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Neues Album und Konzert in München

„Metallischer und düsterer“: Emil-Bulls-Sänger im Interview

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Neue CD und Konzert am Samstag im Backstage: Die Emil Bulls aus München sind seit 1995 im Geschäft.

Emil Bulls haben sich mit einem neuen Album zurückgemeldet. Am Samstag tritt das Quintett im Backstage auf. Im Interview spricht Sänger Christoph von Freydorf über die Musik und sein Leben.

München - Die Emil Bulls sind ein Phänomen. Seit 1995 bahnt sich die Münchner Band ohne große Marketing-Unterstützung ihren Weg zwischen Metal und Alternative Rock. Ihr neues Album Kill Your Demons kam auf Platz sechs der Charts. Am Samstag spielen die Bullen im Backstage. Wir unterhielten uns mit Christoph von Freydorf über sein Künstlerleben.

Die eigene Musik

„Ich höre mir selten eigene Songs an. Man spielt das alles ja fast jedes Wochenende zwei- bis dreimal. Irgendwann ist es aber umso schöner, wenn man zufällig irgendwo auf einer Party die eigenen Lieder hört.“

Der Gesang auf der CD

„Ich habe ziemlich lange gebraucht. Die Musik ist metallischer geworden, schwerer und düsterer. Da wollte ich etwas draufsingen, das vielleicht nicht jeder machen würde. Das hat seine Zeit gebraucht.“

Das neue Album

„Unterm Strich beschäftigt sich jeder Song mit Dämonen. Egal, ob die im Kopf sind und dich psychisch kaputtmachen, oder diese ganzen kranken Geister, die gerade in Politik und Gesellschaft herumirren. Ich lasse allerdings immer viel Interpretationsspielraum.“

Musik als Spiegel

„Auf Kill Your Demons geht es auch um Dämonen, mit denen ich zu kämpfen hatte. Ich habe mich dazu entschlossen, mich durch die Musik und das Texten mit ihnen auseinanderzusetzen. Ob ich sie dadurch auf Distanz halten oder ganz aus dem Leben verbannen kann, weiß ich nicht. Aber sie werden mir bewusster.“

Bulls-Sänger Christoph von Freydorf (r.) sagt im Interview mit tz-Reporter ­Antonio Seidemann: „Der Job ist der schönste der Welt, aber auch immer wieder ein Kampf.“

Das Video zum Titelsong

„Am Anfang denkt man, die ganzen Freaks, die da rumschwirren, sind die Dämonen. Und dann stellt sich heraus, das wir, die Band, die Dämonen dieser Freaks sind. Natürlich alles mit Augenzwinkern, eher so wie im Comic oder in Tarantino-Filmen. Ich hätte es gerne noch blutiger gehabt, aber unsere Plattenfirma hatte Schiss. Vielleicht empfinde ich es aber nicht als so brutal, weil ich es selbst in meinem kranken Hirn ausgedacht habe (lacht).“

Das Musiker-Leben

„Wir sind da einfach so reingerutscht. Und jetzt genießt man das auf jeden Fall. Schon allein, weil wir nie dachten, dass wir das so lange machen dürfen. Früher war ich so getrieben, dass alles geil sein muss. Vor jeder Show war ich ultranervös. Das bin ich zwar immer noch, aber da ist mehr Vorfreude mit dabei.“

Der beste Job der Welt

„Ja, das ist es. Ich will das niemals aufgeben müssen. Aber es ist auch anstrengend, nervenzehrend und immer wieder ein Kampf. Du kannst dich auf nichts verlassen. Es lauert immer im Hintergrund, dass alles schnell vorbei sein kann.“

Show-Strapazen

„Shows sind unfassbar anstrengend. Wie wenn du zwei Stunden Sport machst. In einer Show verbrenne ich 1300 Kalorien. Ich bin nach so einem Auftritt zu nichts mehr zu gebrauchen, wenn wir auf Tour sind. Ich haue mich da meist nur noch in den Bus und schlafe. Früher ging da schon noch mehr (lacht). Na ja, auf Bier verzichten ist immer noch schwierig.“

Antonio Seidemann

„Kill Your Demons“ ist bei Afm erschienen.

Am Samstag, 9. Dezember,  spielen die Bulls im Backstage, Karten gibt’s unter Tel. 54 81 81 81.

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Das neue Album

Das Erkennungsmerkmal der Emil Bulls war bisher der Wechsel zwischen harten und extrem melodischen Parts. So auch in Kill Your Demons, aber die Bulls drehen die Schraube noch ein wenig an. Auffällig, wie diszipliniert die Band die von zwei ineinander verwobenen Gitarren getragenen Lieder auf die Festplatte gepresst hat. Bass und Drums jagen die Gitarristen förmlich. Es gibt Riffs à la Slayer, Wechsel, die auch mal an Mastodon erinnern, aber immer hört man reine Emil Bulls. Das liegt auch an Christoph von Freydorfs Gesang. Er kann schreien und mal grunzen, um dann epische Melodien folgen zu lassen. Zu seinen Lieblingsbands zählt nicht umsonst ­a-ha, im Metalgewerbe eher ungewöhnlich. So finden sich auch genug Lieder, die von den Fans mitgesungen werden können, weil ihre Melodien sofort hängen bleiben.

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