadion sieht man auch nur ein Pünktchen auf der Bühne, und starrt die ganze Zeit auf die Videowand. So groß ist der Unterschied also nicht. Und die Stars von heute schauen gegen den Elvis von gestern eh blass aus.

Das Drama von In the Ghetto, der wunderbare Schmalz von Love me Tender, die mitreißende Power von Burning Love – Freunde, da rotiert die Gruft, das ist phänomenal!

Priscilla Presley (Archivfoto) war der PR-Gag des Abends.

Priscilla ist der PR-Gag der Show. Die geschäftstüchtige 71-Jährige plaudert Belanglosigkeiten („Elvis sieht uns heute von irgendwo zu“). Aber sie muss ja einfach nur da sein, als lebende Reliquie. Mehr Spaß macht’s, dem King und dem Orchester zuzuhören. Technisch ist das brillant gemacht und absolut synchron – wenn Presleys Gitarrist im Video ein Solo spielt, spielt der Gitarrist in München das gleiche Solo. Bald wird das auch in 3D funktionieren, oder als Hologramme, und dann treten die Beatles in der Olympiahalle auf. Verrückte Welt.

Jörg Heinrich

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