Erfolgreicher Start in den USA

Ein Emmy für die Night of the Proms

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Dirk Hohmeyer (r.) und Moderator Marcus Othmer.

München - Die Night of the Proms erobert die Vereinigten Staaten – von München aus. Für die Agentur P.S.E. konnte das Projekt USA nicht besser starten.

Mit einer 13-teiligen Musikdokumentation, die den Pop-Klassik-Event in Übersee bekanntmachen sollte, gewannen Dirk Hohmeyer und seine Crew einen Emmy-Award. Und 2015 gibt es 40 Termine von New York bis Los Angeles.

„Vier Jahre Vorbereitung waren notwendig“, sagt Hohmeyer. Die Gespräche fanden meistens in München statt. „Wir haben auf jeden Fall in der Zeit viele Fans für den FCB gewonnen“, scherzt der Musikveranstalter. Aber natürlich war nicht alles entspannt. Die größte Hürde bildeten die amerikanischen Gewerkschaften. Die wachen mit Argusaugen darüber, dass fremde Musiker den einheimischen nicht die Butter vom Brot stehlen. „Wir mussten die überzeugen“, so Hohmeyer, „dass unser Dirigent Robert Groslot, das Il-Novecento-Orchester, der Chor Fine Fleur und die Electric Band der wesentliche Bestandteil unser Show ist.“

Heuer gab es einen Testlauf mit vier Terminen im Mittleren Westen. „Das ist so üblich dort“, erinnert sich Hohmeyer. „Neue Formate in New York zu etablieren, ist unmöglich. Wenn es in der Provinz funktioniert, kann man es ausbauen. Wenn nicht, hat es ohnehin niemand mitbekommen.“ Zur Unterstützung der Markteinführung erstellte Hohmeyer mit der Produktionsfirma International Media Partners (IMP) die 13-teilige Musikdokumentation über die Proms, in der auch alle Stars von Sting bis David Garrett etwas zur Show sagen. Und eben diese Filme, die über PBS zu sehen waren, wurden nun prämiert.

Der Testlauf in den USA mit Musikern wie Michael McDonald, den Pointer Sisters, Nile Rogers und Kenny Loggins war erfolgreich. „Die waren begeistert“, freut sich Hohmeyer, „dass wir die Klassik mit dem gleichen Druck spielen wie Rockmusik.“ Lustige Anekdoten gab es zur Genüge: „Ein Zuschauer war völlig hin und weg vor allem von Carl Orffs Carmina Burana. ,Großartig‘, rief er uns zu. Und: ,Habt ihr das Stück geschrieben?‘“

Der Eroberung der USA steht nun nichts mehr im Weg. Mehr als 40 Shows 2015, inklusive aller Metropolen. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: die Entfernungen und der Zustand der Straßen. „Wir hatten bei den vier Terminen in den USA mehr Unfälle und Pannen wegen der schlechten Straßen als in 20 Jahren Night of the Proms in Europa.“ Das wird die Proms allerdings nicht abhalten.

Antonio Seidemann

Night of the Proms 2014

Wenn die Night of the Proms nach Amerika geht, heißt das noch lange nicht, dass wir künftig auf sie verzichten müssen. Am 5.,6., und 7. Dezember 2014 gastieren das Orchester Il Novecento, die Electric Band und der Chor Fine Fleur in der Olympiahalle. Natürlich ist auch John Miles (Music Was My First Love) wieder mit von der Partie. Und als Gäste sind in diesem Jahr der italienische Star Zucchero (Foto), die Britin Katie Melua, Frauenliebling Marlon Roudette, die gerade gefeierte Songwriterin Madeline Juno und die klassische Akkordeonistin Kenija Sidrorova eingeladen.

Es gibt noch für alle drei Tage Karten zu 50–84 Euro. Das Konzert am Sonntag, 7. Dezember, findet nachmittags um 15 Uhr statt. Zuvor aber werden die Proms in Belgien und Holland gefeiert. Infos zu den Veranstaltungen finden Sie auch im Internet unter www.notp.com.

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