Konzertkritik

Emeli Sandé, die Frau mit der Engelsstimme

Emeli Sandé, Songwriterin aus Schottland. Foto: GAbbert/ dpa

Eine Frau, eine Stimme: Emeli Sandé begeisterte beim Konzert im Zenith. Hier lesen Sie unsere Kritik.

Manche Stimmen hört man, und sie sind schön, ja, aber sie verlassen das Bewusstsein so schnell, wie sie es erreicht haben. Und dann gibt es Stimmen, die prägen sich ein, schaffen sich Platz. In der heutigen Zeit ist das selten, aber Emeli Sandé hat so eine, kraftvoll und strahlend. Dabei wäre diese Stimme beinahe nicht von der Öffentlichkeit gehört worden: Die schottische Songwriterin, die Hits für andere schrieb und schreibt, zweifelte daran, dass sie es selbst schaffen könnte. Ein Glück, dass sie es trotzdem versucht hat. Das Vergnügen hatte am Dienstag das Publikum im Münchner Zenith, das die 30-jährige Schottin frenetisch bejubelte und feierte.

Der Abend beginnt aber auch himmlisch. Auf das afrikanisch angehauchte Intro „Selah“ folgt sinnigerweise Emeli Sandés erste Single, „Heaven“. Sandé brach nicht nur mit ihrem Debütalbum „Our Version of Events“ einen Rekord der Beatles, sie landete auch sonst eine Reihe von Hits. Die spielt sie in München, allerdings mit veränderten Arrangements, in speziellen Live-Versionen. So kommen „Wonder“ und „My Kind of Love“ deutlich rockiger daher, zeitweise leidet darunter ein wenig der Klang ihrer Stimme. Die hat ihren großen Auftritt aber ohnehin immer dann, wenn es akustisch wird, wenn man merkt, welche Bandbreite Sandé auch in den leisen Tönen abzudecken vermag.

So ist einer der Höhepunkte des Abends sicher die Akustikversion von „Beneath your beautiful“, das sie mit dem Briten Labrinth aufnahm und mit ihrem Gitarristen singt. Ein weiterer Gänsehautmoment, als sie sich nach dem Duett ans Klavier setzt und sich zu „Clown“ selbst begleitet. Und natürlich das furiose Finale, als Sandé als Zugabe mit ihren Fans „Read all about it“ intoniert. Eine engelsgleiche Stimme, begleitet von einem mindestens ambitionierten Chor – ein absolutes Vergnügen.

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