Kritik

Rapper eRRdeKa bringt das Strom zum Brennen

München - Am Donnerstagabend ist der Augsburger Rapper eRRdeKa im Strom aufgetreten - mit fetten Bässen und aufgekratzter Stimme. Eine Kritik.

Als eRRdeKa die Bühne entert, tobt die Crowd. Der Rapunderdog ist auf zum Weg zum Rapgott. So heißen auch die ersten beiden Tracks, die der Augsburger seinem Münchner Publikum ins Gesicht schleudert. Es ist Donnerstagabend, das Strom brennt.

Es gab eine Zeit, und so lange ist das nicht her, da war eRRdeKa (kurz: eRR) noch ein kleines Licht am deutschen Rap-Himmel. Seine Texte handeln noch immer vom Drogenrausch und dem Kampf, von dem Zeug wegzukommen. Glaubt man eRRdeKa, so hat er diesen Kampf schon ab und an verloren.

Hat die Zuschauer im Strom unter Kontrolle: Rapper eRRdeKa.

Heute ist das anders: eRRdeKa ist bei der Hip-Hop-Legende Prinz Pi unter Vertrag, sein neues Album "Rapunderdog" war auf Platz sechs der Albumcharts. Heute haben die Drogen nicht eRR im Griff (eRR trinkt Wasser), eRR hat die Crowd im Griff. Bei dem Track "Der perfekte Beat" gehen alle Rap-Fans in die Knie - und zwar physisch, so wie der Rapgott vorn auf der Bühne es gerade befohlen hat. „Wartet auf die Hook!“, ruft eRR - und alle folgen. Dann setzt der Bass ein: Alles ist Rausch, Musik-Rausch. "Du driftest wieder ab / Der perfekte Beat / Machst die Augen zu / Und alles was noch übrig bleibt, bist Du und die Musik."

Die Akustik ist gut, die Bässe fett, die Punchline-Bazooka rattert. Die Stimme von eRRdeKa klingt auch live aufgekratzt und nach Straße. Und das ist so vielleicht noch besser als im Studio. eRR kann live! Bei "Frau für eine Nacht" wippen alle Köpfe, alle Hände mit. Um 22.40 Uhr kurze Schrecksekunde: eRR sagt, „Das war’s!“ No way! Nach 50 Minuten? Nein, nein, keine Liebe - Verzeihung: Panik. eRRdeKa dreht nochmal auf: "High as Fxck". Jetzt also doch.

Tobias Scharnagl 

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